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Bilanz zu Bayers Mega-Deal - Fünf Jahre nichts als Ärger mit Monsanto

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Mit der Übernahme von Monsanto stemmte Bayer den größten Zukauf, den je eine deutsche Firma im Ausland wagte. Der Erfolg blieb aus, die Klagewelle macht Bayer weiter zu schaffen.

USA, St. Louis: Ein Schild mit der Aufschrift "Monsanto" steht am Eingang zum Hauptsitz der Firma. Archivbild
Ein Schild mit der Aufschrift "Monsanto" steht am Eingang zum Hauptsitz der Firma in St. Louis, USA.
Quelle: dpa

Am 14. September 2016 war Bayer endlich am Ziel. Nach monatelangem Feilschen akzeptierte der US-Saatgutriese Monsanto das über 60 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot des Leverkusener Agrarchemie- und Pharmakonzerns. Bayer-Chef Werner Baumann schrieb Geschichte - er wagte den größten Zukauf, den je eine deutsche Firma im Ausland stemmte.

Doch fünf Jahre später fällt die Bilanz ernüchternd aus. Klagewelle, Imagekrise, Milliarden-Risiken, Rekordverlust - Monsanto bereitete Bayer bislang vor allem Probleme. Und die Folgen des Mega-Deals machen dem Konzern weiter zu schaffen.

Der Bayer-Konzern hat im vergangenen Jahr den höchsten Verlust in der Unternehmensgeschichte verzeichnet: Minus 10,5 Milliarden Euro. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann berichtet.

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2018: Grünes Licht für Fusion Bayer - Monsanto

Dabei war die Zuversicht so groß. "Das kombinierte Unternehmen ist sehr gut positioniert, um am Agrarsektor und dessen erheblichem langfristigem Wachstumspotenzial teilzuhaben", verkündet Bayer am Tag der Übernahmevereinbarung. Tatsächlich stieg der Dax-Konzern durch die Akquisition schlagartig zum größten Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln auf.

Für die Aktionäre werde sich der Zukauf lohnen, versprach Bayer. Aber das Großprojekt gestaltete sich von Anfang an als schwieriges Unterfangen. Bereits die Einholung der Genehmigungen bei den internationalen Aufsichtsbehörden dauerte wesentlich länger als zunächst angenommen. Letztlich gaben die US-Kartellwächter erst Mitte 2018 grünes Licht für die Fusion, die Bayer eigentlich schon Ende 2017 hatte abschließen wollen.

Außerdem erfolgte die Zustimmung der Wettbewerbshüter nur unter weitreichenden Auflagen. Bayer musste milliardenschwere Geschäftsanteile an die Konkurrenz veräußern, damit die Marktmacht des fusionierten Konzerns nicht zu groß wird.

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Klagewelle führte zu hohen Verlusten

Angesichts großer Zusammenschlüsse im Agrarchemie-Sektor - etwa der Fusion von Dow Chemical und Dupont zum Branchengiganten Dowdupont und der Übernahme des Schweizer Rivalen Syngenta durch Chemchina - galt es, den Anschluss nicht zu verlieren. So holte Bayer-Chef Baumann, damals erst wenige Tage im Amt, 2016 zum großen Wurf aus. Der rechtliche Ärger, den Monsanto verursachen sollte, hatte man in Leverkusen offenbar unterschätzt.

Der US-Konzern war wegen des Pestizids Glyphosat, das einige Studien für krebserregend halten, bereits mit Klagen konfrontiert. Am Kapitalmarkt brachte die Klagewelle das Unternehmen stark unter Druck, im ersten Jahr nach Abschluss der Übernahme sank Bayers Aktienkurs um gut 37 Prozent.

Die Aktie von Bayer büßte im Mai 2021 gut viereinhalb Prozent ein. Grund ist ein Rückschlag in einem US-Rechtsstreit.

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Rund 31 Milliarden Euro an Börsenwert gingen dadurch verloren, die Marktkapitalisierung fiel rasch unter den Kaufpreis von knapp 63 Milliarden Dollar, den Bayer für Monsanto zahlte. Mittlerweile ist der Börsenwert noch weiter abgesackt und lag zuletzt bei 53 Milliarden Dollar. Seit Vereinbarung der Übernahme vor fünf Jahren beläuft sich der Kursverlust insgesamt sogar auf über 50 Prozent.

Klagen halten Bayer weiter in Atem

Inzwischen hat sich der Ärger gelegt, doch die vielen Klagen halten das Unternehmen und seine Anleger weiter in Atem. Das Unternehmen reichte Mitte August einen Antrag auf Revision eines Urteils in einem der drei bisher abgeschlossenen Glyphosat-Prozesse in den USA ein - die Bayer allesamt verlor.

Eine höchstrichterliche Entscheidung zugungsten des Konzerns hätte Signalwirkung und käme einem Befreiungsschlag gleich. Bis dahin wäre es aber ein weiter Weg. Bislang ist unklar, ob der Supreme Court den Fall überhaupt annimmt.

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