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Oktoberfest abgesagt: "Es tut uns weh"

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Oktoberfest abgesagt: "Es tut uns weh"

Bayerns Ministerpräsident Söder hat das Münchner Oktoberfest wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Sechs Millionen Besucher kommen jährlich - es ist ein Verlust in Milliardenhöhe.

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11 min
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21.04.2020

Das Oktoberfest findet wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht statt. Das gaben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag bekannt.

Es tut uns weh, es ist unglaublich schade.
Ministerpräsident Markus Söder

"Es tut uns weh, es ist unglaublich schade", sagte Söder. Ein Fest in der Größe, mit der Internationalität und unter den Bedingungen bedeute jedoch eine zu hohe Gefahr. Reiter sagte, es sei ein emotional schwieriger Moment, und es sei auch ökonomisch ein schwieriger Moment für die Stadt.

Coronavirus - Oktoberfest abgesagt
Das Oktoberfest wurde heute auf einer Pressekonferenz abgesagt. OB Dieter Reiter und Ministerpräsident Markus Söder sprachen von einem schwierigen emotionalen Moment.
Quelle: dpa

Rund sechs Millionen Besucher

Die Wiesn 2020 sollte vom 19. September bis zum 4. Oktober stattfinden. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt wurden dazu erwartet. Doch in Corona-Zeiten wäre die Ansteckungsgefahr auf dem Volksfest mit oft bis auf den letzten Platz besetzten Bierzelten und dem Gedränge in den Gassen zu groß.

Die Wiesn findet richtig statt, gscheid oder gar nicht.
Ministerpräsident Markus Söder

Auch verkleinerte Formen seien keine Alternative gewesen, erläuterte Söder: "Die Wiesn findet richtig statt, gscheid oder gar nicht." Das Oktoberfest sei "das größte und schönste Fest der Welt". Söder sagte, er als Ministerpräsident und der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hätten "normalerweise ein großes Interesse, dass dieses Fest stattfindet". Doch in Corona-Zeiten gelte es "vorsichtig zu leben".

Ohne Impfstoffe und Medikamente müsse derzeit besonders aufgepasst werden. Die vergangenen Monate aber hätten gezeigt, dass gerade der Après-Ski im österreichischen Ischgl, Starkbierfeste und Karnevalsveranstaltungen "Virenschleudern" seien, sagte Söder.

Dieter Reiter (l.) und Markus Söder beim Wiesn Anstich zur Eröffnung vom Oktoberfest am 21.09.2019
Kein "O'zapft is" 2020: Solche Bilder wie vom Fest 2019 wird es dieses Jahr nicht geben.
Quelle: picture alliance / Geisler-Fotopress

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Mittwoch zwar auf erste vorsichtige Lockerungen in der Coronavirus-Krise verständigt. Aber spätestens seit Bund und Länder beschlossen hatten, Großveranstaltungen bis Ende August zu verbieten, war klar, dass es für das größte Volksfest der Welt nur knapp drei Wochen später kaum eine Chance gibt.

Noch Ende März hatte es geheißen, man wolle so spät wie möglich entscheiden - Ende Mai oder spätestens Anfang Juni. Dann hätten die Zulassungen für Wirte, Schausteller und Marktkaufleute durch die Stadt erteilt werden müssen. Anfang Juli hätte auf der Theresienwiese der Aufbau begonnen.

Schwerer Schlag für die Wirtschaft

Das Volksfest ist ein enormer Wirtschaftsfaktor für die Stadt, rund eine Millionen Gäste übernachten deshalb jährlich in München. Die Wiesn macht pro Jahr an 16 Tagen rund 450 Millionen Euro Umsatz.

Nicht nur Schausteller, Wirte und Budenbesitzer auf dem Volksfest selbst, sondern auch Hotels, Gaststätten, Taxifahrer und Einzelhändler profitieren von dem Volksfest. Die Wiesn 2019 hatte nach Angaben der Stadt einen Wirtschaftswert von rund 1,23 Milliarden Euro.

Schon im 19. Jahrhundert war das Oktoberfest wegen einer Seuche ausgefallen: Wegen der Cholera wurde das Fest 1854 und 1873 abgesagt. Auch zu Kriegszeiten gab es oft keine Oktoberfeste: Während der Weltkriege wurde das Volksfest gestrichen, ebenso 1923 in der Phase der Hyperinflation.

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