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Corona-Krise: Wichtige Etappenziele erreicht

Das Robert-Koch-Institut macht Mut: Es seien zwei wichtige Etappenziele erreicht worden. Von den niedrigeren Zahlen über Ostern dürfe man sich allerdings nicht blenden lassen.

61 min
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14.04.2020
14.04.2020

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht in der Coronakrise positive Tendenzen in Deutschland. Grund dafür sei, dass sich die Gesellschaft an die Regeln halte, bilanziert der Präsident des RKI, Lothar Wieler, am Dienstag. "Dafür danke ich allen ganz herzlich", erklärte er bei der Vorstellung des aktuellen Corona-Lageberichts.

Man sehe, dass die Mobilität zunimmt: "Das ist nicht schlecht, solange sie die Abstandsregeln einhalten." Deswegen dürfte Deutschland jetzt "nicht nachlassen". Wem es möglich sei, der sollte weiterhin zu Hause bleiben und die, die raus gehen, sollten weiterhin Abstand halten.

Corona-Etappenziel: Grippe-Welle von Covid-19 entkoppelt

Durch die Entkopplung der Covid-19-Pandemie von den Grippeerkrankungen seien viele wichtige Krankenhausbetten frei geworden. Die Zahlen der Corona-Infizierten steigen laut Wieler nicht mehr so stark, allerdings hätten sie sich auf einem relativ hohen Niveau eingependelt.

Außerdem gebe es nach wie vor große geografische Unterschiede. Man könne noch nicht von einer Eindämmung sprechen, so der RKI-Präsident. Die Lage bleibe weiterhin sehr ernst. Wichtigstes Vorhaben sei nun, Infizierte rasch zu identifizieren und die Testkapazitäten zu erhöhen.

Zweites wichtiges Etappenziel: Corona-Intensivbetten

Man habe es inzwischen geschafft, genug Intensivbetten und Beatmungsgeräte bereitzustellen. "Bei der derzeitigen Dynamik wird es keine Engpässe geben", sagt Wieler. Natürlich sei auch hier die Voraussetzung, dass es keinen starken Anstieg der Fälle gibt. Auch im Vergleich zu anderen Ländern stünde Deutschland sehr gut da und würde immer wieder um Beratung gebeten.

Wieler betont, wie wichtig das Einhalten der Regeln im öffentlichen Raum sei: Man müsse die Disziplin, die man bisher gezeigt habe, weiterhin halten. Nur dann werde man weiterhin und langfristige positive Entwicklungen zu vermelden haben.

Bleiben Sie bei der Sache, nehmen sie die Krankheit ernst und belohnen Sie sich dafür, indem sie die Regeln einhalten.
RKI-Präsident Lothar Wieler

Corona-Zahlen Deutschland: Weniger Infizierte,  mehr Tote

In Deutschland seien 125.098 Infizierte bekannt (Stand 14. April, 0 Uhr), das seien 2.000 mehr als am Vortag. Außerdem gab es bisher 2.969 Todesfälle, das seien 170 mehr als am Vortag. Ein wichtiger Indikator sei die Zahl der Genesenen: Mehr als die Hälfte der Infizierten, 68.100 Fälle, gelten als wieder geheilt.

Diese niedrigeren Zahlen über Ostern müsse man aber mit Vorsicht genießen: Weniger Menschen gingen zum Arzt, Praxen seien geschlossen gewesen, daher wurden auch weniger Fälle ermittelt. Der gängige Anstieg lag zuletzt bei circa 4.000 bis 5.000 neue Fälle pro Tag.

Laut den neuesten Daten beträgt das Durchschnittsalter der Infizierten 49 Jahre, es liegen weiterhin die bekannten Symptome vor: Husten, Fieber, Schnupfen, Geschmacks- und Geruchsverlust.

Der Anstieg der Todesfälle hinge auch mit der Ausbreitung des Virus in einigen Senioren- und Pflegeheimen zusammen, in denen Risikogruppen direkt betroffen seien. Hier müsse man auch mit weiteren Todesfällen rechnen.  

Wie kommt das RKI zu seinen Corona- Einschätzungen?

Zum Ende seines Statements hat RKI-Präsident Wieler verschiedene Aspekte der Methodik dargelegt, um zu erklären, wie die Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts zustande kommen.

  • Meldedaten zu Corona-Zahlen: Die Zahlen der Infizierten stellen eine wichtige Grundlage für alle weiteren Aussagen dar. Anhand dieser Daten errechnen Mathematiker entsprechende Modellierungen. Was die Experten an einer noch umfassenderen Einschätzung hindere, seien fehlende Informationen zu negativen Testergebnissen, da diese nicht meldepflichtig sind.
  • Tests zu anderen Krankheiten, z.B. wie viele Menschen mit Atemwegserkrankung eine Arztpraxis besucht haben.
  • Eigene Studien, die rund um die Corona-Pandemie vom RKI erhoben werden.
  • Bürger-Daten: Körperdaten, Krankheitsverläufe, Aktivitäts- und Schlafdaten

Vor allem in Hinblick auf die Unterstützung der Bürger durch die Übermittlung wertvoller Daten, zeigte sich Wieler sehr dankbar: Die Corona-Datenspende-App des RKI sei mittlerweile schon 300.000 Mal heruntergeladen worden.

Dafür möchte ich Ihnen danken, wie großartig Sie uns unterstützen.
RKI-Präsident Lothar Wieler

Wie nützlich schätzt das RKI eine Maskenpflicht ein?

Auf Nachfrage nahm der RKI-Präsident auch zu der aktuellen Masken-Debatte erneut Stellung. Neben einer Differenzierung zwischen den verschiedenen Arten von Masken betonte der 59-Jährige, wie wichtig der Umgang und die Einordnung der Masken seien.

Ein Mund-Nasen-Schutz müsse unbedingt als Add-On und nicht als Ersatz gesehen werden: Es nütze nichts, wenn man wegen einer Maske die Abstand- oder die Hygieneregeln vernachlässigen würde. Diesen hätten absolute Priorität. Wenn man sich für einen Mund-Nasen-Schutz entscheidet, müsse "der Umgang noch gut vermittelt und optimiert werden".

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