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Corona-Warnung der Kanzlerin - "Werden noch zu ganz anderen Zahlen kommen"

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Kanzlerin Angela Merkel hält eine drastische Zunahme der Corona-Infektionen für möglich. Jeder Tag zähle jetzt, deswegen zieht sie die Beratungen mit den Ministerpräsidenten vor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trägt eine Maske. Archivbild
Kanzlerin Angela Merkel rechnet offenbar bald mit 30.000 Neuinfektionen am Tag.
Quelle: Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor einer weiteren Zunahme von Corona-Zahlen gewarnt. "Wir haben einen drastischen Anstieg von Neuinfektionen - doppelt so viele wie am Montag vor einer Woche", ließ Merkel über ihren Sprecher Steffen Seibert mitteilen. Er sprach von einer "ernsten Situation", auch weil der Anteil älterer Infizierter zunehme.

Merkel hält offenbar bereits in der kommenden Woche 30.000 Neuinfektionen pro Tag für denkbar. Zwar wollte ihr Sprecher die konkrete Zahl nicht bestätigen. Aber: "Wir haben eine Entwicklung, bei der wir leider eine Verdoppelung gesehen haben." Vor wenigen Tagen meldete das Robert Koch-Institut bereits knapp 15.000 Neuinfektionen. "Es ist völlig klar, wohin das führt", so Seibert - und weiter:

Wenn wir es nicht schaffen dieses Tempo zu brechen, dann werden wir noch zu ganz anderen Zahlen kommen.
Steffen Seibert, Regierungssprecher

Merkel: Jeder Tag zählt

Merkel hatte sich am Vormittag mit den Fachministern beraten, also mit dem sogenannten Corona-Kabinett. Dabei äußerte sie sich auch besorgt darüber, dass die Nachverfolgung jedes einzelnen Infizierten vielerorts nicht mehr möglich sei. Auch die Krankenhäuser verzeichneten eine Zunahme an Patienten. Deswegen gelte es weiterhin, Kontakte zu reduzieren. "Allen ist bewusst, dass dabei jeder Tag zählt."

Auch Deutschland verzeichnet weiterhin hohe Infektionszahlen mit dem Coronavirus. In immer mehr Landkreisen drohen deshalb weitere Beschränkungen wie strikte Ausgangsbeschränkungen.

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Das Corona-Kabinett hatte unter anderem über die Kapazitäten von freien Intensivbetten beraten. Auch die Impfstrategie stand auf der Tagesordnung. Dabei ging es um die Frage, welche Personengruppe zuerst geimpft werden soll, wenn es Impfstoffe gibt. Entscheidungen hat das Corona-Kabinett nicht getroffen.

Beratungen mit den Ländern werden vorgezogen

Merkel berät sich bereits am Mittwoch per Videoschalte erneut mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder - und nicht erst wie ursprünglich geplant am Freitag. Vermutlich wird die Runde auch neue Corona-Beschränkungen beschließen. Mit den Beschlüssen der vergangenen Beratungen vor anderthalb Wochen war Merkel unzufrieden. Sie sei nicht sicher, ob die beschlossenen Maßnahmen ausreichend seien, um die Neuinfektionen einzudämmen, sagte sie damals.

So könnten in dieser Woche weitere Einschränkungen folgen, sollten die Zahlen nicht sinken. Insbesondere weitere Kontaktreduzierungen sind denkbar. Eventuell könnten sich bald nur noch fünf Personen oder Angehörige zweier Haushalte treffen - zumindest stand dieser Vorschlag bei den vergangenen Beratungen im Raum.

Das Corona-Kabinett hatte mit einer Schweigeminute für den verstorbenen SPD-Politiker Thomas Oppermann begonnen. Kanzlerin Merkel habe der Familie Oppermanns ihr Beileid ausgesprochen, so Regierungssprecher Seibert.

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