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Neue Amazon-Quartalszahlen - Klick mich reich!

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Online-Händler Amazon hat gigantische Quartalszahlen vorgelegt. Die Schattenseiten des Erfolgs: mangelnde Arbeitnehmerrechte und Steuervermeidung.

Indien, Bengaluru: Das Logo des Konzerns "amazon".
Das Cloud-Geschäft boomt - was plant der Online-Riese als nächstes?
Quelle: Reuters

"Bücher kauft man nicht am Amazonas", so hieß es mal bei stationären Buchhändlern, die um ihren Umsatz fürchten mussten. Denn so fing es bei dem E-Commerce- und Cloud-Giganten ursprünglich einmal an: Amazon begann sein Geschäft einmal mit dem Verkauf von Büchern.

Inzwischen bekommt man bei Amazon alles: Von Kosmetik bis Katzenfutter liefert Amazon frei Haus.

Und mittlerweile besteht Amazon auch aus einem weitläufigen Händlernetz, das über Amazon verkauft. Viele Einzelhändler generieren während des Shutdowns ihre Umsätze via Amazon, wenn die Läden geschlossen bleiben müssen.

Amazon steht auch für schlechte Arbeitsbedingungen

Heute bestellt, morgen geliefert, in diesen Nutzen kommen Prime-Kunden. Schneller geht es kaum. Doch das Ganze hat auch seinen Preis und den zahlen nicht selten die Mitarbeiter. Immer wieder ist von "Ausbeutung" der Belegschaft die Rede, Streiks in verschiedenen Amazon-Standorten in Deutschland machen regelmäßig Schlagzeilen, zuletzt mitten im Shutdown vor Weihnachten.

Einige Amazon-Mitarbeiter haben vor Weihnachten gestreikt: Sie forderten einen Tarifvertrag.

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Die Beschäftigten kämpfen für die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels und fordern den Abschluss eines Tarifvertrages für gute und gesunde Arbeit. Kurios für Außenstehende: Trotz der Streiks schafft es Amazon, pünktlich die Päckchen zu liefern.

In konjunkturschwächeren Regionen stellt Amazon seine Lager auf und sichert somit dort auch Arbeitsplätze. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist - Arbeitsplätze ja, faire Arbeitsbedingungen nein.

Gibt es bald eine Amazon-Bank?

"Too big to fail" - zu groß, um pleite zu gehen. So lautete damals in der Finanzkrise 2008 das Motto, warum Konzerngiganten bzw. Banken Milliardenhilfen bekommen haben. Amazon entwickelt sich in vielen Bereichen auch zu solch einem Giganten.

Inzwischen ist der Konzern auch im Cloud-Geschäft aktiv, will heißen, er stellt internetbasierten Speicherplatz für seine Kunden bereit. Und was wäre der nächste Schritt bei Amazon - nach der Cloud eine eigene Amazon-Bank vielleicht, um weiter zu expandieren?

Europa könnte beim Internet-Giganten viel Geld holen

Immer wieder steht Amazon in der Kritik, dort zu wenig Steuern zu zahlen, wo das meiste Geld verdient wird. Steuervermeidung heißt das Ganze. Amazon ist ein Weltkonzern, dem es gelingt, dann und wann am Fiskus vorbei zu wirtschaften. Damit steht Amazon übrigens nicht alleine da. Starbucks ist auch so ein Fall.

Mit einem neuen Digitalpaket will die EU-Kommission Tech-Giganten wie Amazon oder Google in die Schranken weisen.

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Um diesem Thema den Garaus zu machen, müssten in Europa einheitliche Steuergesetze her. Natürlich hat jedes Land das Bestreben, etwas vom Steuerkuchen Amazons abzubekommen, doch inwiefern legt sich Europa wirklich mit dem Internetriesen an, der viele Jobs stellt? Frei nach dem Motto: "Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass."

Dabei wäre gerade jetzt in der Corona-Krise die Gelegenheit, über Steuern Geld einzutreiben. Die Pandemie zieht massenhaft Insolvenzen nach sich. Dahinter stehen Existenzen und Schicksale, Milliardenhilfen fließen, aber diese Hilfen müssen auch irgendwie gegenfinanziert werden.

Amazon wird nicht ewig Rekorde jagen

Es könnte bei Amazon vielleicht etwas ruhiger werden, wenn der Frühling kommt, die Geschäfte irgendwann wieder öffnen dürfen und man wieder entspannt durch die Städte flanieren darf. Dass das allerdings die Erträge beträchtlich schmälern wird, ist unwahrscheinlich. Ob Amazon aber noch von Rekord zu Rekord eilen wird, ist fraglich. Ganz oben wird die Luft dünner.

Sina Mainitz ist Redakteurin im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

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