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Rabatte und Konsumrausch - Lohnt sich der Black Friday?

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Die Schnäppchenjagd ist eröffnet. Am Black Friday locken viele Geschäfte mit hohen Rabatten. Lohnt sich das für die Verbraucher - und für den Handel?

Die Deutschen lieben Schnäppchen. Von daher war es zu erwarten, dass der Black Friday sich auch in Deutschland durchsetzen würde. Den gibt es in größerem Umfang hierzulande erst seit 2013, nachdem der amerikanische Online-Riese Amazon seit 2006 an diesem Tag mit besonderen Rabatten geworben hatte, die in den USA an diesem freien Freitag nach dem Thanksgiving-Fest üblich sind.

Inzwischen kennen nur fünf Prozent den Black Friday nicht, hat das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) in einer Konsumentenbefragung für den Handelsverband Deutschland (HDE) festgestellt.

Profitiert der Online-Handel durch Corona? Erfahren Sie im Video mehr über Gewinner und Verlierer der Krise:

Vom Black Friday zur Black Week hin zum Cyber Monday

Verbraucherschützer in Deutschland warnen jedoch, sich bei der Schnäppchenjagd an den Aktionstagen unter Druck setzen zu lassen. Denn der Handel hat den Black Friday nach und nach zur "Black Week" ausgeweitet, die mit dem Black Friday und dem folgenden "Cyber Monday" dann endet. Manchmal gelten besondere Aktionen nur für einige Stunden. Das könne die Verbraucher verleiten, sofort zuzuschlagen anstatt darüber nachzudenken, ob man das Produkt tatsächlich braucht, warnt Mathias Hufländer, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Bremen.

Nicht jedes schnelle Sonderangebot ist so vorteilhaft wie es scheint.
Mathias Hufländer, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Bremen

"Die beworbenen Prozente sagen nicht viel aus, denn sie beziehen sich oft auf die absurd hohe Preisempfehlung UVP", meint auch Arne Düsterhöft vom Verbraucherportal Finanztip: "Rabatte von 50 Prozent und mehr sollen nur unseren Verstand vernebeln. Ein kurzer Preisvergleich sorgt für klare Sicht."

Dazu eigneten sich die entsprechenden Plattformen im Internet: "Besonders überzeugen konnten uns Idealo und billiger.de", sagt er. Eine Stichprobe von Idealo zum Black Friday im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass drei Viertel der Sonderangebote wirklich günstiger waren im Vergleich zu den Preisen im Oktober. Im Schnitt habe man acht Prozent gespart, darauf weist die Verbraucherzentrale Bremen hin.

Menschen gehen über die Einkaufsmeile Zeil in der Frankfurter Innenstadt.

Innenstadt-Gipfel - Mehr Shopping in der Stadt, bitte! 

Der Online-Handel wächst, der Einzelhandel in den Innenstädten hat es schwer. Wirtschaftsminister Altmaier hat mit Vertretern aus Handel, Kultur und Kommunen Lösungen diskutiert.

von Sina Mainitz

Ob das aber auch in diesem Jahr so sein wird? Zwar kaufen die Verbraucher wegen der Corona-Pandemie verstärkt online ein. Das werden sie auch am Black Friday und Cyber Monday tun. Die Ausgaben dürften von 3,1 Milliarden Euro an diesen beiden Tagen auf 3,7 Milliarden Euro steigen.

Handelsforscher: Wohl kein zusätzlicher "Corona-Push"

Aber mit 18 Prozent dürfte das Wachstum in diesem Jahr niedriger ausfallen als in den Vorjahren, hat das IFH Köln in seiner Konsumentenbefragung für den HDE ermittelt. "Ganz offensichtlich können die Aktionstage kaum vom zusätzlichen 'Corona-Push' profitieren", sagt IFH-Geschäftsführer Kai Hudetz.

Die Konsumentenlaune sei getrübt, schließlich fallen die Aktionstage in den Teil-Shutdown, in den Innenstädten ist wenig los. "Konsumentinnen und Konsumenten suchen immer stärker gezielt und lassen sich seltener zu Spontankäufen inspirieren", so Hudetz.

Vor einem Jahr lockte eine ganze Black Week mit Sonderangeboten:

"Black Friday" in Düsseldorf (Archivbild 22.11.2017)

Shopping-Event - Black-Friday-Rummel zieht sich in die Länge 

Der nächste Black Friday steht vor der Tür. Der Handel lockt mit ausgedehnten Aktionstagen. Doch die Verbraucher sollten bei der Schnäppchenjagd einen kühlen Kopf behalten.

Das Wachstum könnte in diesem Jahr auch deshalb gedämpft bleiben, weil Amazon wegen der Corona-Pandemie seine eigentlich im Sommer stattfindende Rabattaktion "Prime Day" auf den Oktober verlegt hatte. Denn im Sommer waren die Lager leergeräumt, weil im Frühjahr wegen des Shutdowns die Kassen beim Online-Riesen so stark geklingelt hatten.

Da könnten die  Konsumenten schon so viel Geld ausgegeben haben, dass nicht mehr so viel für die Aktionstage um den Black Friday übrig bleibt. Doch der Rest des Handels müsse mitmachen, glaubt Handelsforscher Gerrit Heinemann: "Wer nicht mitmacht, droht zu verlieren." Das gehe zwar auf Kosten der Profitabilität, aber man wolle Amazon nicht auch noch den Black Friday überlassen.

Familien und Corona - Was brauchen Familien jetzt? Sicher im Bus unterwegs? - UV-Licht-Einsatz im ÖPNV; Black Friday - Was ist "Amazon's Choice"? u.a.

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