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RKI-Chef zum Pandemie-Geschehen - "Lage wird sich über Weihnachten zuspitzen"

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Weihnachten steht vor der Tür - laut RKI-Chef Lothar Wieler wird sich über die Feiertage das Infektionsgeschehen in Deutschland weiter zuspitzen. Auch mit Shutdown.

Das RKI meldet aktuell 14.432 Neuinfektionen und 500 Todesfälle, allerdings hat Sachsen gestern keine Werte übermittelt. Die Impfzentren sind bereit und warten auf die EU-Zulassung des Impfstoffes.

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Bei einer Pressekonferenz zur Corona-Lage hat RKI-Chef Lothar Wieler betont, dass die Infektionszahlen so hoch seien, wie nie. Im Dezember seien pro Tag zwischen 12.000 und 29.000 neue Fälle an das RKI übermittelt worden. Auch die Todeszahlen würden weiter steigen. Eine Besserung des Infektionsgeschehens im Land sehe er in der kurzen Frist nicht:

Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die Situation über Weihnachten nochmal zuspitzt.
Lothar Wieler

Immer stärker sei die Gruppe der über 80-Jährigen betroffen. Auch in Pflegeheimen gebe es immer mehr Ausbrüche, weil das Virus in der breiten Bevölkerungsgruppe angekommen sei, erklärte Wieler. Ein Problem sieht Wieler demnach auch in knapp werdenden Kapazitäten an Intensivbetten: Von 27.000 Intensivbetten seien derzeit rund 22.000 Betten belegt. Wieler appellierte:

Wir können und müssen alle dazu beitragen, dass das Infektionsgeschehen wieder besser unter Kontrolle kommt.
Lothar Wieler

Kurz vor dem harten Shutdown bilden sich vor vielen Läden noch einmal lange Schlangen. Bundeswirtschaftsminister Altmaier sieht das Last-Minute-Shopping kritisch.

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Ciesek: Es droht Kollaps des Systems

Für Weihnachten bedeute das: Kontakte auf das Nötigste einschränken und abwägen, "was uns wirklich wichtig ist".

Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek betonte die zunehmend erreichte Belastungsgrenze des Gesundheitssystems. Das Krankenhauspersonal sei allenorts erschöpft und müde. Mache man jetzt so weiter wie bisher, drohe der Kollaps des Systems. Gleichzeitig habe der "Applaus" aus der Bevölkerung für das Pflegepersonal abgenommen - und das obwohl die Lage derzeit schlimmer sei als noch im März.

Spahn: Vollbremsung wird lange Bremsspur hinterlassen

"Der Shutdown war geboten", erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die Infektionszahlen seien weiterhin viel zu hoch. Man habe zwar versucht, so lange wie möglich die Balance zwischen Beschränkungen und Freiheit zu halten. Angesichts der Corona-Lage in Deutschland sei das so nicht mehr möglich.

"Wir mussten vor Weihnachten ein klares Signal setzen", so Spahn. Daher müsse auch der Jahreswechsel anders aussehen als sich das die meisten wünschen würden. "Das wird hart in den nächsten Wochen", sagt Spahn. Auch eine solche Vollbremsung werde eine lange Bremsspur haben. Allerdings gebe es mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer Hoffnung auf Besserung.

Ein Notfallsanitäter simuliert an einer Freiwilligen in der Impfkabine eines Impfzentrums in einer Sporthalle den Ablauf einer Corona-Impfung, aufgenommen am 10.12.2020 in Hanau

Corona-Impfung -
DKG: Europa sollte Notfallzulassung erwirken
 

Deutschland wartet auf die Zulassung des Corona-Impfstoffs durch die Ema. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft will schnelleres Handeln - und fordert die Notfallzulassung.

Man setze dabei nach wie vor auf eine ordentliche Zulassung, weil es darum gehe, das Vertrauen in die Impfung bestmöglich zu erhalten. Europäisches Vorgehen habe dabei Priorität: "Das Wir ist stärker als das Ich, im Kleinen und im Großen. Es geht darum, europäisch, gemeinsam, diesen Weg weiterzugehen". Ab dem 15. Dezember seien die Impfzentren in Deutschland einsatzbereit.

Buyx: Impfung nach Priorisierung von bestimmten Gruppen

Die Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs könne aber nicht sofort die erhoffte Entlastung bringen. Die Impfung erfolge nach einer notwendigen Priorisierung, da die Impfdosen zunächst nicht für alle reichen würden, erklärte die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx. "Bei echter Knappheit" sei es nicht möglich, "jedem das zu geben, was er will". Zunächst würden deshalb speziell drei Gruppen geimpft:

  1. Menschen mit einem signifikanten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf
  2. Menschen, die berufsbedingt einem höheren Risiko für eine Erkrankung ausgesetzt sind
  3. Bereiche der Daseinsvorsorge und der Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen (Lehrer, Gesundheitsämter, Sicherheitsbehörden etc.)

Aber: Wer sich impfen lasse, solle deshalb keine Sonderrechte in Bezug auf Kontaktbeschränkungen und andere Corona-Maßnahmen erhalten, betonte Buyx. Das sei zum einen aus ethischer Perspektive nicht zu rechtfertigen:

Wir stehen als Gemeinschaft für diejenigen zurück, die besonderen Schutz brauchen.
Alena Buyx

Zum anderen sei nicht sicher, ob eine Impfung auch die Übertragung des Virus hemme.

Sie arbeiten jetzt rund um die Uhr: die Task Force Impfen im Baden-Württembergischen Sozialministerium. Logistik, Verteilung, Kühlung-alles muss vorbereitet sein. Medizinstudenten und Pflegeazubis üben bereits an Modellen, den richtigen Piks zu setzen. …

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