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Jens Spahn über Coronavirus : "Impfung oder Infektion - das ist die Wahl"

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Wer sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später mit dem Coronavirus infizieren: Das erklärt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Berlin. Er macht aber auch Hoffnung.

Jens Spahn hat die Bedeutung von Impfungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie und auch die Delta-Variante hervorgehoben. "Impfung oder Infektion - das ist die Wahl für jeden einzelnen und das ist auch die Wahl für uns als Gesellschaft", sagte der Bundesgesundheitsminister in Berlin.

Denn diejenigen, die sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen, würden sich früher oder später mit dem Coronavirus infizieren, so Spahn. Daher formulierte er die Bitte: "Lassen Sie sich impfen." Das diene auch dem Gemeinwohl.

Spahn: "Dürfen zuversichtlich in diesen Sommer gehen"

Mit Blick auf die Delta-Variante erklärte der CDU-Politiker: "Wir dürfen zuversichtlich in diesen Sommer gehen". Vorsicht sei aber weiter wichtig. Aus einem sorglosen Sommer dürfe kein "Sorgenherbst" werden. Daher liege es an der Gesellschaft, die Ausbreitung der Variante möglichst gering zu halten. Gleichzeitig machte Spahn klar, dass die Delta-Variante künftig die "Oberhand" in Deutschland gewinnen werde.

Wichtig sei auch weiterhin eine Unterscheidung zwischen Aktivitäten die draußen beziehungsweise drinnen stattfinden, betonte der Minister. "Draußen geht ziemlich viel." Aber wichtig sei, dass in Innenräumen mit vielen Menschen Schutzmasken getragen werden.

Gleichzeitig warnte Spahn - auch mit Blick auf die EM - vor Reisen nach Großbritannien. Das Land gilt als Virusvariantengebiet.

Zweite Impfung angesichts von Delta wichtig

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, mahnte bei der Pressekonferenz zu einer vollständigen Impfung. Die aktuelle Inzidenz von 6,2 sei zwar eine "sehr gute, erfreuliche Entwicklung", sagt er in Berlin. Auf der anderen Seite verbreite sich die hoch ansteckende Delta-Variante aber weiter. Daher sei es wichtig, den vollständigen Impfschutz zu haben. Dem pflichtete Spahn bei.

Mit Blick auf die Delta-Variante ist es wichtig, die zweite Impfung wahrzunehmen.
Jens Spahn

"Wir wissen, dass voll Geimpfte gegen schwere Erkrankungen von Delta geschützt sind", sagt Wieler. Daher sei es sehr wichtig, auch wirklich den vollen Impfschutz zu erlangen.

Wieler erklärte auch, dass nach bisherigen Erkenntnissen die Ansteckung mit Delta bisher vor allem in privaten Haushalten stattfinden würde. Daher sei weiterhin Vorsicht geboten. Man müsse "alles dafür tun, dass wir die Inzidenz niedrig halten", so Wieler. Impfungen alleine reichten nicht aus im Kampf gegen die Pandemie. Hygiene- und Testkonzepte seien weiter wichtig.

Vollständige Impfung bietet "fast kompletten Schutz"

Auf der Pressekonferenz kam auch der Berliner Impf-Experte Leif Erik Sander zu Wort. Auch er äußerte sich zur Delta-Variante und ihren Auswirkungen auf den Impfschutz. "Neueste Daten aus Großbritannien zeigen, dass eine vollständige Impfung einen fast kompletten Schutz vor schwerer Erkrankung und Krankenhausbehandlung aufgrund von Covid-19 bietet", sagte Sander.

Trotzdem könne es passieren, dass bei dieser Variante häufiger zu sogenannten Durchbruchinfektionen kommt. "Das heißt dass Personen, die vollständig geimpft sind, sich vielleicht trotzdem anstecken", so Sander.

Es ist auch so, dass die allermeisten Menschen so hohe Antikörperspiegel haben, dass dieser abschwächende Effekt gar nicht so schwer zum Tragen kommt.
Leif Erik Sander

Wichtig sei aber, dass schwere Erkrankungen durch eine vollständige Impfung weiterhin verhindert würden.

300.000 12- bis 18-Jährige geimpft

Inzwischen haben rund 44 Millionen Menschen oder 52,9 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine erste Impfung bekommen, wie Spahn sagte. Den vollen Schutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben demnach nun 28,38 Millionen Menschen oder 34,1 Prozent aller Bürger.

Der Minister bekräftigte, dass mit den zu erwarteten Lieferungen bis Ende Juli allen Erwachsenen eine erste Impfung angeboten werden könne - und allen 12- bis 18-Jährigen bis Ende August. Inzwischen hätten 300.000 Kinder und Jugendliche in diesem Alter eine Impfung bekommen.

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