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Amazon vs. Visa : Streit über die Zukunft des Online-Bezahlens

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Amazon UK wollte Visa nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptieren. Zu teuer, so Amazon. Kann es auch in Deutschland Streit geben? Es geht um mehr als Gebühren.

Archiv:  Eine Frau tippt die Nummer ihrer Kreditkarte in ein Laptop.
Amazon und Visa streiten über die Zukunft des Online-Bezahlens.
Quelle: dpa

Wegen eines Streits über Gebühren hatte Amazon im November angekündigt, Visa-Karten in Großbritannien ab Mitte Januar nicht mehr anzunehmen. Doch nun rudert Amazon zurück und arbeitet mit Visa an einer Lösung. Vorerst dürfen die Kreditkarten des Unternehmens weiterhin genutzt werden.

Könnte ein Streit auch Kunden in Deutschland treffen? Nein. Denn anders als in Großbritannien sind die Kosten für einen Einsatz der Kreditkarte in der Europäischen Union gedeckelt.

Brexit hat Folgen für Kreditkartengebühren

Die Händler, die eine Kreditkarte als Zahlungsmittel akzeptieren, müssen dafür an die Kreditkartenfirmen zwar eine Gebühr zahlen. Die aber ist in der Europäischen Union seit dem Inkrafttreten der Zahlungsdienste-Richtlinie (PSD II) auf 0,3 Prozent des Kaufbetrags begrenzt, diese Richtlinie musste bis Anfang 2018 in nationales Recht umgesetzt werden.

Das galt auch für die Briten - bis sie aus der EU ausgetreten sind. Mit dem Brexit unterliegt Visa nicht den EU-Regularien der "Interchange fee" für Kreditkarten. Inzwischen verlangt Visa 1,5 Prozent an Gebühren in Großbritannien.

Auch Visa-Konkurrent Mastercard hat den Brexit dazu genutzt, die Gebühren oberhalb der 0,3 Prozent anzusetzen, aber maßvoller gehandelt, sagt Stefan Huch, Zahlungsverkehrsexperte der Unternehmensberatung Capgemini.

Experte: Amazon Pay soll Visa Konkurrenz machen

Da rangelten zwei Digitalriesen miteinander - und es gehe um nichts weniger als die Zukunft des Bezahlens, glaubt Claudio Zeitz-Brandmeyer, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband. Amazon wolle offenbar Visa die Stirn bieten.

In der Europäischen Union wird Amazon aber die Muskeln vorerst wohl nicht spielen lassen. Dennoch geht es auch auf dem Kontinent um die Frage, wie die Kunden künftig ihre Online-Einkäufe bezahlen.

Solange es genügend Alternativen und damit Wettbewerb gibt, können Verbraucher auf andere Bezahlverfahren ausweichen.
Claudio Zeitz-Brandmeyer, Verbraucherschützer

Lastschrift - beliebtes deutsches Bezahlverfahren

Welche Alternativen es da gibt, das passen Amazon und andere große E-Commerce-Händler an die jeweiligen Gepflogenheiten des Landes an. So kann man in Deutschland etwa bei Amazon bezahlen mit einer Kredit- oder Debitkarte (von Visa, Mastercard oder American Express), vom Bankkonto per Lastschrift, aber auch auf Rechnung (mit dem ausdrücklichen Vermerk: "bei pünktlicher Zahlung ohne weitere Gebühren").

Eine Lastschrift sei ein beliebtes deutsches Bezahlverfahren im E-Commerce, erklärt Zahlungsverkehrsexperte Huch. Denn die Deutschen haben eine gute Zahlungsmoral. In Spanien und Italien sehe das mitunter schon anders aus, weshalb dort Online-Händler diese Zahlungsart nicht priorisierten.

EU treibt Alternative zu Apple Pay und Google Pay an

Auffällig aber ist: Auch in Europa dominieren die amerikanischen "Big Techs" wie Paypal oder eben Amazon Pay, Apple Pay oder Google Pay den Markt. Dem will die EU etwas entgegensetzen und treibt deshalb die Europäische Zahlungsverkehrsinitiative (EPI) voran.

Ein Milliardenprojekt, sagt Huch, Kosten, die sich womöglich erst in 30 oder 40 Jahren rentierten. "Wenn EPI gut ausgestaltet wird, dann wird das den Wettbewerb im Sinne der Verbraucher fördern", sagt Zeitz-Brandmeyer vom VZBV.

Das größte Problem dabei ist: Die Banken in den EU-Ländern müssen da zunächst zueinander finden. Der politische Wille ist bei ihnen zwar da - ob der sich auch umsetzen lässt, das bleibt abzuwarten.

Hohe Schulden durch Online-Shopping? Keine Seltenheit. Im Internet teilen junge Menschen ihre Erfahrungen mit Konsumschulden.

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