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Hohe Rechtskosten - Bayer schreibt Milliardenverlust

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Nach vielen anderen Unternehmen meldet auch Bayer Milliardenverluste. Doch bei dem Leverkusener Konzern lag das weniger an Corona.

Bayer-Kreuz am Werk in Wuppertal.
Bayer-Kreuz am Werk in Wuppertal.
Quelle: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Rückstellungen für den Glyphosat-Vergleich in den USA haben Bayer einen Milliardenverlust eingebrockt. Im zweiten Quartal fiel ein Nettoverlust von gut 9,5 Milliarden Euro an, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 404 Millionen zu Buche gestanden hatte.

Für Rechtsfälle vorgesorgt

Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von rund 7,9 Milliarden Euro gerechnet. Allerdings sorgte der Konzern nun auch für Rechtsfälle im Pharmageschäft vor, vor allem im Zusammenhang mit der umstrittenen Sterilisationsspirale Essure. Dafür fielen Sonderaufwendungen von 1,245 Milliarden Euro an. Bayer sieht sich in den USA wegen Essure mit Klagen von etwa 32.000 Anwenderinnen konfrontiert.

Im Rechtsstreit wegen des angeblich krebserregenden Unkrautvernichters Roundup hatte sich das Unternehmen Ende Juni mit einem Großteil der Kläger geeinigt. Für den Vergleich und mögliche künftige Fälle werden insgesamt bis zu 10,9 Milliarden Dollar fällig. Die Klagewelle hatte sich Bayer mit der rund 63 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto eingehandelt.

Zahl der Glyphosat-Kläger gestiegen

Zuletzt stieg die Zahl der Glyphosat-Kläger in den USA auf 56.200, rund 3.700 mehr noch als Mitte April. Die Prognose für 2020 senkte Bayer, nachdem der Konzern im April erklärt hatte, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Jahresziele noch unklar seien. Der Vorstand rechnet nun mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von bis zu einem Prozent auf 43 bis 44 (bisher: 44 bis 45) Milliarden Euro und einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) von 12,1 (bisher: 12,3 bis 12,6) Milliarden.

Im zweiten Quartal setzte Bayer 10,05 Milliarden Euro um, ein Rückgang von währungsbereinigt 2,5 Prozent. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg dank Zuwächsen im Agrargeschäft um 5,6 Prozent auf 2,88 Milliarden Euro. Das Pharmageschäft schrumpfte dagegen, da angesichts der Pandemie nicht notwendige Behandlungen verschoben wurden.

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