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Spahn und Wieler zur Corona-Lage - RKI-Chef: "2G reicht nicht mehr aus"

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RKI-Chef Lothar Wieler und Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn zeichnen ein dramatisches Bild der Corona-Lage in Deutschland. Weder 2G noch Boostern allein reichten jetzt noch aus.

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Lothar Wieler hat ein bedrohliches Bild der Corona-Lage gezeichnet. Die Zahlen, die der RKI-Chef bei der Bundespressekonferenz an diesem Freitag nannte, gaben ihm Recht: In mehr als einem Viertel der Landkreise liege die Sieben-Tage-Inzidenz über 500, in einem Dutzend sogar über 1.000. Eine halbe Million aktive Covid-Fälle gebe es im Moment, die Inzidenz bei Kindern liege über 700, viele Krankenhäuser seien am Anschlag, sagte Wieler. Alle Grenzwerte, die das RKI bisher festgesetzt habe, würden jetzt überschritten.

Ganz Deutschland ist jetzt ein einziger großer Ausbruch.
RKI-Chef Lothar Wieler

Die 2G-Regel sei sinnvoll, aber "in der aktuellen Situation reicht das nicht mehr", sagte Wieler. Er bekräftigte seine Forderung, Großveranstaltungen abzusagen, Hotspots wie schlecht belüftete Clubs und Bars zu schließen und private Kontakte zu reduzieren.

Wieler: Menschen sollten zu Hause bleiben

2G bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu Veranstaltungen bekommen. Wieler sagte, darüber hinaus seien weitergehende Maßnahmen nötig. Die Menschen sollten auch "wenn möglich zu Hause bleiben". Es müssten jetzt Kinder und ältere Menschen geschützt werden.

In diesem Zusammenhang betonte er noch einmal die Wichtigkeit von Impfungen. "Die Impfungen wirken sehr, sehr gut", sagt Wieler. "Wir müssen jetzt die Impflücken schließen." Geimpfte erkrankten deutlich seltener symptomatisch und müssten auch seltener im Krankenhaus behandelt werden.

Spahn: Boostern alleine reicht nicht

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Spahn betonte allerdings, dass die vierte Welle sich alleine durch Boostern nicht mehr brechen lasse. Dennoch wären Auffrischungsimpfungen natürlich dringend notwendig, um die Dynamik der Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Spahn sagte : "Die Zahlen nehmen an Fahrt auf."

Booster-Impfungen haben im Ausland bereits Wirkung gezeigt. In Deutschland laufen die Drittimpfungen gerade erst an. Zu spät, meinen Experten.

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Der Noch-Gesundheitsminister begrüßte, dass sich immer mehr Ärzte am Boostern beteiligen - bereits 45.000 Praxen seien jetzt schon wieder am Start. Im Sommer seien es 20.000 gewesen und in der Hochphase 75.000. Die Tendenz gehe also "klar in die richtige Richtung", sagt der CDU-Politiker. In der kommenden Woche würden mehr als sechs Millionen Impfdosen ausgeliefert, so Spahn.

Lage in Kliniken alarmierend

Spahn machte außerdem noch einmal deutlich, dass die Lage an den Kliniken mehr als angespannt sei. Deswegen würden zunehmend Verlegungen von Patienten, nicht nur innerhalb ihrer Region, sondern auch überregional oder möglicherweise sogar ins benachbarte Ausland notwendig werden.

Wir sind in einer nationalen Notlage, die auch eine gemeinsame Kraftanstrengung braucht.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Die alarmierende Situation in den Krankenhäusern, unterstrich auch Wieler. Täglich stürben 200 bis 300 Menschen an Covid 19. Zudem könnten zunehmend Patienten in einzelnen Kliniken nicht behandelt werden, so dass es auch mehr Tote unter den Patienten geben könnte, die zum Beispiel einen Unfall gehabt hätten oder einen Schlaganfall.

Spahn schließt Lockdown nicht aus

Spahn sieht die von Bund und Ländern am Donnerstag beschlossenen Maßnahmen als aktuell einzigen Weg aus der kritischen Lage. Momentan seien das 2G oder 2G+, es könne aber auch ein Lockdown für Ungeimpfte notwendig werden.

Hier können Sie nachlesen, was Bund und Länder am Donnerstag beschlossen haben:

Neue Corona-Regeln - Das haben Bund und Länder beschlossen 

Restaurant, Kino, Fitnessstudio: Bald geht das nur noch für Geimpfte und Genesene. Entscheidend ist ein neuer Schwellenwert. Was Bund und Länder beschlossen haben - eine Übersicht.

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45 min
von Dominik Rzepka

Wieler mahnte in diesem Zusammenhang eine strikte Einhaltung der 2G-Regel an. "Wenn eine 2G-Regel nicht konsequent umgesetzt wird, dann kann sie auch nicht wirken, das ist doch klar", sagt er in Berlin. "Es muss Schluss sein damit, dass man diese Laissez-faire-Haltung hat." Eine Regel, die nicht eingehalten werde, mache keinen Sinn. Das gelte für alle Bereiche, auch etwa für die Fußball-Bundesliga.

Wieler verwies darauf, dass das RKI alle vier Corona-Wellen rechtzeitig vorausgesagt habe und er Warnungen diesbezüglich wiederholt habe. Mit Blick auf ein Zitat des Virologen Christian Drosten, der nicht "zu einem Papagei werden" wolle, "der immer dieselbe Botschaft verbreitet", sagte Wieler:

Ich bin schon lange der Papagei.
RKI-Chef Wieler

Das Robert Koch-Institut meldete am Freitag fast 53.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf 340,7, wieder ein Höchststand.

Deutschlandkarte mit Verlaufskurve der Corona-Inzidenz

Nachrichten | Politik - Wer infiziert sich gerade mit Corona? 

Die Inzidenz ist so hoch wie noch nie in der Corona-Pandemie. In welchen Altersgruppen die Infektionszahlen gerade besonders stark steigen - und wie viele sterben.

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