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Kryptowährung wird erwachsen - Bitcoin bricht alle Rekorde

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Der Bitcoin springt erstmals über die 23.000 Dollar-Marke und lässt damit alle anderen Anlageklassen ziemlich alt aussehen. Was sind die Gründe?

Archiv: Darstellungen der virtuellen Währung Bitcoin sind in dieser Abbildung vom 13. März 2020 zu sehen
Bitcoin steigt auf Rekordhoch.
Quelle: Reuters

Kurz nach seiner Geburt im Jahr 2009 kostete der Bitcoin nichts. Keinen Cent. Am Mittwoch dieser Woche war ein Bitcoin zeitweise mehr als 23.000 Dollar wert - das entspricht fast 19.000 Euro. Eine Kurssteigerung um mehr als 180 Prozent allein in diesem Jahr.

Der Krypto-Analyst Timo Emden von Emden Research kommentierte:

Der heutige Tag geht definitiv in die Geschichte von Bitcoin und Co. ein.

Zwar stürzte die älteste Kryptowährung der Welt bisher nach ihrem jeweiligen neuen Allzeithoch krachend ab. Doch diesmal scheint alles anders.

Erster Bitcoin-Hype im Jahr 2017

Rückblick: Der Bitcoin-Hype erreichte 2017 seinen vorläufigen Höhepunkt. Damals schrammte der Preis knapp an 20.000 Dollar vorbei.

Getrieben wurde die Nachfrage vor allem von Cyber-Freaks, Hardcore-Fans, visionären Techies und den digital Natives, die nicht verstehen wollten, dass Geld nicht per Handy überall hin gesendet werden kann.

Wer Bitcoins, eine digitale Währung, senden und empfangen will, braucht eine "Wallet", eine digitale Geldbörse. Jede Wallet hat einen privaten Schlüssel in Form eines Zahlencodes.

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PayPals Ritterschlag

Im Corona-Jahr 2020 steigen auf einmal große institutionelle Investoren und Unternehmen ein.

"Der Eintritt von PayPal in das Geschäft der digitalen Gelder darf bereits jetzt als das Highlight des Jahres angesehen werden", meint Emden. Beim Online-Bezahldienst PayPal können US-Kunden neuerdings Bitcoin und andere Kryptowährungen nutzen. Der Service soll ab 2021 auf die globale Nutzerbasis ausgeweitet werden.

Doch nicht nur die Hoffnung auf Millionen neue Bitcoin-Käufer beflügelt den Kurs. Der Ritterschlag von PayPal dürfte auch andere Schwergewichte auf den Plan gerufen haben. Das US-Softwareunternehmen Microstrategy, große Hedgefonds-Manager und der US-Versicherungsriese MassMutual investierten jüngst in Summe mehrere 100 Millionen Dollar in Bitcoin.

Interesse an Digitalwährung steigt

Die Kryptowährung scheint reifer und erwachsener geworden. Denn mittlerweile sind Bitcoin und Co. selbst bei deutschen Traditionsbanken und Family Offices für die Superreichen eine anerkannte Assetklasse.

Laut einer aktuellen Studie der Fondsgesellschaft Universal Investment empfehlen 28 Prozent der Vermögensverwalter Investitionen in Kryptowährungen.

Viel für ein “Gangstergeld”, wie Bitcoin immer noch bezeichnet wird: Da er auch von Drogendealern und Kriminellen im Internet als Zahlungsmittel genutzt wird, sorgt der Bitcoin bei den weitgehend analogen Finanzaufsehern und Strafbehörden weltweit schon lange für Kopfschmerzen.

Banken sehen Chancen

In der Finanzindustrie scheint man nun weniger skeptisch zu sein. Die mehr als 200 Jahre alte Privatbank Hauck&Aufhäuser legt neuerdings einen eigenen Kryptofonds auf, und gehört damit zu den ersten in Deutschland.

Patrick Karb ist Chef des Kryptoarms und klingt optimistisch. "Wir sehen hier ein nachhaltiges Business-Modell der Zukunft. Der Markt für digitale Wertpapiere beziehungsweise Krypto Assets wächst überproportional und Deutschland bietet hier Anbietern und Nachfragern einen guten Nährboden."

Mehr Aufmerksamkeit durch Corona

Die Unsicherheit durch Corona und weltweit steigende Staatsschulden lässt laut Experten viele Anleger nach Alternativen suchen.

Auch Karb sieht das Interesse der Finanzprofis steigen. "Diese Großinvestoren haben in den vergangenen Jahren eher einen Bogen um diese Assets gemacht, auch aus Gründen des fehlenden Vertrauens, der hohen Volatilität und mangelnder Kontrollmöglichkeiten. Bitcoin wird immer mehr zu einer Art "Flucht-Asset" wie es früher Gold oder Edelmetalle waren, und dieser Trend geht weiter."

Rückenwind für Bitcoins von der EZB

Institutioneller Rückenwind kommt von den führenden Zentralbanken. Sie diskutieren die Einführung einer digitalen Währung. Die EZB will bis Sommer darüber entscheiden. "Die Debatten sind bestes Marketing für bestehende Kryptowährungen", ist Analyst Emden überzeugt.

Gespannt wartet die Krypto-Branche auf das deutsche Gesetz zum elektronischen Wertpapier, dessen Einführung 2021 erwartet wird. "Dieses Gesetz wird die Basis für die Handhabung digitaler Wertpapiere, also nicht unbedingt nur Bitcoin, bilden und so weiteres Vertrauen in diese Form von Vermögenswerten schaffen", sagt Krypto-Manager Karb.

Es sind gute Nachrichten für Kryptowährungen. Doch angesichts der großen Kurssprünge nach oben sowie nach unten ist ein Investment nichts für schwache Nerven.

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