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Nachhaltiges Bauen - C2C-Projekte: Häuser als Materiallager

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Immer mehr Neubauten führen zu ungebremstem Rohstoff- und Energieverbrauch, sowie Treibhausgasausstoß. Die Baubranche muss umdenken. C2C-Projekte bieten Chancen und Potentiale.

Bauarbeiter bauen bei Sonnenaufgang an einem Haus. Symbolbild
Die Baubranche wächst - und mit ihr der Energie- und Rohstoffverbrauch. Alternative Konzepte könnten den Bau-Boom nachhaltiger machen.
Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

C2C - diese Abkürzung steht für Cradle to Cradle. Übersetzt heißt das: von der Wiege zur Wiege. In der Baubranche stehen C2C-Projekte für Ressourcen- und Klimaschutz. Die Vision dieses nachhaltigen Baustils: Es entsteht eine abfallfreie Wirtschaft. Denn alle verbauten Produkte sind so beschaffen, dass sie nach ihrer Nutzung entweder biologisch abbaubar oder sortenrein recyclebar sind.

Ein Gebäude also, das ein Materiallager der Zukunft ist. "C2C als grundsätzliche Zielsetzung, auch für Baustoffe, kann dazu führen, dass das Bauwesen von einer der müll-, energie- und ressourcenintensivsten Branchen zu einer klimapositiven Branche wird", sagt Tim Janßen, geschäftsführender Vorstand von c2c NGO.  

In Zeiten von Corona steht es um viele Branchen in Deutschland eher schlecht, doch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe hat nun eine positive Bilanz gezogen.

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Gebaute Beispiele: Das Gebäude der RAG in Essen

Architekten und Bauherrn setzen dabei auf neue Konstruktionsweisen. Das Verwaltungsgebäude der RAG-Stiftung und RAG AG auf Zollverein in Essen ist der erste Neubau in Deutschland, der sich an den C2C-Prinzipien orientiert. Entworfen hat es das Aachener Architektenbüro kadawittfeldarchitektur.

Die Bodenbeläge und Glastrennwände bestehen aus Materialien, die problemlos neugenutzt werden können. Auf Verklebungen bei der Fassade wurde verzichtet, so sind später der Rückbau und die Wiederverwendung der Plattenteile möglich.

Für die Fensterrahmenkonstruktion wurden ausschließlich Steck- und Schraubverbindungen verwendet. Zudem birgt das Projekt ein wirtschaftliches Plus. Zwar liegen die Ausgangskosten etwas höher, doch in Zeiten steigender Rohstoffpreise erzielt es langfristig einen Wertgewinn.

Geplantes C2C-Wohnhaus in Hamburg

In der HafenCity Hamburg planen die Architekten derzeit ein C2C-Wohnhochhaus. Hier sollen erstmals Sekundärziegel - also recycelte Ziegel - sowie Recyclingbeton eingesetzt werden. Zudem übernimmt die Fassade kühlende und luftreinigende Funktionen.

In dem Hochhaus sind Wohnungen, Büros, eine Kita, ein Kino sowie per App belegbare Multifunktionsräume integriert. "C2C ist als ganzheitliches Denkmodell auf alle Gebäudetypologien anwendbar. In der Planung liegt der Fokus stark auf Ressourcenschutz, konstruktiver Fügung und gesunder Materialwahl", meint Jasna Moritz von kadawittfeldarchitektur.

Kräne stehen auf der Baustelle. Symbolbild
Kräne in der Hafencity: Hier soll ein großes - und nachhaltiges - Wohnhaus entstehen.
Quelle: Markus Scholz/dpa

Plattenbau nach C2C-Regeln saniert

Nachhaltiges Bauen macht auch vor dem Plattenbau nicht Halt. Beispiel Berlin-Prenzlauer Berg. An der Landsberger Allee wurde eine 400 Quadratmeter große Bürofläche nach C2C-Regeln saniert und umgebaut.

Das schlägt sich aufs Wohnklima nieder: "In Innenräumen sind Menschen keinen giftigen Ausgasungen mehr ausgesetzt. Gebäude können flexibel genutzt werden, da sie einfach rückbaubar sind", sagt Nora Sophie Griefahn von c2c NGO.  

Das Bürohaus "2226" macht es vor. Im Sommer dringt kaum Hitze ins Innere des Gebäudes, im Winter speichert es die Wärme. Architekt Dietmar Eberle erklärt, was dahintersteckt.

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Architektur 2.0

Das C2C-Prinzip dürfte zu einem immer wichtigeren Architektur-Thema der nächsten Jahre werden. Jörg Spangenberg ist Architekt, Stadtplaner und Nachhaltigkeitsberater und er sagt: "Ein frühes Bekenntnis aller Beteiligten für die nachhaltigen Projektziele ist die erforderliche Eintrittskarte. So kann mit Projektstart die intensive Suche nach den besten Alternativen mit allen Beteiligten beginnen."

Zu den Beteiligten sollten auch Vertreter von Kommunen und Ländern gehören. Denn bleiben unbelasteter und sortenreiner Bauabfall im Kreislauf, kann auf den Bau von Sondermülldeponien verzichtet werden.

Christine Elsner ist Redakteurin in der ZDF-Umweltredaktion.

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