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Sanierung als Ziel - Adler Mode insolvent

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Staatliche Unterstützung und Investoren konnten es nicht ausgleichen: Die Adler Modemärkte stellen einen Insolvenzantrag.

Die Adler Modemärkte AG hat einen Insolvenz-Antrag gestellt. Als Grund führte das Unternehmen die erzwungene Schließung von 171 Geschäften wegen des Corona-Shutdowns an.

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Die Adler Modemärkte AG hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das teilte das Unternehmen am späten Sonntagabend mit. Ziel sei es, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren. Dabei werde der Geschäftsbetrieb unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt.

Auslöser seien die erheblichen Umsatzeinbußen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schließungen fast aller Verkaufsfilialen als Folge des Shutdowns in der Corona-Krise.

"Die erneute Corona-bedingte Schließung fast aller Standorte hat uns leider keine andere Wahl gelassen", sagte Vorstandschef Thomas Freude. "Wir werden alles dafür tun, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und Adler schnellstmöglich zu sanieren und wieder in eine positive Zukunft zu führen." Ende September beschäftigte Adler 3.350 Mitarbeiter.

Adler-Sanierung über Insolvenzplan

Bei der Sanierung über einen Insolvenzplan helfen soll Christian Gerloff, der als Generalbevollmächtigter zu Adler kommt. Er hat viel Erfahrung mit Pleiten in der Textilbranche. Unter anderem fungierte Gerloff als Insolvenzverwalter bei Escada und Laurel. In der Coronakrise haben bereits mehrere Textilhändler und -hersteller Insolvenz angemeldet, darunter Galeria Karstadt Kaufhof, Hallhuber, Bonita und Appelrath-Cüpper.

Noch Anfang November hatte Adler Mode über einen "spürbaren Aufwärtstrend" berichtet. Die flüssigen Mittel waren allerdings bereits Ende September auf 24,8 (Ende 2019: 70) Millionen Euro zusammengeschrumpft. Den ersten Shutdown im Frühjahr hatte Adler noch mit Kurzarbeit und einem mit einer Staatsbürgschaft gesicherten Kredit überstanden. 45 Millionen Euro davon hatte das Unternehmen Ende Oktober gezogen.

Adler schrieb schon 2019 rote Zahlen

Der Umsatz schrumpfte in den ersten neun Monaten um ein Drittel auf 239 Millionen Euro, der Nettoverlust wuchs auf 63 (10) Millionen. Allerdings hatte Adler schon 2019 rote Zahlen geschrieben.

Auf seinen Mehrheitsaktionär konnte das Unternehmen nicht bauen: Die S&E Kapital, die fast 53 Prozent der Aktien hält, hatte seit Monaten versucht, ihre Beteiligung zu verkaufen.

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