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Fallende Kurse an der Frankfurter Börse

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Auswirkungen des Coronavirus - Fallende Kurse an der Frankfurter Börse

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Der Dax fällt und Anleger sind beunruhigt. Grund der schwächelnden Wirtschaft: das Coronavirus. Analysten sehen jedoch keinen Crash, sondern nur eine Korrektur.

Aldi, Lidl und Co. berichten von Hamsterkäufen, die Berliner Reisemesse ist abgesagt, der Dax im Sinkflug. Und das, obwohl das Robert Koch-Institut auch heute von geringen bis mäßigen Gefahren spricht. Wirtschaft und Börsen sind ernsthaft infiziert.

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Der Frankfurter Börse geht es ganz und gar nicht gut: Es scheint, als ob auch der Dax vom Coronavirus infiziert sei. Börsenexpertin Sina Mainitz gibt eine Einschätzung zur aktuellen Lage.

An der Börse steppt der Bär…

… und das bedeutet an diesem Freitag an der Frankfurter Börse überhaupt nichts Gutes. Denn der Bär steht für fallende Kurse. Am Freitag nach der närrischen Zeit herrscht am Parkett erhebliche Katerstimmung. So tief wie heute senkt der Bär sein Haupt selten.

Ganze fünf Prozent fiel der Dax zum Handelsstart ins Minus, unter die psychologisch wichtige 12.000er Marke. Hart gelandet war er dann bei 11.724 Punkten. So ein Minus am deutschen Aktienmarkt hat man hier zuletzt in Zeiten der Griechenland-Krise gesehen.

Coronavirus verschreckt die Anleger

Die Angst vor der weiteren Ausbreitung des Coronavirus sitzt tief. "Wir sind alle keine Virologen, wir wissen nicht, was kommt", sagt Martin Lück, Chefstratege beim Vermögensverwalter Blackrock. Genau das ist die Gefahr. Denn nichts ist für die Börse so gefährlich wie Unsicherheit und Angst. Anleger brauchen Planungssicherheit.

Sie wollen wissen, ob sich ihr Investment lohnt. In diesen Zeiten äußerst fraglich, wohin die Reise geht. Wobei mir beim Thema Reisen direkt einfällt, wie sehr die Tourismusbranche und allen voran die Fluggesellschaften wirtschaftlich unter der Corona-Krise leiden.

Börsenhändler an der Börse in Frankfurt/Main

Corona-Angst an den Börsen -
Dax sackt weiter ab - Schwächste Woche seit 2011
 

Die Angst vor den Corona-Folgen setzt den Börsen weltweit zu. Der Dax sackt zum Handelsstart um fast vier Prozent ab. Die Anleger erleben die schwärzeste Woche seit 2011.

Rezessionsangst macht sich breit

Sei es der fallende Ölpreis oder der steigende Goldpreis, die Absage der Genfer Uhrenmesse und die Absage des Genfer Autosalons oder die Absage diverser Geschäftsreisen gen China. Corona lähmt inzwischen normale Abläufe. Der Schmierstoff der Wirtschaft verliert an Wert, die Krisenwährung Gold legt zu. Deutsche Spediteure leiden, weil aus China weniger Containerschiffe nach Deutschland kommen.

Die ersten europäischen Länder, allen voran Italien, haben Rezessionsängste. In Deutschland beantragen die ersten Firmen bei der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeitergeld. Schaut man sich an der Frankfurter Börse die Kommentare der Analysten an, schockt heute Robert Halver von der Baader Bank in seinem wöchentlichen Newsletter mit der Überschrift "Lehman 2.0" und spielt auf den Vergleich zur Pleite der Lehman Brothers Bank im September 2008 an. Ganz so schlimm sehen die Folgen des Coronavirus aber die wenigsten am Parkett.

"Kein Crash sondern nur Korrektur"

Nun darf man bei aller Unsicherheit nicht vergessen, dass wir am 22. Januar dieses Jahres ein Allzeithoch am deutschen Aktienmarkt hatten. Der Dax war auf 13.640 Punkte geklettert. Optimisten sahen da schon die 14.000er Marke in greifbarer Nähe. Doch dann durchkreuzte ein klitzekleiner Erreger mit riesiger Wirkung die Pläne eifriger Anleger.

"Heute findet kein Crash, sondern nur eine Korrektur statt" sagt Oliver Roth, Analyst vom Bankhaus Oddo Seydler. Also alles nicht so schlimm? Zumindest der Dax hat sich wieder leicht berappelt und ist "nur" noch rund drei Prozent im Minus. Von Entwarnung kann noch lange keine Rede sein. Zu einer Aussage über den Zeitpunkt, wann es am Aktienmarkt wieder bergauf geht, lässt sich keiner hinreißen.

Der Blick in die Glaskugel ist für Mediziner und Börsianer gleich schwierig. Covid-19, der Erreger des Coronavirus, ist anders, neu und unberechenbar. Merklich steigende Kurse dürfte es erst wieder geben, wenn bei Anlegern die Zuversicht zurückkehrt. Bleibt nur die Hoffnung auf baldige Genesung und Besserung – für die Wirtschaft, aber allen voran für alle Patienten, Ärzte, Pfleger und Forscher im Kampf gegen das Virus.

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus lesen Sie in unserem Liveblog:

Coronavirus-Illustration.

Liveblog zum Coronavirus -
Wie die Welt gegen das Coronavirus kämpft
 

Lockerungen, Suche nach dem Impfstoff, milliardenschwere Wirtschaftshilfen - verfolgen Sie alle Entwicklungen zum Coronavirus in Deutschland und weltweit im Liveblog.

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