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Kosten steigen deutlich an - 300 Banken verlangen Strafzinsen von Sparern

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Immer mehr Kreditinstitute brummen Sparern bei größeren Summen Strafzinsen auf. Das Geld wird weniger, statt mehr. In den ersten Monaten 2021 hat sich der Trend beschleunigt.

Institutionelle Investoren haben mit Zinsflaute zu kämpfen.Archiv
Institutionelle Investoren haben mit Zinsflaute zu kämpfen.Archiv
Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In der Corona-Pandemie sparen viele Menschen ihr Geld, anstatt es auszugeben. Doch immer häufiger werden größere Summen für sie zum Minusgeschäft. Inzwischen verlangen 300 Banken und Sparkassen vor allem für Tagesgeld ein sogenanntes Verwahrentgelt von meist 0,5 Prozent, wie aus Daten des Vergleichsportals Verivox hervorgeht. Allein in den ersten 100 Tagen des laufenden Jahres führten demnach mehr als 100 Geldhäuser Strafzinsen ein.

"Aktuell kommen nahezu täglich weitere Banken hinzu", berichtete Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Nach seiner Einschätzung hat Corona den Trend beschleunigt.

In der Pandemie legen viele Verbraucher ihr Geld lieber aufs Konto, statt es auszugeben. Für Banken ist das ein Problem, denn sie zahlen selbst Strafzinsen auf überschüssige Einlagen.
Oliver Maier, Verivox Finanzvergleich

"Je mehr Spargelder sie annehmen müssen, desto größer wird der Druck auf die Kreditinstitute, diese Kosten an ihre Kunden weiterzugeben", sagte Maier.

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Sparquote liegt auf Rekordhoch

Die Sparquote in Deutschland war im vergangenem Jahr auf das Rekordhoch von 16,3 Prozent gestiegen. Von 100 Euro verfügbarem Einkommen legten die Haushalte somit im Schnitt gut 16 Euro auf die hohe Kante.

Geschäftsbanken müssen aktuell 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Auch wenn es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt, bleibt dies für die Branche eine Milliardenbelastung. Die Kosten geben immer mehr Geldhäuser ganz oder teilweise weiter und berechnen ihren Kunden Negativzinsen.

Strafzinsen ab Guthaben von 50.000 Euro und weniger

Lange Zeit verlangten Banken vor allem bei großen Summen ab 100.000 Euro Strafzinsen. Inzwischen erheben Verivox zufolge mindestens 95 Institute Negativzinsen schon ab einem Gesamtguthaben von 50.000 Euro oder weniger. Andere schließen eine Verringerung des Grenzwertes nicht aus.

An die breite Privatkundschaft werden wir keine Negativzinsen weitergeben. Aber die Frage ist, wo das Ende der Breite ist.
Sabine Schmittroth, Privatkunden-Vorständin der Commerzbank

"Daher werden wir uns die Höhe der Freibeträge immer wieder anschauen", so Commerzbank-Vorständin Schmittroth zum "Handelsblatt". Aktuell liegen sie bei 100.000 Euro.

Vor allem Giro- und Tagesgeldkonten betroffen

Auch die Deutsche Bundesbank war jüngst zu dem Ergebnis gekommen, dass eine wachsende Zahl von Kreditinstituten die Strafzinsen an Kunden weitergibt. "Der Anteil der Banken in Deutschland, die ihre Kundeneinlagen im Durchschnitt negativ verzinsen, nahm 2020 weiter zu", hieß Monatsbericht Bundesbank für Februar.

Unternehmen sind seit geraumer Zeit von Minuszinsen auf Sichteinlagen wie Giro- und Tagesgeldkonten und auf Termineinlagen wie Festgeld betroffen. Auch bei Sichteinlagen von Privatkunden sei "ein bisher ungebrochener Aufwärtstrend erkennbar", schrieb die Bundesbank. Termineinlagen wie Festgeld von Privatkunden seien im Durchschnitt aber weiterhin positiv verzinst.

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Manche Banken erhöhen Kontogebühren anstelle von Strafzinsen

Verbraucherschützern zufolge sind Negativzinsen bei Bestands- und Neukunden nur zulässig, wenn das Verwahrentgelt explizit mit ihnen vereinbart wurde. Es reiche nicht, lediglich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu ändern. Verivox wertet die im Internet veröffentlichten Preisaushänge von etwa 1.300 Banken und Sparkassen aus.

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