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Umstrittener Unkrautvernichter - Glyphosat: Bayer siegt erstmals in Prozess

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Bayer hat einen ersten juristischen Sieg in einem Glyphosat-Prozess errungen. Laut einer US-Jury habe der Unkrautvernichter im konkreten Fall keine Krebserkrankung ausgelöst.

Mehrere in einem Regal aufgereihte Flaschen mit dem Unkrautvernichter Roundup.
Bayer ist mit zahlreichen Klagen wegen des Unkrautvernichters Roundup konfrontiert.
Quelle: reuetrs

Bayer hat im jahrelangen Streit über den angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Glyphosat erstmals einen juristischen Sieg in den USA errungen. Ein Gericht in Kalifornien befand, dass das Mittel nicht ein substanzieller Auslöser einer Krebsart bei einem Kind gewesen sei.

Die Geschworenen hätten entscheiden müssen, ob die Erkrankung des Jungen mit dem Non-Hodgkin-Lymphom auf die Verwendung des Unkrautvernichters Roundup zurückging und hätten das verneint, teilte Bayer mit.

Bilanz zu Bayers Mega-Deal - Fünf Jahre nichts als Ärger mit Monsanto 

Mit der Übernahme von Monsanto stemmte Bayer den größten Zukauf, den je eine deutsche Firma im Ausland wagte. Der Erfolg blieb aus, die Klagewelle macht Bayer weiter zu schaffen.

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Bayer: Glyphosat nicht Ursache der Krankheit

"Wir haben großes Mitgefühl für Ezra Clark und seine Familie, die Geschworenen haben aber die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesem Fall sorgfältig abgewogen und sind zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat nicht die Ursache seiner Krankheit ist", erklärte der Konzern.

Der Klageschrift zufolge war das Kind dem Unkrautvernichter ausgesetzt, als die Mutter dieses auf ihrem Grundstück versprüht hatte. Der Junge war demnach nur vier Jahre alt, als bei ihm im Jahr 2016 das Lymphom festgestellt wurde - es zählt zu den am schnellsten wachsenden Tumorarten.

Klägerin geht vielleicht in Revision

Die Anwälte der Klägerin erklärten, es handele sich um einen "sehr ungewöhnlichen Fall". Die Geschworenen-Jury sei nur gefragt worden, ob die Krebserkrankung des Jungen darauf zurückzuführen sei, dass er Roundup ausgesetzt gewesen sei. Beweise zum Verhalten von Monsanto seien nicht erlaubt gewesen. Möglicherweise würden sie in Berufung gehen.

Bayer hatte sich Rechtskonflikte rund um Roundup 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto ins Haus geholt. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern ist in den USA noch mit zahlreichen weiteren Glyphosat-Klagen konfrontiert, die Bayer eigentlich gerne mit einem großen Vergleich beilegen würde.

In Deutschland sind circa 1.000 Pflanzenschutzmittel zugelassen - wie Insektizide oder Fungizide. Ein Pflanzenschutzmittel besteht aus einem giftigen Wirkstoff und einem oft auch giftigen Beistoff, der das Mittel zum Beispiel wasserlöslich macht.

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Ist Roundup sicher?

Bei den Rechtsstreitigkeiten geht es um angebliche Krebsrisiken durch Verwendung des Unkrautvernichters Roundup, der Glyphosat enthält. Nach Darstellung von Bayer ist Roundup bei sachgemäßer Verwendung sicher.

Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung hatte hingegen 2015 konstatiert, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.

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