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Ergebnis des Impfgipfels - "Nationaler Impfplan" soll Klarheit bringen

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Bund und Länder haben über das weitere Vorgehen in der Impfstrategie beraten. Mit einem nationalen Impfplan soll mehr Klarheit für Länder und Kommunen entstehen.

Kanzlerin Merkel bleibt nach dem Impfgipfel dabei: Jedem Bundesbürger könne ein Impfangebot bis Ende des Sommers gemacht werden. Hersteller, Kanzleramt, Bundesländer und EU-Kommission waren beteiligt. Der Gesprächsbedarf nach dem wackeligen Start war …

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten in einer Videoschalte diskutiert, wie die Corona-Impfkampagne verbessert werden kann. Mit dabei: Vertreter der EU-Kommission sowie der Impfstoff-Hersteller.

Die Beratungen waren "wertvoll und aufschlussreich". Damit eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel die anschließende Pressekonferenz nach dem Fachgespräch.

Wir wissen alle: Das Impfen ist ein großer Teil des Weges aus der Pandemie.
Angela Merkel

Es gibt mehr Klarheit über Liefermengen

Man habe nun Verlässlichkeit zu den Lieferungen in den kommenden Quartalen des Jahres: Von den bereits zugelassenen Herstellern Astrazeneca, Biontech und Moderna könne nun mit festen Mengen gerechnet werden.

Johnson & Johnson und Curvec warten noch auf die Zulassung. Diese Hersteller produzieren schon vor, man könne mit den Mengen aber noch nicht fest rechnen.

Unsere Aussage, dass wir bis Ende des Sommers jedem Bürger ein Impfangebot machen können, können wir aufrecht erhalten.
Angela Merkel

Es soll ein nationaler Impfplan erstellt werden

Um die Impfungen besser planen zu können, wollten Bund und Länder nun einen "nationalen Impfplan" aufstellen, kündigte Merkel an. Dort sollten "nach bestem Wissen" die bevorstehenden Lieferungen an Impfstoffen aufgeführt werden. Ziel sei es, "mehr Sicherheit zu geben, wie das Einladungsmanagement für die Menschen erfolgen kann", sagte Merkel.

Auch die Planung von Personal, Räumlichkeiten und ein gemeinsames Portal zur Abstimmung soll vereinheitlicht werden.

Momentan gehe auch mit mehr finanziellen Anreizen nichts, sagt BioNTech-Finanzvorstand Sierk Poetting im ZDF heute journal.

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen des Impfgipfels. Für Länder und Kommunen sei der vereinbarte Impfplan gegen Corona sehr wichtig, sagte der SPD-Politiker nach den Beratungen. Mit Blick auf den verfügbaren Impfstoff fügte er hinzu:

Man muss ehrlicherweise, Stand heute, sagen: Es wird im ersten Quartal knapp bleiben.
Michael Müller

Die Erwartungen der Menschen könnten hier noch nicht zu 100 Prozent erfüllt werden, weil die Produktion - das sei in der Runde am Montag deutlich geworden - eben nicht beliebig erweiterbar sei. Ab dem zweiten Quartal werde dann so viel Impfstoff zur Verfügung stehen, dass es "in großen Schritten" vorangehe, zeigte sich Müller überzeugt.

Wie viele Impfdosen werden wann verfügbar sein?

Die Mengen sollen im Lauf des Jahres schrittweise anwachsen, wie aus einer neuen Übersicht des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Nach 18,3 Millionen Dosen im laufenden ersten Quartal könnten demnach laut aktueller Schätzung im zweiten Quartal 77,1 Millionen und im dritten Quartal 126,6 Millionen Dosen verschiedener Hersteller folgen. Im vierten Quartal könnten es 100,2 Millionen Dosen sein.

Die Schätzung bezieht sich auf Verträge und geplante Vereinbarungen sowie voraussichtliche Zulassungstermine einiger Impfstoffe. Das Ministerium betonte, dass die Prognosen immer mit Unsicherheiten behaftet und Änderungen nicht ungewöhnlich seien.

