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Kampf gegen Missbrauchsbilder - Apple kippt Foto-Überwachungspläne - vorerst

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Nach vielfachen Protesten muss Apple das Konzept nochmal überdenken: Das angekündigte System zum Aufspüren von Missbrauchs-Bildernn kommt doch nicht - vorerst.

Das Logo von Apple am Eingang zum Apple-Store in New York, USA
Verschiebt Bildabgleich: Apple
Quelle: Reuters

Apple verschiebt die Einführung einer Funktion gegen Inhalte mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern in den USA.

Ausgehend von den Rückmeldungen von Kunden, Interessengruppen, Forscherinnen und Forschern sowie anderen haben wir uns entschlossen, in den kommenden Monaten noch mehr Zeit zu investieren.
Apple

Man wolle sich Zeit für weitere Anregungen und Verbesserungen am System nehmen, ehe die wichtigen Tools herauskämen, hieß es in einem Post, den das Unternehmen auf einer Webseite mit Informationen zum Projekt veröffentlichte.

Im August hatte Apple bekanntgegeben, an einem System zu arbeiten, mit dem sich Fotos auf Geräten von US-Nutzern vor dem Hochladen in den eigenen Speicherdienst iCloud mit bekannten Missbrauchsbildern abgleichen ließen.

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Experten warnen vor Bezichtigung Unschuldiger

Die Verschiebung führte Apple unter anderem auf Feedback von Kunden, Organisationen und Wissenschaftlern zurück. Zunächst hieß es, dass die Änderungen noch im laufenden Jahr im Rahmen von Aktualisierungen des Betriebssystems für iPhones, Macs und Apple Watches eingeführt werden sollten. Geplant war auch eine separate Funktion, über die in verschlüsselten Nachrichten von Nutzern mögliches eindeutig sexuelles Material aufgespürt werden solle.

Matthew Green, ein Experte für Kryptographie an der Johns Hopkins University, warnte jedoch, dass das System für die fälschliche Bezichtigung unschuldiger Personen missbraucht werden könne. Sie könnten vermeintlich harmlose Bilder bekommen, die beim Bildabgleich für Kindesmissbrauchsdarstellungen angebliche Treffer landen. Apples Algorithmus könnte dadurch ausgetrickst und die Sicherheitsbehörden alarmiert werden, erklärte Green. Ähnlich äußerten sich Datenschutzaktivisten.

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Kryptograph bezeichnet Apples Aufschub als richtig

Kurz darauf meldete ein Entwickler, es sei ihm gelungen, die Funktion für den Bilderabgleich auszulesen. Das System kann gewissermaßen digitale Fingerabdrücke erkennen, die ein Bild repräsentieren.

Green bezeichnete Apples Aufschub als richtigen Schritt. Er rate dem Konzern zum Austausch mit der Tech-Szene, politischen Entscheidern und der Allgemeinheit, ehe solch große Änderungen vorgenommen würden, die die Privatsphäre der Fotobibliotheken aller Nutzer bedrohten.

Kritik auch aus der FDP

Kritiker sprachen von einem Dammbruch, weil Apple anlasslos und permanent eine Durchsuchung nach illegalen Inhalten auf den Geräten der Anwender durchführen wolle. Gegen die Pläne von Apple hatte auch der Vorsitzende des Bundestagsausschusses Digitale Agenda, Manuel Höferlin (FDP), in einem offenen Brief an Apple-Chef Tim Cook protestiert.

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