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Corona-Folgen für Weltwirtschaft - Merkel warnt vor Abschottung

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Die Corona-Pandemie hat massive Folgen für die Weltwirtschaft. Kanzlerin Merkel warnte davor, als Reaktion auf die Krise internationale Lieferketten zu zerstören.

Kanzlerin Merkel warnt vor wirtschaftlicher Abschottung in der Corona-Krise. Das Statement in voller Länge.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor Protektionismus als Folge von der Corona-Krise gewarnt. "Wir sehen, wie schädlich es ist, wenn Wertschöpfungsketten zusammenbrechen", sagte sie nach einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden von fünf internationalen Wirtschafts- und Finanzorganisationen über Konsequenzen aus der Corona-Krise. "Deshalb ist die Stärkung des internationalen Handelssystems von großer Bedeutung."

Merkel: Lieferketten nicht renationalisieren

Natürlich könne man als Lehre aus der Corona-Pandemie in einigen Bereichen diversifizieren, sagte sie mit Blick auf die Debatte etwa über eine europäische Produktion von Medizingütern. "Aber die Antwort auf die Pandemie kann mit Sicherheit nicht sein, alle internationalen Lieferketten jetzt zu renationalisieren. Dann würden alle einen sehr hohen Preis zahlen", warnte sie.

Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, habe auf die Vielzahl aktueller einseitiger Maßnahmen hingewiesen, berichtete Merkel. Besorgniserregend seien insbesondere Exportbeschränkungen bei Lebensmitteln. Aus Arbeitslosigkeit werde Armut und daraus sehr schnell Hunger. Die Versorgung der Menschheit mit Lebensmitteln sei von entscheidender Bedeutung.

"Keine Entwickungshilfe kürzen"

Der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder, habe unterstrichen, wie wichtig die Schaffung von Arbeitsplätzen in Entwicklungsländern sei, sagte Merkel. Wenn es in entwickelten Ländern weniger Konsum gebe, habe dies dort dramatische Auswirkungen.

Archiv: Bewohner drängen durch ein Tor, während einer geplanten Verteilung von Nahrungsmitteln, aufgenommen am 10.04.2020 in Kenia, Nairobi.

Pandemie in Afrika -
"Corona könnte alles Erreichte zerstören"
 

Die Corona-Krise könnte Afrika noch schwerer treffen, als die Zahlen vermuten lassen. Wissenschaftler Robert Kappel meint, das Virus könnte den Kontinent sogar weit zurückwerfen.

Die Armutsbekämpfung werde deshalb wichtig werden in den kommenden Jahren - zumal es in wirtschaftlich schwächeren Ländern an finanziellen Möglichkeiten für große Konjunkturprogramme fehle. "Das heißt für Deutschland: keine Entwicklungshilfe kürzen, sondern weiter investieren."

"Herausforderung ist nicht kleiner geworden"

Merkel unterstrich die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit von Staaten. "Der Multilateralismus stand schon vor der Pandemie vor einer großen Herausforderung, und diese Herausforderung ist nicht kleiner geworden."

Die Corona-Pandemie sei erst beendet, wenn es einen Impfstoff gegen das Virus oder gute Behandlungsmöglichkeiten gebe. Diese sollten deshalb als "gemeinschaftliche globale Güter" verstanden werden, müssten also allen zur Verfügung gestellt werden.

Der Staat macht Schulden wegen Corona. Das belastet künftige Generationen, es müsse jetzt aber sein, sagt Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Insituts für Weltwirtschaft.

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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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