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Bahnfahren statt Fliegen - Eine Alternative für Geschäftsreisen?

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Kurzstreckenflüge scheinen für Geschäftsreisende immer weniger Bedeutung zu haben. Doch sie spielen noch eine Rolle als Langstrecken-Zubringer. Wie Firmen für die Zukunft planen.

Ein ICE der Deutschen Bahn fährt im Landkreis Hildesheim über die sanierte ICE-Trasse zwischen Hannover und Göttingen
Geschäftsreisen nach Corona: Wird die Bahn den Flugverkehr ersetzen?
Quelle: dpa

Die Forderungen der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock haben vor allem in der Luftverkehrsbranche ein großes Echo ausgelöst. Dass Kurzstreckenflüge ökologisch eigentlich nicht sinnvoll sind, darum weiß auch die Branche. Das gilt vor allem für die innerdeutschen Strecken.

"Wir fliegen innerdeutsch im Wesentlichen nur noch auf langen Strecken", heißt es beim Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), also etwa noch von Berlin nach Stuttgart oder von Hamburg nach München. Doch ein Drittel der Passagiere auf innerdeutschen Flügen steige um in Langstreckenflüge, gibt der Verband zu bedenken.

Ein Verbot solcher Verbindungen würde die Umsteigepassagiere einfach an andere internationale Drehkreuze verlagern.
Jens Bischoff, Eurowings-Chef

Damit das nicht geschieht, müssten die Verbindungen mit der Bahn so attraktiv werden, dass die Passagiere gar nicht mehr in Versuchung kommen, auszuweichen. Preislich sind sie das weitgehend - zumindest wenn man kurzfristig bucht. Aber auch Schnelligkeit ist ein wichtiges Kriterium, gerade für Geschäftsreisende.

Siemens: Kein Verkehrsmittel ist tabu

Doch es sei nicht das einzige, versichert etwa ein Siemens-Sprecher: "Wir wollen möglichst günstig und umweltfreundlich reisen." Doch die Interessen der Kunden hätten für Siemens oberste Priorität: Wenn zum Beispiel eine Wartung an einer Anlage zeitnah erfolgen solle, dann wähle man auch das Flugzeug. "Für uns ist kein Verkehrsmittel tabu", meint er - Bahn, Flugzeug oder auch das Auto.

Das ist bei der Deutschen Bank anders: Außer in "geschäftskritischen Fällen" seien innerdeutsche Flüge nicht gestattet, sagt eine Sprecherin des Geldhauses. Schon vor Corona-Zeiten habe man das so beschlossen. Denn die Bank wolle ihre Umweltbilanz verbessern. In der aktuellen Pandemie ist Reisen ohnehin nur "in absoluten Ausnahmefällen" erlaubt.

Das will auch Volkswagen: Die Bahn sei für Dienstreisen erste Wahl bei den Verkehrsmitteln - neben den konzerneigenen E-Autos, sagt ein Konzernsprecher. Von Hannover nahe dem Konzernsitz Wolfsburg nach Frankfurt zu fliegen sei inzwischen ganz untersagt.

Wann kommt die zivile Luftfahrt wieder in Gang? Und wie ist die Prognose für den Passagierverkehr nach Corona? Die Zukunft des Fliegens ist ungewiss.

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Lufthansa: Bahnverkehr muss ausgebaut werden

Lufthansa-Chef Carsten Spohr versicherte erst kürzlich auf der Hauptversammlung den Aktionären, die Lufthansa sehe noch "erhebliches Potenzial" für die "Intermodalität", also das Zusammenspiel verschiedener Verkehrsträger.

So ist etwa der Münchner Flughafen noch nicht direkt an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angebunden, Reisende müssen vom Münchner Hauptbahnhof in die S-Bahn umsteigen. Solange das so ist, bleibt auch die wohl kürzeste innerdeutsche Flugverbindung von Nürnberg nach München im Programm - die ist gerade einmal 150 Kilometer lang.

Bahnfahren muss attraktiver werden

Die Schiene muss also weiter ausgebaut werden, damit die Passagiere vom Umstieg auf die Bahn überzeugt werden könnten. Das aber geht nur langfristig, wie der Schienengipfel der Bundesregierung vor einigen Tagen erst wieder gezeigt hat.

Der BDL rechnet immerhin mit einem Potenzial von 4,3 Millionen Passagieren pro Jahr, die dann auf die Schiene umsteigen, etwa jeder fünfte. Damit würden die Emissionen im inländischen Luftverkehr um ein Sechstel sinken.  

Bahnfahren für den Klimaschutz – doch es fehlt immer noch an schnellen und preiswerten Direkt-Verbindungen. Darüber haben Experten auf dem Schienengipfel gesprochen.

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Digitale Kommunikationsmittel statt Berufsreisen

Der Trend zu weniger Reisetätigkeit dürfte aber auch unabhängig von der aktuellen Diskussion erhalten bleiben. Denn statt der früher gängigen Reisen setzen viele auch nach der Pandemie weiter auf den Einsatz von digitalen Kommunikationsmitteln. Das spart zudem Kosten.

So hofft der Pharma- und Chemiekonzern Bayer die konzernweiten Reiseaktivitäten "im Zuge der 'Neuen Normalität' nach Corona" dauerhaft um etwa 50 Prozent zu reduzieren. Das damit verbundene Einsparpotenzial beziffert ein Sprecher auf etwa 200 Millionen Euro pro Jahr.

Flugzeuge von Brussels Airlines in Brüssel. Archivbild

Klimapolitik im Wahlkampf - Sollten Kurzstreckenflüge abgeschafft werden? 

Kurzstreckenflüge verbieten, Verbrenner abschaffen, neue Techniken einsetzen - Klimaschutz ist Wahlkampf-Thema. Industrieverbände warnen vor Gefahren für die deutsche Wirtschaft.

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