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Ex-Audi-Chef Stadler vor Gericht

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Prozessauftakt im Diesel-Skandal - Ex-Audi-Chef Stadler vor Gericht

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Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler muss sich vor Gericht verantworten. Im Kern geht es um die Frage, wann wer was von den Abgas-Manipulationen wusste.

In der Diesel-Affäre muss sich Ex-Audi-Chef Rupert Stadler als erster Top-Manager aus dem VW-Konzern vor Gericht verantworten. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

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Vier Angeklagte müssen sich ab Mittwoch vor Gericht wegen Diesel-Abgasmanipulationen verantworten. Unter ihnen ist Ex-Audi-Chef Rupert Stadler. Der streitet bis heute ab, etwas von den Manipulationen gewusst zu haben.

Angesetzt ist der Mammutprozess bis voraussichtlich Ende 2022. Im Kern geht es um die Frage, ob und wann der Audi-Chef von den Abgasmanipulationen wusste. Es ist der erste Strafprozess gegen einzelne Personen und Entscheider, die an dem großangelegten Betrug mitgewirkt haben könnten.

Ex-Audi-Chef Stadler steht ab heute vor Gericht und muss sich für hunderttausendfachen Betrug verantworten. ZDF-Korrespondent Jürgen Bollmann über die Besonderheiten des Verfahrens.

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Was wusste Stadler von den Manipulationen?

Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung lauten die Vorwürfe. Kurz: Es geht im Fall des Ex-Audi-Chefs nicht um die Frage, ob er die Manipulationen veranlasst hat. Sondern darum, dass er die Autos noch weiter verkauft hat, obwohl er möglicherweise von den Manipulationen Kenntnis hatte.

Im September 2015 geht das Beben des Betrugsskandals für den Volkswagen-Konzern in den USA los. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn ist daraufhin an der Spitze des Wolfsburger Konzerns untragbar; Rupert Stadler dagegen bleibt im Amt.

Seit Ende Mai 2018 schließlich gilt auch Stadler als Beschuldigter, Mitte Juni wandert er wegen Verdunkelungsgefahr für einige Monate in Untersuchungshaft. Anfang Oktober 2018 wird er bei Audi schließlich gefeuert.

Ein Audi-Mitarbeiter will umfassend aussagen

Neben ihm auf der Anklagebank sitzen: Der frühere Porsche-Vorstand und ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung Wolfgang Hatz. Er soll mit zwei weiteren und ihm untergebenen Kollegen an der Software-Manipulation mitgewirkt haben.

Gleiches gilt für den früheren Dieseltechnik-Leiter Giovanni P. und seinen Ex-Mitarbeiter Henning L., die auf Anweisung "von oben" gehandelt haben sollen. Hatz will nach Angaben seines Anwaltes umfassend aussagen.

Spannend wird es, wenn Mitangeklagte wie Herr Hatz, die mit im Boot saßen, aussagen, um ihre eigene Haut zu retten.
Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz

Die Aktionärsschützer haben auch eine aktienrechtliche Sonderprüfung angestoßen. Denn mit dem Skandal sind die Aktien des Konzerns abgestürzt und haben bei Anlegern einen milliardenschweren Schaden hinterlassen.

Lässt sich vorsätzliches Handeln nachweisen?

Ob der frühere Audi-Chef letztlich verurteilt wird, ist ungewiss. Denn die Staatsanwaltschaft muss ihm vorsätzliches Handeln nachweisen. Sie muss also beweisen, dass er von den Abschaltvorrichtungen wusste und die Autos trotz dieses Wissens nach September 2015 noch verkauft hat.

Der öffentliche Prozess könnte in der Folge für mehr Transparenz und eine bessere Unternehmensführung in den Konzernen führen
Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Universität Duisburg

Für geschädigte Verbraucher sei dieses Verfahren hingegen weniger wichtig, so Autoexperte Dudenhöffer. Denn diese Fragen seien in den meisten Fällen bereits durch Kompromisse und Vergleiche beigelegt worden.

Zuletzt hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass Verbrauchern grundsätzlich Schadenersatz zusteht, wenn sie ein abgasmanipuliertes Auto aus dem Volkswagen-Konzern vor 2015 gekauft haben.

Anspruch auf Schadenersatz -
Volkswagen muss Diesel-Käufer entschädigen
 

Der Käufer eines manipulierten VW-Diesel-Fahrzeuges kann von Volkswagen den Kaufpreis zurückfordern. Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschieden. Ein Urteil mit Folgen.

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Dieselgate 2.0?

Ralf Stoll von der Rechtsanwaltskanzlei Stoll & Sauer, die auch den Verbraucherzentrale Bundesverband in der VW-Musterfeststellungsklage vertreten hat, erhofft sich durch den Prozess Aufklärung über den ursprünglichen Dieselskandal hinaus. "Wir als Verbraucher-Kanzlei erhoffen uns einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung von Dieselgate 2.0. Denn es gibt Hinweise, dass VW mit den Tricksereien am Abgassystem nie aufgehört hat."

So deuteten Gerichten vorliegende Fakten darauf hin, dass auch bei neueren Generationen von Dieselmotoren wie EA288, EA897 und EA896 an der Abgasreinigung manipuliert wurde.

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