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Nach neuer GDL-Streikdrohung - Bahn will Lokführern wohl entgegenkommen

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Drei Streiks der Gewerkschaft GDL mussten Bahn-Fahrgäste schon aushalten, nur wenig hat sich bisher im Tarifkonflikt bewegt. Nun will die Bahn offenbar ein neues Angebot machen.

Ein Bahnsteig am Berliner Hauptbahnhof ist während des GDL-Streiks am 23.08.2021 weitgehend leer.
Im festgefahrenen Tarifkonflikt will die Bahn der GDL weiter entgegenkommen.
Quelle: dpa

Fahrgäste der Deutschen Bahn dürfen wieder vorsichtig hoffen: In den festgefahrenen Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL kommt offenbar Bewegung. Das Unternehmen will die streikerprobte GDL wohl mit einem "neuen und verbesserten" Angebot wieder zu Verhandlungen bewegen. Das hat die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus dem Umfeld der beiden Tarifparteien erfahren. Das Angebot solle bis zum Wochenende der Gewerkschaft vorgelegt werden, hieß es.

Zuvor hatte die GDL gedroht, von Montag an den nächsten Streik vorzubereiten, sollte die Bahn bis dahin kein "verhandlungsfähiges Angebot" vorlegen. Inhalte des geplanten Angebots wurden zunächst nicht bekannt.

Das Unternehmen prüfe intensiv, an welchen Stellen sich beide Seiten weiter annähern können, sagte eine Bahn-Sprecherin.

Im Interesse unserer Kundinnen und Kunden müssen wir jetzt dringend zu einer Einigung kommen.
Sprecherin der Deutschen Bahn

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky hatte zuvor den Druck erhöht. "Wir hatten der Deutschen Bahn (DB) nach dem letzten Ausstand Zeit zum Nachdenken eingeräumt, doch mir scheint, dass der Bahnvorstand ein bisschen lange zum Überlegen braucht", kritisierte Weselsky. Die Bahn spiele offenbar auf Zeit, das könne aber keine Option mehr sein.

Bisher schon drei Streiks im Bahnverkehr

Die GDL hat in der laufenden Tarifrunde schon drei Mal für ihre Ziele gestreikt, zuletzt im Personenverkehr fünf Tage lang. In dem Tarifkonflikt geht es um eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Dabei will die Gewerkschaft auch ihren Einflussbereich im Konzern ausdehnen.

Trotz eines neuen Angebots der Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL den dritten Streik in dieser Tarifrunde wie angekündigt nun auch auf den Personenverkehr ausgeweitet.

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Die Bewertungen des Streiks sind unterschiedlich. Gut jeder zweite Deutsche hat kein Verständnis für den jüngsten Streik. 53 Prozent der Befragten äußerten sich entsprechend in einer Yougov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur. Hingegen haben 36 Prozent Verständnis für die Aktion.

Die Streiks in der Ferienzeit trafen neben Pendlern auch Urlaubsreisende, zudem erstreckte sich der dritte Streik im Personenverkehr auch über ein Wochenende. Rund jeder siebte Bundesbürger war nach der Umfrage von den Arbeitsniederlegungen betroffen.

Wenig Annäherung und hohe Ansprüche

Die GDL und die Bahn konnten sich trotz monatelanger Gespräche bislang nicht auf einen Abschluss verständigen. Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Tariferhöhung über eine Laufzeit von 36 Monaten strecken und sie stimmte der Corona-Prämie zu.

Die GDL kämpft außerdem gegen geplante Änderungen am Betriebsrentensystem der Bahn. Sie will überdies nicht nur Lokführer und Zugbegleiter vertreten, sondern auch Rahmentarifverträge für Beschäftigte in den Werkstätten und in der Infrastruktur sowie für Auszubildende schließen.

Nachrichten | heute 19:00 Uhr - Darum geht es beim Lokführer-Streik 

Beim Streit zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokführer und der Deutschen Bahn geht es nicht nur um dieTariferhöhungen. Die GDL sieht sich in ihrer Existenz bedroht.

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von Hansjürgen Piel
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