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Wieler: "Müssen unseren Erfolg verteidigen"

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet, dass die Zahl der Neuansteckungen weiter unten bleibe - doch man müsse weiter diszipliniert sein und die Gesundheitsämter stärken.

72 min
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28.04.2020
28.04.2020
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.04.2021

In der vergangenen Woche wurden deutlich weniger Fälle an mit dem Coronavirus Infizierten gemeldet als in den Vorwochen, sagte RKI-Chef Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz. Pro Tag werden 2.000 neue Fälle an Infizierten übermittelt und 100 bis 300 Todesfälle am Tag. Der Anteil an Verstorbenen betrage damit 3,8 Prozent.

Vorerst keine Engpässe in Sicht

Die Todesrate habe vor allem mit den Ausbrüchen von Covid-19 in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu tun. Die Ansteckungsrate liege im Moment bei ungefähr 1 - mit regional großen Unterschieden. Diese Reproduktionszahl sei aber nur aussagekräftig mit den Fallzahlen.

"Nach der derzeitigen Situation können wir keine Engpässe prognostizieren", sagt Wieler. Solange die Zahl der Erkrankten weiter unten bleiben, würden die Kapazitäten reichen. "Aber nur dann", betonte er.

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Disziplin auch bei Lockerung der Maßnahmen

Er betonte, wie wichtig es sei, sich auch jetzt gerade bei einer Lockerung der Maßnahmen weiter diszipliniert zu bleiben. "Es ist keine leichte Zeit und wir wünschen uns eine neue Normalität", appellierte Wieler.

Wenn wir die Maßnahmen bis jetzt nicht durchgehalten hätten, wären die Zahlen angestiegen.
RKI-Chef Lothar Wieler

"Aber wir müssen unseren Erfolg weiter verteidigen." Man solle weiterhin weitestgehend zuhause bleiben, auf die Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften achten und sich an die Abstandsregeln von anderthalb Metern achten.

Welche Maßnahmen den meisten Effekt erzielen würden und welche weniger, könne man nicht nachvollziehen. "Aber das Bündel an Maßnahmen war gut", sagte Wieler. "Wenn wir diese bis jetzt nicht durchgehalten hätten, wären die Zahlen angestiegen." Das könne man an der Reduktion der Fallzahlen gut sehen.

Mund-Nasen-Schutz: "Keine falsche Sicherheit"

"Wo dies nicht gewährleistet werden kann, im Nahverkehr und in Geschäften, empfehlen wir einen Mund-Nasen-Schutz." Doch auch mit dem solle sich niemand "in falscher Sicherheit wiegen."

Er schütze lediglich die anderen, nicht einen selbst, auf die Abstandregel und alles Weitere müsse genauso geachtet werden wie ohne Mund-Nasen-Schutz.

Ein Teil der Infizierten scheide das Virus aus, bevor sie Symptome zeigen. Der Mund-Nasen-Schutz reduziere die Chance, weil dann die Viren nicht so weit fliegen würden. Deshalb werde der Schutz empfohlen - aber nur, wenn er auch richtig getragen und gewaschen und gebügelt werde. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

"Gesundheitsämter massiv stärken"

Der Erfolg sei neben jedem einzelnen Bürger vor allem den Gesundheitsämtern zu verdanken, die Infektionsketten nachvollziehen und so die Ansteckungsrate niedrig halten. Deshalb sprach sich Wieler ausdrücklich dafür aus, die Gesundheitsämter "massiv zu zu stärken": Mit zusätzlichen Personen und digitalen Tools.

Zudem sollen die Testkapazitäten weiter hoch gefahren werden. Es ginge vor allem darum, die Tests "strategisch sinnvoll" einzusetzen, sagte Wieler. Es müssten vor allem die Menschen mit Symptomen und deren Kontaktpersonen getestet werden, sowie in Pflegeheimen und Krankenhäusern. "Da sollte lieber zu viel als zu wenig getestet werden", sagte er.

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