Sie sind hier:

Corona-Lage - Spahn: "Land drastisch runterfahren"

Datum:

Minister Spahn und RKI-Chef Wieler betonen, dass Impfen und Testen "nicht ausreichen". Man müsse das Land "zwei, drei Wochen drastisch runterfahren, um die Welle zu brechen".

29.426 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages – das hat das RKI am Morgen vermeldet. Gesundheitsminister Spahn und RKI-Präsident Wieler zu den aktuellen Corona-Zahlen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts weiter steigender Corona-Zahlen zusätzliche Maßnahmen angemahnt und die Länder aufgefordert, nicht auf die geplante Bundes-Notbremse zu warten. Der CDU-Politiker sagte:

Jeder Tag zählt, gerade in dieser schwierigen Lage.

Grundsätzlich gehe er davon aus, dass in der aktuellen Lage eine Ausgangssperre nicht gegen die Verfassung verstößt. Er rechne zwar damit, dass die bundesweit angestrebte Notbremse vor dem Bundesverfassungsgericht landen werde, sagt Spahn in Berlin. Er glaube aber, dass der Schritt "in der aktuellen Lage als vorübergehende Maßnahme trägt".

Spahn rief dazu auf, Warnungen der Intensivmediziner ernst zu nehmen. Hauptziel bleibe, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Und sagte weiter:

Das was wir jetzt möglicherweise versäumen, rächt sich in zwei, drei Wochen. Genauso wie sich jetzt rächt, was vor zwei, drei Wochen nicht entschieden wurde.

Lage im Gesundheitswesen kritisch

Die Warnung vor Ostern habe sich bestätigt, die niedrigen Zahlen nach Ostern seien kein Grund zur Entwarnung gewesen. "Die Infektionszahlen sind zu hoch und sie steigen weiter", sagte Spahn.

Die Lage auf den Intensivstationen werde täglich kritischer. Die Zahl der Intensivpatienten liege bei über 5.000. Experten befürchteten, dass es Ende des Monats bereits 6.000 sind. Daher sagt Spahn:

Die eindringlichen Appelle von Intensivmedizinern sollten wir hören und sehr ernst nehmen, übrigens auch die Hinweise der Pflegekräfte und aller Beschäftigten auf den Intensivstationen."

Und weiter: "Impfen und testen alleine reicht nicht, um die dritte Welle zu brechen." Weitere Einschränkungen seien nötig. Denn das Hauptziel sei, das Gesundheitssystem zu entlasten.

Sind die einzelnen Maßnahmen in Sachen Notbremse verhältnismäßig? Könnte die Notbremse gerichtlich kassiert werden? Das sei denkbar, so ZDF-Rechtsexperte Christian Deker. Gerade bei der Ausgangssperre seien sich Gerichte nicht einig gewesen.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Spahn: Infektionsgeschehen in den Griff bekommen, dann öffnen

Man habe die Testkapazitäten mit über 15.000 Teststellen deutlich ausgebaut und die Impfkampagne beschleunigt.

"Wir müssen erst das Infektionsgeschehen in den Griff bekommen und die Zahlen senken", sagt Spahn. "Und dann können wir testgestützt öffnen und mehr Öffnungsperspektive geben."

Auch RKI fordert zum Handeln auf

Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, ruft zum Handeln auf. "Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich teilweise dramatisch zu", betonte er.

Bundesweit steigen die Corona-Zahlen weiter an. Zudem kommen die Kliniken einer Überlastung immer näher. Der Ruf nach schnellen und härteren Maßnahmen wird lauter.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die meisten Neuerkrankungen seien mittlerweile bei den 15- bis 49-Jährigen zu verzeichnen. Die besonders ansteckende Mutante B.1.1.7 habe einen Anteil von 90 Prozent erreicht. Es sei zwar positiv, dass mittlerweile 17 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal geimpft seien. Aber, mahnt Wieler:

Der Großteil der Bevölkerung ist eben nicht geimpft.

"Und sehr viele Menschen müssten noch monatelang auf ihre Impfung warten", so Wieler weiter.

Wieler: "Müssen Zahlen runterbringen"

"Wir müssen die Zahlen runterbringen. Es ist naiv zu glauben, das Virus wegtesten zu können. Das funktioniert nicht", fuhr er fort. Dazu seien Verordnungen, wirksame Strategien und konsequente Umsetzungen nötig.

Wir müssen unsere Kontakte jetzt reduzieren, Infektionsketten jetzt unterbrechen und damit Menschenleben und die Gesundheit von vielen retten.

Der RKI-Chef fügte hinzu: "Wir müssen jetzt handeln." Seine Wunschstrategie sei: "Jetzt die dritte Welle brechen, dann mit guten Konzepten partiell öffnen." Minister Spahn ergänzte, dass Ausgangssperren eine "Strategie seien, um Kontakte zu beschränken". Und sagte weiter:

Wir müssen dieses Land zwei, drei Wochen drastisch runterfahren, um die Welle zu brechen.

Wieler: Long-Covid betrifft einen von zehn Patienten

Es müsse nun auch Vorsorge getroffen werden, um das Gesundheitssystem zu schützen, forderte RKI-Chef Wieler dann noch. Daher sollten nur notwendige Maßnahmen vorgenommen werden. Auch Patienten-Verlegungen sollten nicht ausgeschlossen werden.

Long-Covid betreffe einen von zehn Patienten. Auch das müsse man im Blick behalten.

Covid-19 könnte viele von uns lange treffen.

Spahn: Absage an Notfallzulassung für Curevac

Der Bundesgesundheitsminister erneuerte außerdem sein Versprechen, allen Menschen in Deutschland bis zum Sommer ein Impfangebot machen zu können. Einer Notfallzulassung des Impfstoffs von Curevac erteilte er eine Absage. "Die Daten sind noch gar nicht da."

Insofern könne man auch keine Notfallzulassung erteilen. Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, ist dieser Ansicht. Er sehe die Notwendigkeit einer Notfallzulassung nicht. Deutschland habe mit einer genauen Prüfung der Impfstoffe "den richtigen Weg gewählt".

50.000 Arztparaxen impfen ab nächster Woche

Kommende Woche hätten 50.000 Arztpraxen Bedarf an Impfstoffen angemeldet, sagt Spahn. In der vergangenen Woche seien es noch 35.000, diese Woche 45.000 Hausärzte gewesen. Die Arztpraxen meldeten in etwa gleicher Größenordnung Bedarf an Impfstoffen von Biontech und Astrazeneca an.

Alle Wichtige rund um das Corona-Geschehen hier im Corona-Liveblog

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.