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Tarifstreit mit der Bahn - Keine neuen Lokführerstreiks - vorerst

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Der Streik der Lokführergewerkschaft ist beendet, der Betrieb läuft wieder an. Doch es könnte nur eine kurze Atempause sein - die GDL droht mit neuen Streiks.

Streik bei der Bahn beendet - Berlin
Zurück zum regulären Fahrplan: Der Streik bei der Bahn ist beendet.
Quelle: dpa

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn gönnt die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) den Kunden eine Atempause. Bei seiner vorläufigen Bilanz der am Freitag beendeten Streikwelle verzichtete GDL-Chef Claus Weselsky darauf, einen konkreten Termin für einen zweiten Arbeitskampf zu nennen. Der Gewerkschafter kündigte stattdessen eine Protest-Kundgebung gemeinsam mit dem Deutschen Beamtenbund am kommenden Dienstag (17. August) vor dem Bahn-Tower am Potsdamer Platz in Berlin an. Er sagte:

Entweder es kommt ein verbessertes Angebot auf den Tisch, oder wir lassen erneut die Züge in diesem Land stehen.
Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

"Sehr kurze Zeit" bis zu neuem Streik

Danach werde es nur noch "sehr kurze Zeit" bis zu einem erneuten Streik dauern.Die erste Streikwelle sei hervorragend gelaufen, sagte Weselsky. Es sei nicht einfach gewesen, die entschlossenen Kollegen davon zu überzeugen, nach 48 Stunden Streik zunächst wieder aufzuhören.

Er wandte sich gegen Vorwürfe, die GDL streike für politische Ziele im Machtkampf mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Insbesondere die Folgen des Tarifeinheitsgesetzes würden vor den Arbeitsgerichten geklärt. "Am Ende wird jeder sehen, wer die Mehrheit im Betrieb hat."

Freitag noch Einschränkungen durch Bahnstreik

Der Ausstand der Lokführergewerkschaft GDL kam am Freitag um 2 Uhr planmäßig zum Abschluss. Wie ein Bahnsprecher in der Nacht sagte, startete der Bahnverkehr am Freitagmorgen weitgehend normal.

Im Hochlauf am Freitag könne es aber noch zu einzelnen Einschränkungen kommen, hatte die Bahn schon während des Streiks deutlich gemacht. Das kann etwa der Fall sein, wenn Züge zu Betriebsbeginn an anderen Orten stehen. Man arbeite daran, den reibungslosen Betrieb auf allen Linien möglichst schnell wiederherzustellen, hieß es.

"Mein Appell an die GDL ist von den Streiks abzulassen und zu einer verantwortungsvollen Lösung zu kommen", so Achim Stauß, Konzernsprecher Deutsche Bahn.

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5.400 Lokführer beteiligt

Die Bahn versuche vergeblich, den erfolgreichen Streik kleinzureden, meinte Weselsky. Der Ausstand hatte im Güterverkehr bereits am Dienstag begonnen, während der Personenverkehr von Mittwoch bis Freitag früh für 48 Stunden bestreikt wurde. Laut Bahn haben sich nur rund 5.400 der insgesamt 19.700 Lokführer beteiligt. Weselsky führte an, dass rund zwei Drittel gar nicht hätten streiken können, weil sie entweder Ruhezeiten einzuhalten hatten oder im Urlaub waren. Er verlangte erneut ein verbessertes Angebot.

"Die GDL hat ihr eigentliches Arbeitskampfziel nicht erreicht", sagte Bahnsprecher Achim Stauß. Er wies auch daraufhin, dass in den ebenfalls aufgerufenen Wartungs- und Fahrdienstabteilungen bundesweit lediglich 120 Menschen gestreikt hätten. Bei den Zugbegleitern hätten sich rund 1.800 von 12.000 Mitarbeitenden am Streik beteiligt.

Deutsche Bahn: Millionen von Menschen betroffen

Nach Einschätzung der Deutschen Bahn hat der Streik mehrere Millionen Menschen betroffen. Vor allem Pendler und Urlauber mussten auf andere Reisemöglichkeiten ausweichen.

An normalen Tagen nutzen täglich rund 4,6 Millionen Fahrgäste die Züge des Nah- und Fernverkehrs, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte. Mit dem Ersatzfahrplan habe man ein zwar stark reduziertes, aber stabiles und verlässliches Angebot gemacht. In den Regio-Netzen waren demnach an den beiden Streiktagen Mittwoch und Donnerstag jeweils rund 40 Prozent der Züge unterwegs. Im Fernverkehr wurde das Angebot nach rund 25 Prozent vom Mittwoch am Folgetag noch etwas gesteigert.

Im Güterverkehr habe die Bahn versorgungsrelevante Züge gefahren, sagte Konzernsprecher Stauß. Über die Tage seien aber rund 300 Züge stehengeblieben. "Diesen Stau bauen wir jetzt nach und nach ab." Zur Schadenshöhe wie auch zu einem möglichen neuen Tarifangebot an die GDL machte er keine Angaben.

„Die Streikfolgen sind extrem sichtbar, die meisten Menschen haben sich andere Wege gesucht, hier wegzukommen“, so Stefanie Hayn, ZDF-Reporterin, am Hauptbahnhof Berlin, zum Streik der Lokführer.

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GDL pocht auf neues Angebot im Tarifstreit

Bahn und GDL ringen in der Tarifrunde um eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent. Strittig ist jedoch, wann die Erhöhung greifen und wie lang der neue Tarifvertrag gelten soll. Die Bahn will die Kosten des Tarifabschlusses gering halten, weil sie in der Corona-Krise hohe Verluste eingefahren hat. Zudem hat der Bund als Eigentümer im Gegenzug für Milliardenhilfen auch Einsparungen im Konzern verlangt.

Die GDL will aber keine Nullrunde in diesem Jahr akzeptieren und verlangt zudem eine Corona-Prämie von 600 Euro. Mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft gibt es seit knapp einem Jahr einen Tarifabschluss. Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Streik der Lokführer - GDL-Chef fordert neues Angebot der Bahn 

Kurz nach dem Beginn des Lokführer-Streiks bei der Deutschen Bahn fordert der GDL-Vorsitzende Weselsky ein neues, verbessertes Angebot. Die Bahn zeigt sich verhandlungsbereit.

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