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Ämter beim Altpapier "vorbildlich"

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Papieratlas 2020 - Ämter beim Altpapier "vorbildlich"

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Altpapier in Drucker und Kopierer? Städte und Gemeinden sind da vorbildlich, weit besser jedenfalls als andere deutsche Büros. Insgesamt ist die Papier-Recycling-Quote aber hoch.

Seit 1990 hat sich der Papierverbrauch in Deutschland mehr als verdoppelt. Fast der gesamte Papiermüll wird recycelt und mit dem „Blauen Engel“ versehen. Dieser signalisiert eine umweltfreundliche Herstellung mit geringem Wasser- und Stromverbrauch.

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Im Rathaus von Erlangen gibt es keine Kompromisse: Wenn kein "Blauer Engel" auf der Verpackung steht, hat Papier in den Amtsstuben schon seit Jahren nichts mehr verloren.  Das Umweltzeichen steht für besonders umweltfreundliches Papier. "In der Stadtverwaltung sind wir tatsächlich jetzt bei 100 Prozent", sagt Bürgermeister Jörg Volleth. "Bei unseren Schulen sind wir momentan bei 85 Prozent."

Bei 13 Millionen Blatt Papier im Jahr macht das einen Unterschied: Gespart werden dadurch zwei Millionen Liter Wasser und 400.000 Kilowattstunden Strom - so viel, wie sonst 100 Vier-Personen-Haushalte verbrauchen würden, rechnet Volleth vor.

Erlangen ist "recyclingpapierfreundlichste Stadt"

Die Stadt Erlangen ist dafür von Bundesumweltministerin Svenja Schulze jetzt als "recyclingpapierfreundlichste Stadt" ausgezeichnet worden. Beim "Papieratlas 2020", der von der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) ermittelt wird, steht sie ganz oben auf der Liste – vor Bottrop und Leverkusen. Bei den Landkreisen gewannen der Kreis Paderborn vor dem Landkreis Schweinfurt und dem Kreis Warendorf.

Die Umstellung auf Recyclingpapier sei in immer mehr Kommunen und auch Hochschulen "zur Visitenkarte für nachhaltiges Handeln geworden", sagt IPR-Sprecher Ulrich Feuersinger. Tatsächlich liegen die Preisträger mit Blick auf das Papier-Recycling insgesamt voll im Trend. Das zeigt der Blick auf die deutsche Altpapierverwertungsquote. Sie spiegelt den Anteil wider, den Altpapier am Papierverbrauch insgesamt hat. 

Und auch bei der so genannten Einsatzquote geht die Kurve stetig nach oben. Bei ihr geht es um den Altpapier-Anteil, den die deutsche Industrie bei der Produktion verwendet. 2019 betrug der nach Angaben des Verbands Deutscher Papierfabriken (vdp) 78 Prozent. Das sind 15 Prozent mehr als noch im Jahr 2000.

Deutlich mehr Verpackungsmaterial recycelt

Papier ist allerdings nicht gleich Papier. In die Statistik fließt nämlich nicht nur das ein, was für Drucker und Kopierer gebraucht wird, sondern auch Hygienepapier, Zeitungspapier und Verpackungsmaterial. Für die letzten beiden Kategorien wird bei der Herstellung mittlerweile fast ausschließlich Altpapier verwendet. Und im Vergleich zum grafischen Papier, zu dem unter anderem Büro- und Zeitungspapier gehört, ist der Markt für Verpackungsmaterial deutlich größer und schlägt deshalb besonders zu Buche.

Tatsächlich ist nämlich gerade im Büro noch Luft nach oben. Denn während die 99 deutschen Groß- und Mittelstädte, die am "Papieratlas" teilgenommen haben, eine Recyclingquote von stolzen 91 Prozent (ein Plus von 25 Prozent gegenüber 2010) vorweisen können, sieht es in den nicht-amtlichen Büros noch immer eher mau aus: Auf insgesamt nur 18 Prozent schätzt die IPR den Marktanteil von Recycling-Büropapier insgesamt.

Altpapier reduziert Holz- und Energieverbrauch

Dass dabei der Effekt groß wäre, rechnet das Umweltbundesamt vor: Ein Paket mit 500 Blatt aus Altpapier spart im Vergleich zu neuem Papier 5,5 Kilo Holz ein – und außerdem so viel Energie, wie man bräuchte, um 525 Tassen Kaffee zu kochen.

Und noch ein weiterer Faktor gießt ein wenig Wasser in den Wein: Zwar ist der Papier-Konsum insgesamt leicht rückläufig, trotzdem verbrauchen die Deutschen trotz zunehmender Digitalisierung immer noch deutlich mehr Papier als andere Länder. Weltweit liegen sie sogar auf Platz vier.

Die Corona-Krise hat in der Branche dabei übrigens Spuren hinterlassen. Zwischen Januar und August ging die Produktion um knapp fünf Prozent zurück. Besonders betroffen war der Bereich der grafischen Papiere. Bei den Verpackungen gab es dagegen ein leichtes Plus, die Produktion von Hygienepapier nahm sogar um 3,8 Prozent zu. Ein Grund dafür: der Hype mit dem Klopapier im Frühjahr.

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