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Wechsel an der Amazon-Spitze - Wie Amazon ohne Bezos erfolgreich sein will

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Amazon-Gründer Jeff Bezos zieht sich aus dem aktiven Geschäft zurück. Seinen Platz an der Konzernspitze übernimmt Andy Jassy. Was hat sein Nachfolger nun vor?

Jeff Bezos
Nach fast drei Jahrzehnten legt Bezos die Amazon-Konzernleitung nieder
Quelle: imago

Der reichste Mann der Welt, Amazon-Gründer Jeff Bezos, gibt auf den Tag genau 27 Jahre nach der Gründung des Onlinehändlers die Konzernführung ab. Es übernimmt der Kronprinz, der 57-jährige Andy Jassy, das Ruder. Keine leichte Aufgabe.

Vom Online-Buchladen zum Weltkonzern

Er hat Amazon aus einer Garage heraus vom Online-Buchhändler zum weltumspannenden Gemischtwarenladen per Mausklick gemacht. Jeff Bezos blickt auf eine beispiellose Karriere zurück. Nun zieht sich der 57-Jährige zurück.

Wally Funk (2018)

Amazon-Chef auf Raumfahrtmission - Bezos: Mit 82-Jähriger ins All 

Auf seine Jungfernfahrt in den Orbit nimmt Amazon-Gründer Bezos neben seinem Bruder einen besonderen Gast mit: eine 82-jährige Ex-Pilotin. Der Testflug soll zehn Minuten dauern.

Seine nächste Mission: abermals nach den Sternen greifen. Er will mit seinem Raumfahrtunternehmen "Blue Origin" ins Weltall fliegen. Damit erfüllt sich Bezos einen Lebenstraum und startet damit den Weltraumtourismus. Ein Platz neben ihm und seinem Bruder in der Rakete wurde gerade für 28 Millionen US-Dollar versteigert.

Andy Jassy übernimmt Konzernführung

Hier auf Erden soll der gleichaltrige Andy Jassy dafür sorgen, dass es bei Amazon weiterläuft. Eine Mammutaufgabe, denn die Fußstapfen von Jeff Bezos sind groß. Wie bei Steve Jobs von Apple oder Elon Musk von Tesla verbindet man mit mächtigen Konzernen nicht nur Milliardenumsätze, sondern auch das Charisma der Köpfe an der Konzernspitze.

Die Deutschen shoppen öfter online - vor allem bei Amazon. Der stationäre Einzelhandel dagegen steckt in einer tiefen Krise. ZDFzeit fragt: Wo ist der Einkauf besser und warum?

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Ob Jassy dieses Charisma mitbringt, wird er nicht nur seinen Aktionären beweisen müssen. Bislang leitete er das Cloud-Geschäft bei Amazon, die Cash Cow sozusagen. Nur logisch also, dass man ihn nun an die Spitze setzt.

Cloud-Plattform AWS liefert Hälfte des Konzerngewinns

Dieser virtuelle Speicherplatz wirft das meiste Geld ab. Schon längst verdient Amazon den Großteil seines Umsatzes nicht mehr mit dem Onlinehandel, sondern mit IT-Services.

Amazons Cloud-Plattform AWS, die von vielen Unternehmen und Apps genutzt wird, hat zuletzt den Umsatz im jüngsten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel auf 13,5 Milliarden und das Betriebsergebnis um über 35 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar gesteigert. Damit lieferte AWS zuletzt fast die Hälfte des Konzerngewinns von Amazon.

Jeff Bezos ist der reichste Mann der Welt, denn Amazon schreibt Erfolgsgeschichte. Doch der stetige Aufstieg des Konzerns gibt Grund zur Sorge.

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Amazon will expandieren

Auch einen Streaming-Dienst für Filme, Serien und Musik bietet Amazon an. Hinzu kommen die Themen Robotik und Künstliche Intelligenz, mit denen sich Amazon zunehmend beschäftigt. Doch damit nicht genug. Amazon will expandieren.

Es ist zwar kaum vorstellbar, bei einem, der schon alles hat – aber die Bereiche Online-Medikamente oder Online-Logistik, die fehlen noch. Hier kann und soll noch ausgebaut werden. Und auch online Essen bestellen soll ausgebaut werden. Also ist "Amazon Fresh" gerade auf bestem Wege, sich als Online-Lieferservice für Lebensmittel zu etablieren.

Andy Jassy wird neuer Amazon-Chef. Archivbild
Andy Jassy wird neuer Amazon-Chef.
Quelle: Isaac Brekken/AP/dpa

Amazon als Ausbeuter?

Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Das war schon immer so und so ist es auch beim Internetriesen. Immer wieder macht Amazon Negativschlagzeilen, wenn es ums Menschliche geht. Deshalb gehen Amazon-Mitarbeiter auch immer wieder auf die Straße und streiken für ihre Rechte. Ziel ist, die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels durchzuboxen.

Das Logo des Online-Versandhändlers Amazon an einem Logistikzentrum in Dortmund. In mehreren Versandzentren von Amazon ruft die Gewerkschaft Verdi zu einem zweitägigen Streik auf.

Tarifvertrag gefordert - Amazon: Verdi ruft zu Streik auf 

Verdi hat die Beschäftigten des Onlinehändlers Amazon in mehreren Versandzentren zum zweitätigen Streik aufgerufen. Ziel: Abschluss eines Tarifvertrags für die 13.000 Mitarbeiter.

Außerdem fordern sie einen Tarifvertrag für gute und gesunde Arbeit. Diese Wünsche stehen immer wieder auf der Agenda der Mitarbeiter Amazons. Bisher aber ohne durchschlagenden Erfolg. Und noch ein Thema kehrt immer wieder. Amazon nutze, wie so viele andere Weltkonzerne auch, Steuerschlupflöcher, um sich am Fiskus vorbeizuschmuggeln.

Bezos wechselt in den Aufsichtsrat

Amazon investiert viel Zeit, sich auf neue Geschäftsfelder zu konzentrieren. Doch es sollte auch mal Zeit dafür sein, sich kritisch zu hinterfragen – in Sachen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit zum Beispiel. Amazon könnte hier noch an mancher Stellschraube drehen.

Andy Jassy kann es nun angehen und wird sich beweisen müssen, wohin der große Internetriese steuert. Und wenn es brenzlig wird, kann er weiterhin Jeff Bezos zu Rate ziehen. Er wird in den mächtigen Aufsichtsrat von Amazon wechseln und damit im Hintergrund die Fäden ziehen. Aber erst später… Denn jetzt geht es für Jeff Bezos erstmal ab ins All!

Sina Mainitz ist Redakteurin in der ZDF-Wirtschaftsredaktion.

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