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Debatte über Atomkraft : BDI zu längeren Laufzeiten: Vorbereitet sein

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Kaum ein Thema wird in der Energiekrise so emotional diskutiert wie eine mögliche Verlängerung der AKW-Laufzeiten. Der BDI fordert jetzt: Mehr Sachlichkeit und Vorbereitung.

Wasserdampf steigt aus dem Kühlturm vom Atomkraftwerk (AKW) Isar 2.
Atomkraft verlängern oder nicht: Der BDI fordert, dass Deutschland zumindest darauf vorbereitet ist.
Quelle: dpa

Industriepräsident Siegfried Russwurm erwartet von der Politik Vorkehrungen für einen möglicherweise über das Jahresende hinaus verlängerten Betrieb deutscher Atomkraftwerke. Der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) sagte:

Politik und Wirtschaft sollten alles vorbereiten für einen möglichen befristeten Weiterbetrieb. Und wenn wir ihn dann nicht brauchen, freuen wir uns.
BDI-Chef Siegfried Russwurm

Ziel: Möglichst viel Gas einlagern

Es gehe nun darum, möglichst viel Gas einzulagern und auch im Winter möglichst wenig Gas für die Stromerzeugung nutzen zu müssen, so Russwurm. Dazu müssten so schnell wie nur möglich die Kohlekraftwerkskapazitäten hochgefahren werden. Ein Weiterbetrieb der Kernkraftwerke über den Dezember hinaus könnte ebenfalls helfen.

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Die Bundesregierung prüft aktuell einen verlängerten Betrieb der Kernkraftwerke. "Dieses Ergebnis muss schnell kommen," sagt Russwurm. Mit Blick auf den diskutierten Streckbetrieb, also die verlängerte Nutzung des aktuellen Brennmaterials, warnte der BDI-Chef aber: "Die Zeit rennt davon." Während man auf die Ergebnisse des Stresstests warte, würden weiterhin atomare Brennstäbe verbraucht. "Dann erledigt sich das Thema Streckbetrieb in Kürze von selbst."

BDI fordert sachliche Atom-Debatte

Die Debatte sei immer "hochgradig emotional" gewesen und bleibe das auch. Anliegen des BDI sei von Anfang an gewesen: "Lasst uns das zu einer Sachdebatte machen. Nur das hilft in der Situation weiter."

BDI-Präsident Siegfried Russwurm auf einer Pressekonfereny
BDI-Präsident Siegfried Russwurm
Quelle: Michael Sohn/ AP Photo

Das alles sei auch nicht zu trennen von der Frage, wie schnell und stabil der von der Bundesregierung angestrebte verstärkte Einsatz von Kohlekraftwerken zur Stromproduktion zu schaffen sei, betonte Russwurm. Erst Wochen nach der politischen Entscheidung fahre nun das erste Kohlekraftwerk wieder hoch.

Ich frage mich aber schon, warum das alles so langsam geht. Hat denn jeder verstanden, in welcher ernsten Lage wir sind?
BDI-Chef Siegfried Russwurm

Es blieben zahlreiche weitere Fragen, beispielsweise, ob die Kraftwerke genug Kohle bekämen. "Erlauben die Pegelstände der Flüsse einen reibungslosen Transport auf dem Wasser oder wie steht es um die Kapazitäten und die Verlässlichkeit der Bahn? Es reicht nicht, dass irgendwo genügend Kohle lagert, sondern sie muss kontinuierlich zu den Kraftwerken kommen."

Seit Wochen wird über die Verlängerung einzelner Atomkraftwerke diskutiert. In Bayern sprachen sich heute Markus Söder und Friedrich Merz für den Weiterbetrieb von Isar 2 aus.

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