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Steigende Spritpreise - Wie Frust an der Tanksäule ausbleibt

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Seit Jahresbeginn ziehen die Benzinpreise in Deutschland stark an. Das bekommen besonders Verbraucher zu spüren. Diese Tipps helfen beim Sparen.

Bayern, München: Eine Frau hält an einer Tankstelle an einer Zapfsäule eine Zapfpistole in der Hand und betankt ein Auto.
Der Benzinpreis in Deutschland zieht an. Aber es gibt Wege zu sparen.
Quelle: dpa

Es hat nicht erst die hochsommerlichen Temperaturen dieser Tage gebraucht, um Autofahrern in Deutschland den Schweiß auf die Stirn zu treiben: Meist genügt ihnen schon ein Blick auf die Preistafel an der Tankstelle.

Warum sind die Spritpreise so stark gestiegen?

Nach Informationen des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) ist der Preis für Benzin seit Jahresbeginn im Bundesdurchschnitt um 18 Cent je Liter gestiegen (Diesel: 15 Cent). Das hat mehrere Ursachen:

  1. Kohlendioxid-Aufschlag
  2. erhöhter Mehrwertsteuersatz
  3. höherer Ölpreis

So hat der Gesetzgeber Anfang Januar 2021 als Klimaschutzmaßnahme einen Kohlendioxid-Aufschlag auf fossile Energie in Höhe von 25 Euro je Tonne Kohlendioxid (CO2) eingeführt.

Das heißt: Unternehmen, die mit Diesel und Benzin handeln, müssen diesen Preis zahlen. Die höheren Kosten werden an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben. Laut MWV sind rund sieben Cent des Spritpreisanstiegs in dem CO2-Preisaufschlag begründet.

Drei Cent lassen sich mit dem seit Januar wieder erhöhten Mehrwertsteuersatz erklären, "der überwiegende Rest" ließe sich "auf den höheren Ölpreis" zurückführen, sagt MWV-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen.

Dass der Tank des Autos leer gefahren ist, passiert schneller als gedacht. Und das Liegenbleiben, vor allem an der Autobahn, kann auch schnell sehr viel kosten.

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Setzt sich der Preisanstieg fort?

Aktuell ist Benzin so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr. Preisprognosen fallen Branchenexperten schwer. Das bestätigt auch MWV-Chef Küchen:

Der Weltölmarkt ist immer wieder für Überraschungen gut - in beide Richtungen.
Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands

Nach der Corona-Krise zieht die globale Konjunktur einerseits zwar aktuell wieder deutlich an, was einige Ölhändler schon von 100 US-Dollar je Barrel Rohöl träumen lässt; derzeit beträgt der Preis der Nordsee-Ölsorte Brent fast 75 US-Dollar.

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Andererseits rechnet etwa das US-Energieministerium damit, dass das Corona-bedingte Defizit im Ölangebot nun zügig ausgeglichen werden dürfte, die Spritproduktion schneller steige als die Nachfrage, wodurch die Preise einen Dämpfer erhalten könnten.

Für Deutschland gilt jedoch: Der CO2-Aufschlag auf Benzin und Diesel wird Jahr für Jahr weiter steigen. Bleibt es bei den aktuellen Plänen, dürfte Benzin in vier Jahren etwa 15 Cent teurer sein als heute, Diesel sogar 17 Cent je Liter.

Wie lässt sich Benzin einsparen?

Auf unnötige Wege verzichten umweltbewusste Autofahrerinnen und Autofahrer seit langem. Bestimmte Strecken müssen aber mit dem Auto zurückgelegt werden - und den Wechsel zu einem Elektromobil muss man sich trotz staatlicher Förderungen und Kaufanreize der Hersteller und Händler erstmal leisten können.

Was auf die Schnelle hilft: zum Beispiel einmal im Monat den Reifendruck prüfen. Denn wer mit deutlich weniger Reifendruck als vom Autohersteller vorgeschrieben unterwegs ist, verbraucht bis zu 30 Prozent mehr Kraftstoff.

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Deutlich sparen kann auch, wer sein Auto von unnötigem Ballast befreit und von der Werkstatt in regelmäßigen Abständen Einspritzdüsen, Luftfilter und Klimaanlage prüfen lässt. Sind die Düsen verklebt, die Filter verstopft oder ist die Klimaanlage falsch eingestellt, kann das unnötig viel Kraftstoff kosten.

Verkehrsexperten weisen zudem stets auf das Einsparpotenzial durch vorausschauendes Fahren hin - das kann vor allem auf langen Autobahnfahrten etwas einbringen.

Warum besser nicht in der Früh vor der Arbeit tanken?

Einer Analyse des Automobilclubs ADAC zufolge müssen Autofahrer zwischen fünf und acht Uhr morgens am meisten für den Sprit zahlen. Danach sinken die Preise, um später am Vormittag wieder anzuziehen.

Die Experten beobachten im gewöhnlichen Tagesverlauf Wellenbewegungen bei den Preisen - ein ständiges Auf und Ab um mehrere Cent. Wer Pech hat, tankt morgens um sieben Uhr zehn Cent teurer als zwölf Stunden später. Am günstigsten ist das Betanken des Autos demnach zwischen 18 und 22 Uhr.

Eine Reihe von Apps und Online-Portalen helfen Autofahrern mit Echtzeitdaten beim Preisvergleich. Ein Einsatz der Technik kann sich auf Dauer lohnen.

Archiv: Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht in der Sitzung des Bundestags.

Fraktionschef - Brinkhaus: Tanken wird mit Union teurer 

Seit Wochen Teil hitziger Debatten: der Spritpreis. Die SPD sträubt sich gegen eine Erhöhung, die Grünen sind dafür. Und auch der Unions-Fraktionschef sagt: "Benzin wird teurer".

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