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Bedrohung durch die Taliban - Merkel: "Überaus bittere Entwicklung"

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Der jahrelange Einsatz in Afghanistan sei "keine erfolgreiche Bemühung" gewesen, konstatiert Kanzlerin Merkel. Nun gehe es darum, Ortskräften eine Perspektive zu bieten.

 Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt über die aktuellen Entwicklungen in Afghanistan.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt über die aktuellen Entwicklungen in Afghanistan.
Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Einnahme der afghanischen Hauptstadt Kabul durch die militant-islamistischen Taliban als "überaus bittere Entwicklung" bezeichnet. "Sie ist furchtbar für die Millionen Afghanen, die sich für eine freiere Gesellschaft eingesetzt und dabei auch wichtige Fortschritte erreicht haben", sagte Merkel auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz zur aktuellen Lage in Afghanistan.

Jenseits der Bekämpfung des Terrorismus sei alles "nicht so geglückt und nicht so geschafft worden, wie wir uns das vorgenommen haben", sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin. Es seien "keine erfolgreichen Bemühungen" gewesen. Daraus müsse man Lehren ziehen "und seine Ziele auch kleiner fassen" bei solchen Einsätzen. Die Taliban hätten das ganze Land erneut unter ihre Kontrolle gebracht.

Taschkent in Usbekistan soll das Drehkreuz für die Evakuierungen aus Kabul sein. Die Bundeswehr hat dafür mehrere A400M-Transporter losgeschickt.

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Afghanistan: Ortskräften soll geholfen werden

Die Entwicklung sei auch "bitter für Deutschland". Die Bundeswehr hätte zusammen mit zivilen Organisationen vor Ort Wichtiges geleistet. Nun setze man alles daran, Deutsche aus Afghanistan in Sicherheit zu bringen. Auch würde alles in der Macht stehende getan, um die verbliebenen Ortskräfte aus dem Land zu bringen. "Unser Hauptziel ist, denen, die uns direkt geholfen haben, eine Perspektive zu bieten", sagte Merkel. "Ob wir die umsetzen können, hängt auch von den Gegebenheiten in Kabul ab. Das haben wir leider nicht mehr voll in der Hand."

Bei den Evakuierungen stimme man sich sehr eng mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ab. Auch bei nachfolgenden Entwicklungen werde es eine "enge Zusammenarbeit" geben. "Die Situation am Flughafen ist sehr angespannt", erklärte Merkel den Umstand, dass ein erstes Flugzeug der Bundeswehr aber bisher nicht in Kabul landen konnte.

Seit Juni warnte die deutsche Botschaft in Kabul vor dem Vorrücken der Taliban. Die Grünen stellten einen Antrag für eine schnelle Evakuierung. SPD, Union und AfD lehnten ab. Wieso kommt die deutsche Hilfe erst jetzt?

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Merkel will Nachbarstaaten Hilfe anbieten

Bei sich anbahnenden Fluchtbewegungen aus Afghanistan heraus gehe es vor allem darum, den Nachbarstaaten zu helfen. "Auch darüber werden wir im Kabinett am Mittwoch sprechen", so Merkel. Merkel warnte davor, im Zusammenhang mit Geflüchteten Fehler aus der Vergangenheit zu wiederholen.

Als Fehler benannte sie etwa, das UNHCR oder das Welthungerhilfe-Programm nicht mit ausreichend Geld ausgestattet zu haben und "dass Menschen sich dann auf den Weg gemacht haben, aus Jordanien, aus Libanon, aus Syrien direkt nach Europa zu kommen". Es gehe nun darum, schneller zu reagieren und den Nachbarstaaten von Afghanistan ausreichend Hilfe anzubieten, erklärte die Kanzlerin.

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Afghanische Ortskräfte - Safehouses in Kabul aufgegeben 

Nach Recherchen von "frontal" wurden die afghanischen Ortskräfte in Kabul ihrem Schicksal überlassen. Taliban patrouillieren in den Straßen der Hauptstadt.

von Armin Coerper, Felix Klauser
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