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Forderung von Yellen und Biden : Amazon offen für höhere Unternehmenssteuer

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Amazon-Chef Bezos spricht sich für höhere Unternehmenssteuern aus - wohl nicht ohne Hintergedanken. Zuvor kam von der US-Finanzministerin ein bemerkenswerter Vorschlag.

Amazon-Chef Jeff Bezos.
Amazon-Chef Jeff Bezos.
Quelle: Cliff Owen/AP/dpa/Archiv

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon steht seit Langem wegen Steuervermeidung in der Kritik, jetzt spricht sich ausgerechnet Konzerngründer und Firmenchef Jeff Bezos für höhere Abgaben aus. "Wir unterstützen eine Anhebung des Unternehmenssteuersatzes", erklärte Bezos am Dienstag in einer im Firmenblog von Amazon veröffentlichten Stellungnahme.

Der Multimilliardär ermutigte Kongress und Regierung zu einer "richtigen, ausgewogenen Lösung, die die Wettbewerbsfähigkeit der USA aufrechterhält oder erweitert".

Wir sehen ein, dass diese Investition Zugeständnisse von allen Seiten erfordert.
Jeff Bezos, Amazon CEO

Globaler Mindeststeuersatz für Unternehmen gefordert

Die Aussagen von Bezos erfolgen vor dem Hintergrund eines billionenschweren Infrastruktur-Investitionsprogramms, das US-Präsident Joe Biden plant, und das zum Teil durch stärkere Unternehmensbesteuerung finanziert werden soll. Biden schlug vor, den Unternehmenssteuersatz von 21 Prozent auf 28 Prozent zu erhöhen. Die oppositionellen Republikaner haben das Vorhaben scharf kritisiert. 

Amazon würde von solchen Investitionen in Straßen, Brücken, Flughäfen und Breitband-Internet profitieren. Auch Unternehmensverbände in den USA haben von der Regierung den Ausbau der Infrastruktur gefordert, Bidens Ruf nach höheren Steuern aber abgelehnt.

Die Debatte um höhere Abgaben an den Fiskus war am Montag durch US-Finanzministerin Janet Yellen weiter angefacht worden, die einen globalen Mindeststeuersatz für Unternehmen forderte. Der Vorschlag dürfte auch bei der Videokonferenz der G20-Finanzminister am Mittwoch ein Thema sein.

Joe Biden will 2,3 Billionen in die Verbesserung der US-Infrastruktur stecken. Es sei die größte Investition in Arbeitsplätze seit dem Zweiten Weltkrieg, erklärte der Präsident.

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Kritik an Amazon wegen Steuer-Tricks und Anti-Gewerkschafts-Kurs

Dass Bezos oder Amazon sich öffentlich zu politisch brisanten Themen äußern, ist eigentlich ungewöhnlich. Allerdings steht der Konzern unter Druck und kann positive PR derzeit gut gebrauchen. US-Präsident Biden hatte Amazon jüngst bei einer Rede als eines der Unternehmen gerügt, die gesetzliche Schlupflöcher nutzen, um Steuerzahlungen zu vermeiden.

Amazon steht seit langem in der Kritik, weil es viele Jahre in den USA praktisch keine Steuern auf Bundesebene zahlte, obwohl der Online-Riese mittlerweile auf einen Marktwert von 1,6 Billionen Dollar angewachsen ist. Das hat sich inzwischen geändert: Im vergangenen Jahr meldete der Konzern mit Sitz in Seattle Erträge von 20,2 Milliarden Dollar und überwies dafür 1,7 Milliarden Dollar Steuern an die Regierung. Das entsprach einem Steuersatz von acht Prozent.

Außerdem ließ eine Abstimmung in Alabama, durch die erstmals eine US-Gewerkschaft Einzug bei Amazon halten könnte, die Debatte um die Arbeitsbedingungen des Konzerns wieder hochkochen.

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