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RKI-Chef sieht dritte Welle - Wieler: "Impfung mächtigstes Instrument"

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Rasant zunehmende Infektionen bei Unter-15-Jährigen, mehr Fälle in Kitas - Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler sind alarmiert. Mächtigstes Werkzeug sei die Impfung.

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn bleibt die Corona-Lage angespannt. Auch RKI-Präsident Wieler appelliert an alle, durchzuhalten und die Vorsichtmaßnahmen weiter zu befolgen.

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"Jetzt stehen wir am Anfang der dritten Welle" - Lothar Wielers Message ist deutlich. Eindringlich appelliert der RKI-Chef bei der Bundespressekonferenz an die Gesellschaft, "gemeinsam zu verhindern, dass wir in eine Situation kommen, wie vor Weihnachten". Im Dezember hatten die Todeszahlen durch Covid-19 rapide zugenommen, die Infektionszahlen stiegen rasant. Wieler betont: "Diese Welle müssen wir so flach halten wie möglich."

Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen nehme in einigen Bundesländern nun wieder zu, warnt Wieler. Seit Mitte Februar steige zudem die Inzidenz bei den Unter-15-Jährigen "sehr rasant". Mit Sorge beobachte der RKI-Chef auch die zunehmenden Infektionen in Kitas. Es könne sein, dass die ansteckendere britische Variante B.1.1.7 hier eine Rolle spiele. Auf einen Zusammenhang mit verstärkten Tests, gebe es dagegen keinen Hinweis.

Wieler: Impfung "das mächtigste Werkzeug"

Wieler stellt klar: "Die Impfung ist das mächtigste Werkzeug, das wir haben." Das zeige sich ganz deutlich an den Infektions- und Todeszahlen, die bei den älteren, inzwischen geimpften Menschen zurückgehen. Auch deshalb begrüßt es Wieler, dass in naher Zukunft auch Haus- und Betriebsärzte impfen würden, die Zahl der Impfungen also zunehmen werde.

Das soll "so früh wie möglich, spätestens aber Mitte April" möglich sein, betont Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Eine routinemäßige Einbeziehung der niedergelassenen Mediziner sei noch nicht möglich, weil auch die Impfzentren weiterlaufen sollten. Noch gebe es aber nicht genügend Impfstoff, um zugleich die Arztpraxen zu versorgen.

RKI-Chef Wieler äußerte sich heute besorgt zu den ansteigenden Corona-Neuinfektionen. Die Impfung bleibe das mächtigste Werkzeug im Kampf gegen das Virus. Sobald mehr Impfstoff vorhanden sei sollen Arztpraxen impfen können, spätestens Mitte April.

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Auch Anke Richter-Scheer vom Hausärzteverband Westfalen-Lippe wirbt dafür, die Praxen so schnell wie möglich bei den Impfungen einzubeziehen. Sie betont aber - wie zuvor der Gesundheitsminister - dass die Impfzentren dennoch sinnvoll blieben, um dort zum Beispiel Angehörige bestimmter Berufsgruppen wie Lehrkräfte und Kita-Personal zu impfen. "Die können wir in den Hausarztpraxen alleine nicht schaffen", sagt Richter-Scheer, die selbst das Impfzentrum im Kreis Minden-Lübbecke leitet.

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Spahn sieht Deutschland auf gutem Weg

Bis die Ärzte jedoch voll eingebunden werden könnten, so Spahn, lägen "einige sehr herausfordernde Wochen vor uns". Was der Gesundheitsminister als ein "Ringen um Balance zwischen Gesundheitsschutz und Normalität" bezeichnet, vergleicht RKI-Chef Wieler mit einer sportlichen Herausforderung: "Die Pandemie ist nicht vorbei, wir laufen einen Marathon." Jetzt befinde sich Deutschland im letzten, besonders anstrengenden Drittel. Auf dieser Strecke käme nun auch der Wettlauf mit den Mutanten dazu. Wieler ist deutlich:

Das Virus wird nicht mehr verschwinden.
Lothar Wieler, RKI-Präsident

Er setze jedoch auf eine Grundimmunität in der Gesellschaft, dann lasse sich die Pandemie in den Griff bekommen.

Dabei sei Deutschland auf einem guten Weg, betont Bundesgesundheitsminister Spahn. So befinde sich der Bund im europäischen Vergleich im unteren Drittel bei der Dynamik im Infektionsgeschehen.

Gesundheitsminister: Priorisierung beim Impfen weiter nötig

Wie Wieler setzt Spahn dabei besonders auf das Impfen. Über sieben Prozent der Deutschen seien inzwischen mindestens einmal geimpft, es habe teilweise 270.000 Impfungen pro Tag gegeben und würden immer mehr. Auf eine Priorisierung werde man allerdings auch dann nicht verzichten können, wenn die Arztpraxen mit einsteigen würden. "Wir können aber mit jedem Schritt und wachsender Menge die Übergänge fließender gestalten", erläuterte der CDU-Politiker. Und gerade für Menschen mit Vorerkrankungen seien die Arztpraxen ein "idealer Ort", weil sie dort als Patienten bekannt seien.

Unterstützt von RKI-Chef Wieler übte Spahn Kritik an der Aussetzung von Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff in einigen Ländern. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA und auch das Paul-Ehrlich-Institut hätten bereits erklärt, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im Zusammenhang mit der Impfung gebe. "Mit dem was wir bisher wissen, ist der Nutzen bei weitem höher als das Risiko".

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