Corona-Impfungen in Praxen erst, wenn mehr Impfstoff verfügbar ist

Für breiter angelegte Corona-Impfungen in normalen Arztpraxen sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zunächst größere Impfstoff-Lieferungen nötig. Sobald es die Verfügbarkeit zulasse, solle "der maßgebliche Teil der Impfungen" in die Praxen und die Versorgung der niedergelassenen Ärzteschaft übergehen, heißt es in einem Informationspapier des Ministeriums für den "Impfgipfel". Dieses Vorgehen bestätigte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei der Pressekonferenz.

Gemeinsam mit Vertretern der Pharmabranche und der EU-Kommission haben Bund und Länder einen Impfgipfel abgehalten. Sehen Sie hier die Pressekonferenz in voller Länge.

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Etwa 50.000 in Frage kommende Praxen könnten dann nach Angaben der Kassenärzte mehr als fünf Millionen Impfungen pro Woche vornehmen.
Der Wechsel ergebe aber erst Sinn, wenn für Transport und Lagerung in den Praxen geeignete Impfstoffe für mindestens drei Millionen
Impfungen pro Woche zur Verfügung stünden.

Derzeit laufen die Impfungen in regionalen Impfzentren der Länder - auch, weil der zuerst zugelassene Biontech-Impfstoff aufwendig zu kühlen ist. Nach Rückmeldungen der Länder sei die aktuell aufgebaute Kapazität der Impfzentren für mehr als 200.000 Impfungen pro Tag bei regulären Öffnungszeiten ausgelegt, heißt es im dem Papier weiter.

Bei Bedarf seien kurzfristige Erweiterungen möglich. Bisher seien an einzelnen Tagen Spitzen von etwa 100.000 Impfungen erreicht worden.

Welche Forderungen standen vor dem Gipfel im Raum?

Der Druck im Vorfeld des Gipfels war groß: Von Experten und aus den Bundesländern kommen deutliche Forderungen, was künftig besser laufen müsste. Dazu gehört etwa:

  • Höheres Tempo beim Impfen
  • Klarheit über Mengen und Termine der Impfstoff-Lieferungen
  • Einbezug verschiedener Pharma-Unternehmen
  • Bessere Vergabe von Impfterminen

Bundesgesundheitsminister Spahn dämpfte im Vorfeld die Erwartungen an die Gespräche: Der Gipfel könne nicht einfach eine Erhöhung der Impfstoff-Produktion veranlassen. Auch der Wunsch vieler Länder nach verbesserter Planbarkeit der Impfstoff-Lieferungen ließe sich nicht ohne Abstriche erfüllen. [Wie es aktuell mit den Impfungen in Deutschland läuft, lesen Sie in unserem Grafik-Artikel.]

Warum ist die Strategie der Corona-Impfungen so entscheidend?

Langsamer Impfstart, Lieferprobleme, Streit mit den Vakzin-Herstellern - immer wieder gab es in den letzten Wochen Kritik rund um die Corona-Impfungen.

Zwar sinken in Deutschland die Infektionszahlen und die Inzidenz - die explosionsartigen Ausbrüche der Virus-Mutanten aus Großbritannien und Südafrika in europäischen Ländern bereiten jedoch Sorge. [Erfahren Sie hier, wie verbreitet die Corona-Mutanten in Deutschland sind.]

Hoffnung für eine Rückkehr aus dem Shutdown bieten die Impfstoffe der verschiedenen Hersteller. Für eine Herdenimmunität wird laut WHO allerdings eine Impfquote von etwa 70 Prozent benötigt - ein Wert, von dem Deutschland angesichts der vielen Probleme noch weit entfernt ist.

Was ist über die Nebenwirkungen bei Corona-Impfungen bekannt?

Unsere interaktive Story gibt einen Überblick über mögliche Nebenwirkungen der Impfstoffe:

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