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Wie Bauern ohne Pestizide auskommen

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Landwirtschaft - Wie Bauern ohne Pestizide auskommen

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Konventionelle Landwirtschaft ist in der Kritik. Ein junges Paar beschließt deshalb, den geerbten Hof auf Ökolandwirtschaft umzustellen - mit Hightech.

Bayern, Rohrbach: Ein Traktor fährt über einen abgemähten Acker.
Die Durchschnittsgröße eines Bauernhofs in Deutschland beträgt ca. 250 ha.
Quelle: dpa

Wie eine kleine Ameise zieht der Traktor mit der Hacke über das endlos wirkende Maisfeld. So zumindest erscheint es aus der Vogelperspektive.

Es ist Juni, und die Maispflänzchen - erst 20 Zentimeter groß - stehen in schnurgeraden Reihen, gerade weit genug auseinander, dass die großen Räder des Traktors die zarten Triebe nicht zerstören.

Es geht auch ohne Glyphosat

Jens Möllhoff blickt gelassen aus seinem Führerhaus. Lenken tut er nicht, nur am Ende des Feldes, um kurz zu wenden. Denn der Traktor wird zentimetergenau über GPS gesteuert.

An der acht Meter breiten Hacke sitzt nochmals eine Kamera mit einer automatisierten Führung, so dass die metallenen Zähne haarscharf an den Maispflänzchen vorbeiziehen und nur das Unkraut zwischen den Reihen entfernen.

So sieht moderne Ökolandwirtschaft aus: mit ausgeklügelter Technik den Einsatz von problematischen Chemikalien vermeiden und so Mensch und Natur schützen. In einem konventionellen Betrieb wäre dieser Acker mit Unkrautvernichtungsmitteln wie zum Beispiel  Glyphosat besprüht worden. Die Umstellung auf Ökolandwirtschaft erfolgt allerdings langsam, Feld für Feld.

Zwei Jahre lang muss ein Acker nach ökologischen Maßgaben bestellt werden, bevor er sich offiziell "Öko" nennen darf. Der ganze Umstellungsprozess wird während dieser Zeit streng kontrolliert.

Von der LPG zum nachhaltigen Großbetrieb

Jens und Wenke Möllhoff haben vor kurzem begonnen, ihren Hof auf ökologische Landwirtschaft umzustellen, eine im wahrsten Sinne große Herausforderung, denn sie bewirtschaften 2.000 Hektar. Davon ist die Hälfte eigenes Land. Zum Vergleich: Die Durchschnittsgröße eines Bauernhofs in Deutschland beträgt etwa 250 Hektar, im südlichen Deutschland sogar nur 30 bis 40 Hektar.

Im Gebiet der ehemaligen DDR waren große Höfe nicht ungewöhnlich. Dort gab es die LPGs, die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, die freiwillig oder durch Zwangskollektivierung zu solcher Größe herangewachsen waren.

Nach der Wiedervereinigung erwarb Wenkes Vater die ehemalige LPG. Vor wenigen Jahren hat er den Betrieb an seine Tochter und ihren Mann übergeben. Jens und Wenke sind sich sicher, dass sie das Richtige machen:

Wir wollten nochmal etwas Anderes machen. Also wir haben uns immer überlegt, wo liegt bei uns die Zukunft?
Jens Möllhof, Bauer

Weiter sagt er: "Wir sind nun mal Ackerbauern. Und was können wir noch machen? Und da kommt man eben im konventionellen Bereich schnell an seine Grenzen, und dann sind wir ganz schnell auf die Idee gekommen: Menschenskinder, warum machen wir denn nicht Bio?"

Wir stellen eine weitere Möglichkeit für nachhaltiges Leben vor.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Ohne Nachhaltigkeit keine Zukunft 

Das nötige Wissen haben sie beim Studium der Agrarwissenschaft erworben. Die Umstellung auf Bio lehrt sie auch ein ganz neues Sehen. 

"Wenn man das hinkriegt, ist das einfach 'ne tolle Bestätigung, dass man es geschafft hat", meint Wenke. "Und dass man nebenbei noch sieht, wie Wildkräuter aufwachsen, die man vorher nicht gesehen hat - und noch mehr Fasane oder ein Häschen mehr, was rumhüpft."

Man guckt ganz anders auf die Natur als vorher. Das ist ein Prozess, der bei uns stattgefunden hat.
Jens Möllhof, Bauer

In ein paar Jahren werden die Zeiten der konventionellen Landwirtschaft bei Wenke und Jens endgültig vorbei sein.

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