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Freiwilliger Wehrdienst startet im April 2021

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"Dein Jahr für Deutschland" - Freiwilliger Wehrdienst startet im April 2021

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Mit einem neuen Freiwilligendienst will die Bundeswehr ab April 2021 bis zu 1.000 zusätzliche Kräfte rekrutieren. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer nannte die Details.

Freiwillige vor: Unter dem Motto "Dein Jahr für Deutschland" schlägt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer eine neue Wehrdienstform vor.

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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Pläne für einen neuen Freiwilligendienst der Bundeswehr vorgestellt. "Es ist ein weiteres Angebot, das ab April kommenden Jahres starten soll", sagte sie bei einer Pressekonferenz in Berlin. Bereits ab dem kommenden September können sich Männer und Frauen für den neuen "Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz" bewerben. Die Interessenten müssen mindestens 17 Jahre alt sein und eine Eignungsprüfung bestehen.

Zunächst sollen 1.000 Menschen eingeteilt werden. Der Dienst umfasst sieben Monate freiwilligen Wehrdienst und besteht aus einer dreimonatigen militärischen Grundausbildung und einer Spezialausbildung Heimatschutz an drei Standorten in Berlin, Delmenhorst bei Bremen und in Wildflecken in der Rhön. Nach der Rückkehr ins Zivilleben sollen die Freiwilligen innerhalb von sechs Jahren dann insgesamt mindestens weitere fünf Monate als Reservistinnen und Reservisten dienen, vorwiegend in der Region, in der sie leben.

Sehen Sie hier das Statement von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in voller Länge.

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Reserve für Krisenfälle

Der neue Freiwilligendienst soll den bereits bestehenden Freiwilligendienst ergänzen, der nach Aussetzung der Wehrpflicht im Juli 2011 gestartet wurde. Der neue Dienst, den Kramp-Karrenbauer unter das Motto "Dein Jahr für Deutschland" stellt, soll dagegen die Reserve für Krisenfälle wie die Corona-Pandemie stärken.

Der neue Dienst sei "ein Angebot und eine Chance", betonte die Ministerin. Er richte sich vorwiegend an junge Menschen, aber auch an ältere, und insbesondere an jene, die sich in ihrer Heimat engagieren wollen. Eine Konkurrenz zu Freiwilligendiensten sehe sie nicht, sagte die CDU-Politikerin. Sie glaube, dass der neue Dienst eher junge Leute anspreche, die eine Affinität zur Bundeswehr haben.

Kramp-Karrenbauer betonte aber, dass sie weiterhin für eine allgemeine Dienstpflicht sei, die dann auch soziale Dienste einbezieht. "Die Debatte um die Dienstpflicht nimmt ja Fahrt auf", sagte die CDU-Chefin. "Ich bin eher eine Anhängerin einer Pflicht." Kramp-Karrenbauer verwies aber darauf, dass dafür das Grundgesetz mit Zwei-Drittel-Mehrheit in Bundestag und Bundesrat geändert werden müsse. Wohin diese Debatte führen werde, "werden die nächsten Monate oder nächsten Jahre zeigen", sagte die Ministerin.

Nach rechtsextremistischen Vorfällen in der Bundeswehr spricht sich die Wehrbeauftrage Högl für eine neue Wehrpflicht aus. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat ein anderes Konzept.

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Kritik von Wohlfahrtsverbänden

Der Deutsche Caritasverband ist skeptisch. "Bei allem Respekt vor neuen Ideen und vor dem Schutz der Heimat sollten wir nicht vergessen, dass es bereits gute Angebote gibt, sich im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts einzubringen", sagte Caritas-Präsident Peter Neher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Donnerstag). Er nannte demnach das Freiwillige Soziale Jahr, das Freiwillige Ökologische Jahr, den Bundesfreiwilligendienst und das Programm "weltwärts" für Einsätze im Ausland. "Ob zusätzlich dazu ein Dienst an der Waffe Sinn macht, möchte ich mindestens kritisch hinterfragen."

Der Paritätische Wohlfahrtsverband sprach mit Blick etwa auf Werbeetats von einer großen Ungerechtigkeit. Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider sagte dem RND, er befürchte, dass soziale Dienste im Wettbewerb mit der Bundeswehr benachteiligt würden. "Es geht nicht nur um hohe Werbeetats, sondern auch um Leistungen wie kostenlose Bahntickets für die Bundeswehr, die die Bundesregierung mal eben beschlossen hat, um die Bundeswehr attraktiver zu machen", kritisierte er. "Wo ist die Wertschätzung für die Arbeit, die unsere Freiwilligen im sozialen und ökologischen Bereich leisten?"

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