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Milliardenstrafe verhagelt Airbus Bilanz

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Europäischer Luftfahrtkonzern - Milliardenstrafe verhagelt Airbus Bilanz

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Teurer Deal mit Folgen: Mit Milliarden-Strafzahlungen konnte Airbus eine Verurteilung wegen Korruptionsvorwürfen verhindern, doch jetzt schreibt der Konzern rote Zahlen.

Ein Airbus A320neo startet. Archivbild
Airbus schreibt rote Zahlen wegen Strafzahlungen und Sonderbelastungen.
Quelle: Guillaume Horcajuelo/epa/dpa

Milliardenschwere Strafzahlungen wegen Korruptionsvorwürfen haben dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus die Bilanz verhagelt. Der Konzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 einen Verlust von knapp 1,4 Milliarden Euro. Dabei wurde die Bilanz von Sonderkosten für den Militärtransporter A400M belastet. Im Vorjahr hatte der Nettogewinn noch bei gut drei Milliarden Euro gelegen.

Nach einer Einigung mit Behörden wegen Korruptionsvorwürfen hatte Airbus eingewilligt, insgesamt 3,6 Milliarden Euro in Frankreich, Großbritannien und den USA zu zahlen. Zuvor hatten die seit Jahren laufenden Untersuchungen den Luftfahrtkonzern unter Druck gesetzt. Negativ wirkten sich auch die schlechten Exportaussichten für den Militärtransporter A400M aus - es fielen Sonderbelastungen von 1,2 Milliarden Euro an.

Strafzahlung und A400M überschatten Rekordjahr von Airbus

Beides überschattet nun das eigentlich erfolgreiche Jahr 2019 - es wäre ein Rekordjahr gewesen. Im Rennen um die Marktführerschaft konnte Airbus erstmals seit Jahren dem US-Erzrivalen Boeing den Titel abjagen. Insgesamt lieferte Airbus 863 Verkehrsflugzeuge aus und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr.

Boeing steckt seit März 2019 in einer schweren Krise. Nach den zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten hatten Behörden in aller Welt Passagierflüge mit der 737 Max untersagt. Das Flugzeug ist das meistgefragte Modell des US-Konzerns.

Airbus hatte sich selbst angezeigt

In Frankreich ist für Airbus der Löwenanteil der Strafe fällig geworden - nämlich 2,1 Milliarden Euro. In Großbritannien beläuft sich die Geldbuße auf knapp 984 Millionen Euro, die USA sollen knapp 526 Millionen Euro bekommen. Der frühere deutsche Konzernchef Thomas Enders hatte bereits in der Vergangenheit die Mitarbeiter auf die Möglichkeit "erheblicher Strafen" eingestimmt.

Auslöser der Ermittlungen war eine Selbstanzeige des Unternehmens. Die Behörden untersuchten unter anderem Bestechungsvorwürfe im Zusammenhang mit Verträgen beim Verkauf von Zivilflugzeugen und Satelliten.

Der neue Airbus-Chef Guillaume Faury nimmt sich nun für sein erstes komplettes Jahr an der Konzernspitze nur vorsichtige Steigerungen bei Produktion und Gewinn vor. So soll der Konzern im Jahr 2020 etwa 880 Verkehrsflugzeuge an die Kunden ausliefern und damit nur 17 mehr als im Vorjahr. Ursprünglich hatte sich das Management für 2019 bereits bis zu 890 Maschinen zum Ziel gesetzt.

Airbus: Bombardier trennt sich von Flugzeugprogramm

Gleichzeitig verkündete Airbus, dass sich der in eine Finanzkrise geratene Bombardier-Konzern von seinem letzten großen Flugzeugprogramm trennt. Airbus und die kanadische Provinz Québec übernehmen Bombardiers verbliebenen Anteil an den Gemeinschaftsunternehmen für den Kurz- und Mittelstreckenjet A220. Der Airbus-Anteil steigt damit von gut 50 auf 75 Prozent. Airbus zahlt Bombardier dafür 591 Millionen US-Dollar (rund 543 Millionen Euro). Québec stockt seinen Anteil auf 25 Prozent auf, ohne weiteres Geld zu zahlen.

Der kanadische Bombardier-Konzern hatte sein Engagement bei dem Jet schon infrage gestellt. Das Flugzeug vom Typ A220 war ursprünglich als Bombardier C-Serie entwickelt worden. Nachdem der Hersteller in finanzielle Schieflage geraten war, übernahm Airbus die Mehrheit der Anteile an dem Flugzeugprogramm und vermarktet das Modell seither unter dem Namen A220. Es ist der bisher kleinste Flugzeugtyp in der Airbus-Modellpalette.

Bombardier befindet sich in einer Krise. Die Kanadier hatten im vorigen Monat den Kapitalmarkt mit einer Gewinnwarnung schockiert. Hintergrund für die um die Hälfte gestrichene Erwartung an die Gewinnentwicklung im abgelaufenen Jahr ist auch das schlecht laufende Eisenbahngeschäft. Der nun bekanntgegebene Verkauf an Airbus kommt nicht überraschend. Der Zug- und Flugzeugbauer scheut die Kosten für das Hochlaufen der Produktion. Die Airbus-Strategie sieht vor, das Volumen deutlich hochzufahren - und dann auch deutlich günstiger produzieren zu können.

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