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Aktuelle Studie : Darum boomt die Autobranche wieder

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Der Automarkt kommt schneller wieder aus der Krise, als von vielen erwartet. Vor allem deutsche Unternehmen haben bei Umsatz, Gewinn und Marge gut abgeschnitten. Woran liegt das?

Sachsen, Leipzig: Mitarbeiter im BMW-Werk Leipzig arbeiten in der Montage des I8. Archivbild
Die Automobilindustrie scheint sich schneller vom Corona-Schok zu erholen, als erwartet. Hier Mitarbeiter im BMW-Werk Leipzig. (Archivbild)
Quelle: dpa

Laut einer aktuellen Studie der Beratungsgesellschaft EY kommt vor allem die deutsche Autobranche schneller wieder aus der Krise, als bisher gedacht. Demnach haben sich die Geschäftszahlen der Automobilindustrie im ersten Quartal 2021 stark erholt.

Der Umsatz der 16 größten Autokonzerne weltweit ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund zehn Prozent gestiegen. Der Gewinn hat sich vervierfacht. Damit liegt er über dem Vorkrisenniveau, wenn auch die Zahl der verkauften Autos noch dahinter zurück bleibt. Warum es so schnell bergauf geht? Hier sind fünf Gründe für den Boom.

Die deutsche Autoindustrie ist Arbeitgeber für Millionen und eine wichtige Stütze des Wohlstands - auch dank ihrer guten Beziehungen zur Politik. Dann kommt die Krise.

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29 min
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1. Erhöhte Nachfrage aus China

China boomt wieder. Die Nachfrage der Chinesen nach Autos "Made in Germany" ist ungebrochen. In der Pandemie hat sie zwar eine kleine Verschnaufpause eingelegt, nun möchten betuchte Chinesen aber gerne wieder das Steuer selbst in die Hand nehmen. Am liebsten am Lenkrad eines deutschen Premiumherstellers.

Der Absatz der deutschen Unternehmen Volkswagen, BMW und Daimler stieg um 66 Prozent. Im zweitwichtigsten Automarkt USA lag das Plus bei 21 Prozent.

2. Krise als Chance genutzt

Aus der Not eine Tugend gemacht haben deutsche Autohersteller und Zulieferer in Zeiten leerer Autohäuser. Die Corona-Pandemie und den Shutdown haben sie genutzt, um sich zu restrukturieren. Es wurde umgebaut, verschlankt und der Fokus aufs Wesentliche gerichtet.

Längst überfällige Investitionen, die Hersteller vielleicht fünf bis zehn Jahre vor sich her geschoben haben, wurden endlich getätigt. Das kommt der Branche nun, da die Nachfrage wieder anzieht, zugute.

3. Des einen Freud – des anderen Leid

In der Pandemie sind viele umgestiegen – sei es aufs Rad oder ins eigene Auto. Der öffentliche Nahverkehr wurde eher gemieden, und leidet weiterhin unter fehlenden Kunden. Der Fahrradmarkt brummt.

Doch so mancher hat dann auch in ein Auto investiert, um den Menschenmassen in Bussen oder Bahnen zu entgehen, wenn ihn oder sie der Weg doch mal aus dem Homeoffice heraus getrieben hat. Besonders Hersteller, die auch kleinere Autos in ihrer Flotte haben, wie zum Beispiel VW, konnten hiervon profitieren.

4. Mobilitätsoffensive der Bundesregierung wirkt

Lange hat es gedauert – aber so langsam nimmt die Mobilitätsoffensive der Bundesregierung Fahrt auf. Wer sich jetzt ein E-Auto kaufen möchte, wird mit einer Prämie von bis zu 9.000 Euro belohnt. Für Plug-In-Hybride gibt es bis zu 6.750 Euro vom Staat dazu. Im April wurden über 45.000 Anträge gestellt.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurde bereits mehr Geld an die Käufer von E-Autos ausgezahlt, als im gesamten vorherigen Jahr. Für die Hersteller bedeutet das: neue Antriebstechnologien, die die Firmen viel Geld kosten, haben sich aufgrund steigender Nachfrage nicht spürbar negativ auf die Marge ausgewirkt.

5. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not

Diese Weisheit hat sich bei den Herstellern einmal mehr bewahrheitet. Schon vor der Krise haben sie massiv den Rotstift angesetzt. Fast wöchentlich kamen Nachrichten über große, deutsche Autokonzerne, die sich "gesund schrumpfen". Leider geht das immer einher mit einem massiven Stellenabbau.

Fixkosten wurden gesenkt, um - wie es heißt - im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Diese Sparprogramme tragen nun Früchte. So ist der VW-Konzern mit einem Umsatz von 62,4 Milliarden Euro der umsatzstärkste Autokonzern der Welt.

Bleibt das jetzt so?

Ein Wermutstropfen bleibt am Ende. Der anhaltende Rohstoffmangel könnte zum Verhängnis werden. Insbesondere stellen für die Autohersteller die Lieferengpässe bei Chips eine besondere Herausforderung dar. Der Mangel an Halbleitern schränkt die Produktion teilweise erheblich ein.

Im Laufe des Jahres dürfen daher mehrere Millionen Fahrzeuge nicht gebaut werden können, so die Studie von EY. Eine Strategie haben die Konzerne aber schon in der Tasche. Sie konzentrieren sich auf hochpreisige Modelle mit höheren Margen. So dürften sich die Gewinneinbußen in Grenzen halten.

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