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Konjunktur bricht um mehr als 10 Prozent ein

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Corona-Folgen in Deutschland - Konjunktur bricht um mehr als 10 Prozent ein

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Die Pandemie-Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft sind enorm: Im Vergleich zum Vorquartal sank das Bruttoinlandsprodukt um 10,1 Prozent. Hoffnung macht die Arbeitslosenzahl.

Maschinenbauer eines Gasturbinenwerkes bei der Arbeit
Der Einbruch der deutschen Wirtschaft als Folge der Corona-Krise ist historisch.
Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft hat auf dem Höhepunkt der Corona-Krise einen noch nie da gewesenen Einbruch erlebt. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. Die Arbeitslosenzahl im Juli blieb im Vergleich zum Juni relativ stabil.

Historischer Rückgang

Es war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen im Jahr 1970. Europas größte Volkswirtschaft steckt in einer tiefen Rezession.

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde sind im zweiten Quartal die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen erheblich eingebrochen sowie die privaten Konsumausgaben und die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen. Der Staat erhöhte dagegen seine Konsumausgaben während der Krise.

Im Vorjahresvergleich brach die Wirtschaftsleistung um 11,7 Prozent ein. Den bisher stärksten Rückgang gegenüber einem Vorjahresquartal hatte es während der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise mit minus 7,9 Prozent im zweiten Quartal 2009 gegeben.

Experten optimistisch

Volkswirte gehen davon aus, dass die Konjunktur im zweiten Halbjahr anzieht, vorausgesetzt die Infektionszahlen steigen nicht wieder deutlich an. Die wegen des Virus verhängten Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft wurden seit Mai zunehmend gelockert.

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stehen die Zeichen "eindeutig auf Erholung". Es werde aber wohl zwei Jahre dauern, bis der historische Einbruch vom Frühjahr wettgemacht sei.

Arbeitslosenzahl stabilisiert sich

Auch ein Blick auf den deutschen Arbeitsmarkt gibt Grund zum Optimismus. Im Juli stieg die Arbeitslosenzahl zwar um 57.000 auf 2,91 Millionen, der Anstieg lag aber wegen der Sommerpause im üblichen Rahmen, wie aus dem Arbeitsmarktbericht der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit hervorgeht.

Laut Bundesagentur verhinderte allerdings nur der massive Einsatz von Kurzarbeit einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosenzahl und Jobverluste. Bundesagentur-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach erklärte:

Der Arbeitsmarkt steht wegen der Corona-Pandemie nach wie vor unter Druck, auch wenn sich die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs befindet.
Daniel Terzenbach, Bundesagentur für Arbeit

Im Mai erhöhte sich die Zahl der Menschen in Kurzarbeit auf 6,7 Millionen in Deutschland. Im April hatte die Zahl noch bei 6,1 Millionen gelegen. Damit war im Mai nach Hochrechnungen die höchste jemals ermittelte Zahl von Kurzarbeitern in der Bundesrepublik erreicht. Im März waren 2,46 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

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