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Corona-Lage - Spahn: "Es ist noch nicht vorbei"

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Gesundheitsminister Jens Spahn hat zur Geduld in der Pandemie gemahnt. Die Neuinfektionszahlen sinken, für Lockerungen seien sie zu hoch.

Der Blick auf die Corona-Zahlen stimmt vorsichtig hoffnungsvoll: weniger Neuinfektionen, weniger Intensivfälle. Aber: kein Grund zur Entwarnung, sagen Experten.

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"Es ist noch nicht vorbei", sagt Gesundheitsminister Jens Spahn.

Die Zahlen entwickeln sich in die richtige Richtung, aber sie sind noch auf einem zu hohen Niveau.
Jens Spahn

Der Minister sagte, auch wenn die Zahl von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen zurückgegangen sei, sei das Gesundheitssystem wegen des Coronavirus noch immer belastet.

Spahn zur Corona-Krise: Belastung zu hoch für Lockerungen

Spahn warnte vor zu frühen Lockerungen und wies wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Risiken durch neue Virusvarianten hin. Man wolle die Verbreitung soweit es geht minimieren und nicht zulassen. Auch wenn die Infektionszahlen sinken, müsse es noch Einschränkungen geben, sagte Spahn und verglich die Situation mit einem Antibiotikum. Wenn man es zu früh absetze, könne noch größerer Schaden entstehen, auch Resistenzen, sagte er.

Spahn versteht die Belastung für die Firmen wie auch für die Kinder. Aber die Belastung sei noch zu hoch, um wieder zu lockern. Spahn sorgt sich, dass die Mutationen vielleicht wie eine neue Pandemie wirken könnten.

RKI-Chef Wieler: "Leicht positiver Trend" in der Pandemie

Der Gesundheitsminister sagte, es gebe Hoffnung. Das sei die Impfkampagne. "Wir befinden uns zwar auf dem Höhepunkt der Pandemie, und gleichzeitig haben wir den Weg raus aus der Pandemie begonnen". Auch hätte er gern mehr Impfstoff und das es schneller gehe. "Dieser Winter wird nicht leicht." Aber bis zum Sommer bekomme jeder ein Angebot fürs Impfen.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler sieht die derzeit hohen Todeszahlen kritisch. "Das ist eine bedrückende, für mich schier unfassbare Zahl", sagte er über die Gesamtzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona von 50.642 Menschen. Trotzdem sehe er die derzeit sinkenden Zahlen positiv. Wenn die Infektionszahlen gering gehalten würden, könnten schwere Verläufe sowie Todeszahlen verhindert und besser kontrolliert werden.

RKI sieht Ausbrüche in Pflegeheim kritisch

Derzeit gebe es an vielen Tagen über tausend Todesfälle. Vor allem die Ausbrüche in Pflegeheimen sieht Wieler kritisch. Etwa 900 Fälle seien bekannt, "wahrscheinlich gibt es auch eine Dunkelziffer." Dennoch sind nach Aussagen Wielers Erfolge zu verzeichnen.

Die Zahlen sinken in den meisten Bundesländern, und das sind die Erfolge der Maßnahmen.
Lothar Wieler

"Wir dürfen eben nicht nachlassen." Alle Maßnahmen schützten auch vor neuen Virusvarianten. Wieler ruft die Menschen auf, sich impfen zu lassen. Es seien beide Impfungen nötig, um sich vollständig zu schützen.

Drosten: Noch keine klare Datenlage zu Corona-Mutante

Über die mutierte Form des Coronavirus in Deutschland gibt es nach Aussage des Direktors des Instituts für Virologie der Charité Berlin, Christian Drosten, nach wie vor keine gesicherte Datenlage. "Ob es jetzt zunimmt, das ist schwer zu sagen", sagt Drosten in Berlin.

Klar sei, dass die Mutante über die Weihnachtstage nach Deutschland eingeschleppt worden sei, im übrigen nicht nur aus Großbritannien.

Mutierte Corona-Varianten kann die Wissenschaft mittels "Sequenzierung" finden, doch Deutschland hinkt hinterher. (Fehlerhafte Grafik. Richtigstellung in der Rubrik "Korrekturen" auf unserer Website).

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Intensivmediziner warnen vor "extremer Belastung"

"Wir sind noch weit weg von einer Situation, in der man von einer Entspannung sprechen kann", sagt der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx. "Wir müssen also die Infektionszahlen weiter drastisch reduzieren." Sollte sich die mutierte Virusform weiter ausbreiten, würde dies zu einer "extremen Belastung der Intensivmedizin" führen.

Weihnachten und Silvester haben in Deutschland zu keiner Verschärfung bei den schweren Fällen der Infektion mit dem Coronavirus geführt. Es sei auf den Intensivstationen der Krankenhäuser kein "Weihnachts- und Silvesterpeak" zu erkennen, sagte Marx. Dies sei dem Verhalten der Bevölkerung zu verdanken.

Die Bundespressekonferenz mit Kanzlerin Merkel:

Bundespressekonferenz in Berlin -
Kanzlerin Merkel zur Corona-Lage
 

Bundeskanzlerin Merkel beantwortet auf der Bundespressekonferenz die Fragen zur Corona-Lage. Zuletzt wurde beschlossen, den Shutdown bis zum 14. Februar zu verlängern.

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