Sie sind hier:

31 Jahre nach Wiedervereinigung - Ost-Beauftragter sieht Politikskepsis

Datum:

Auch eine Generation nach der Wiedervereinigung gibt es noch deutliche Unterschiede zwischen Ost und West, sagt Ost-Beauftragter Marco Wanderwitz. Er sieht Politikskepsis im Osten.

Berlin: Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, gibt eine Pressekonferenz zum Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation.
Berlin: Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, gibt eine Pressekonferenz zum Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation.
Quelle: dpa

Der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Marco Wanderwitz (CDU), sieht 31 Jahre nach der Wiedervereinigung bei vielen Ostdeutschen eine ausgeprägte Politikskepsis. Die politischen Einstellungen in den neuen und den alten Ländern gehörten zu den wenigen verbleibenden Feldern, auf denen man weiterhin charakteristische Unterschiede finde, erklärte Wanderwitz in Berlin bei der Vorstellung des Jahresberichtes zum Stand der deutschen Einheit.

Viele Gründe für Politikskepsis

Im Vergleich zu den westdeutschen Ländern gebe es im Osten durchgängig eine skeptischere, distanziertere und auch kritischer ausgeprägte Grundeinstellung gegenüber Politik. Die Ursachen dafür sind dem Bericht zufolge vielfältig. Sie reichten von der

  • Verklärung der DDR-Diktatur über negative Transformationserfahrungen und
  • Benachteiligungsgefühlen bis hin zu
  • fremdenfeindlichen oder antisemitischen Einstellungen
  • Viele Ostdeutsche seien auch einfach von der Demokratie enttäuscht.

Die Unterschiede von politischen Einstellungen seien aber gradueller und nicht substanzieller Art, sagte Wanderwitz. Sie seien auch keineswegs so erheblich, dass sie das Zusammenwachsen in Deutschland grundsätzlich infrage stellten. Von Vorstellungen eines eigenständigen politischen Systems könne deshalb keine Rede sein, betonte er.

Ost und West in vielen Punkten ähnlich

So empfinde sich dem Bericht zufolge zwar ein Drittel der Ostdeutschen (33 Prozent) weiterhin als "Mensch zweiter Klasse", aber eben auch ein Viertel (25 Prozent) der Westdeutschen. Auch bei Lebensführung, Familienleben oder Freizeitgestaltung seien sich Ost und West 31 Jahre nach der Wiedervereinigung sehr ähnlich, sagte Wanderwitz.

Immer wieder schauen wir nach Landtagswahlen gebannt in den Osten: Was haben die sich da wieder zusammengewählt? Könnte sich auch die Bundestagswahl im Osten entscheiden?

Beitragslänge:
11 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.