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Nachhaltigkeit und Niedrigpreis? - Black Friday: Wer zahlt für unseren Konsum?

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Die vermeintliche Schnäppchenjagd am Black Friday hat auch Schattenseiten: Ob Fast Fashion, Kosmetika oder Elektrogeräte - oft leiden Umwelt, Menschen und unser Klima.

"Black Friday"-Angebote
"Black Friday"-Angebote
Quelle: epa

Sie lauern überall, die vermeintlichen Schnäppchen am Black Friday. Doch wer zahlt den eigentlichen Preis für unseren Konsum? Umweltverbände wie Greenpeace, aber auch die Verbraucherzentrale warnen vor falschen Anreizen, Spontankäufen und ungesehen Konsequenzen.

Was sollte man bei der Schnäppchenjagd beachten?

Am Black Friday einfach mal durchs Internet stöbern, sich von der Werbung inspirieren lassen? Davon rät Elke Salzmann vom Bundesverband der Verbraucherzentrale ab.

Wir sind zwar auch daran interessiert, dass Verbraucher günstig kaufen können. Doch Marketing-Aktionen wie der Black Friday tragen nicht zu nachhaltigem Konsum bei.
Elke Salzmann, Bundesverband der Verbraucherzentrale

Die aggressive Werbung animiere Konsumenten zu Spontankäufen - und die seien selten sinnvoll, so die Verbraucherschützerin. Zudem könne man auch an einem anderen Tag sparen, vielleicht sogar besser. Denn laut einer Auswertung von Idealo liegt die Preisersparnis am Black Friday bei gerade einmal vier Prozent. Deshalb sei es ratsam, Preise langfristig zu beobachten.

Wenn man am Black Friday zuschlagen möchte, rät die Verbraucherzentrale dazu, mit einem Wunschzettel in die Schnäppchenschlacht zu ziehen und nur das zu kaufen, was man wirklich braucht.

Black Week 2021 - Zwischen Rabattschlacht und Lieferengpässen 

Die Werbung verspricht "Mega-Deals". Doch lohnen die Schnäppchen wirklich? Und welche Geschenke kommen zu Weihnachten pünktlich an? Worauf Sie in der Black Week achten sollten.

Videolänge
2 min
von Elisabeth Schmidt

Auf wessen Kosten geht der Black Friday?

"Menschen, Umwelt und unser Klima", sagt Viola Wohlgemuth von Greenpeace. Entlang gesamter Lieferketten bemängelt sie menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. Beim Abbau von Kobalt etwa, das für die Herstellung von E-Autos ebenso gebraucht wird wie für Smartphones, ist Kinderarbeit ein großes Problem.

Kaufen wir also neue Elektrogeräte, tragen wir dazu bei, dass noch mehr Rohstoffe abgebaut werden. Zusätzlich hat die Pandemie bestimmte Arbeiter aus dem Niedriglohnsektor hart getroffen.

Während Firmen wie Adidas in der Coronakrise hierzulande unter einen Rettungsschirm springen konnten, sind Fabrikmitarbeitende in Asien stellenweise fast verhungert.
Viola Wohlgemuth, Greenpeace

Auch die Umwelt werde stark gefährdet: Der Einsatz von Plastik und Chemikalien, vor allem in der Textilbranche, sei ein Riesenproblem. Sie verunreinigen das Grundwasser, führen dazu, dass Flüsse und Meere kontaminieren und Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren.

Er gilt als das Shopping-Event im Jahr: Ende der Woche ist wieder der "Black Friday". Aber die große Rabattschlacht geht online schon früher los. Heute starten viele Unternehmen in die "Black Friday"-Woche. Lohnt es sich, schon heute zuzuschlagen und auf …

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Wie können wir nachhaltig konsumieren?

Wie lange halten die Sneaker, bis sie kaputt gehen? Wurden sie unter menschenwürdigen Bedingungen produziert? War die Herstellung klimaneutral? "Diese relevanten Informationen werden Konsumenten schlicht nicht zur Verfügung gestellt", kritisiert Verbraucherschützerin Salzmann.

Deshalb ist es für Verbraucher unglaublich schwer, nachhaltig zu konsumieren.
Elke Salzmann, Bundesverband der Verbraucherzentrale

Das zu lösen, sei nicht Aufgabe der Verbraucher, sondern der Politik. Ohne diese Informationen könne der Verbraucher sich einzig am Preis orientieren. Doch der lässt eben außer Acht, wie lange ein Produkt tatsächlich hält oder welchen Preis Mensch und Umwelt für die Herstellung zahlen.

Die Idee vom ungebrochenen Strom an immer mehr Neuwaren kann niemals nachhaltig sein.
Viola Wohlgemuth, Greenpeace

Deshalb rät sie zu: Leihen, Teilen, Tauschen - und Second-Hand-Käufen. Auch bei Elektrogeräten gibt es mittlerweile reparierte Ware, die als "refurbished" bezeichnet wird.

Soll es dennoch Neuware sein, empfiehlt Salzmann auf Siegel zu achten: Der Blaue Engel, das EU Ökosiegel und der Grüne Knopf seien vertrauenswürdig, doch nur ein Bruchteil der Waren ist mit diesen zertifiziert. Auch im Internet findet man sie kaum.

Paketbote liefert Pakete aus

Verbraucher | WISO - Richtig online einkaufen 

Einkaufen per Klick: Was Sie beim Online-Shopping vom Warenkorb bis zur Lieferung wissen müssen.

Kann man Werbung für Nachhaltigkeit trauen?

Ein Thema findet man auf fast jeder Unternehmens-Webseite: Nachhaltigkeit. Viel zu oft sei das, was man dort liest, allerdings nur Greenwashing. "Oft sind die Aussagen schwammig und nicht durch Dritte verifiziert", sagt Salzmann.

Jeder kann seine Produkte 'umweltfreundlich' nennen. Der Begriff ist weder klar definiert noch geschützt.
Elke Salzmann, Bundesverband der Verbraucherzentrale

Auch Greenpeace steht großen Online-Händlern wie Amazon äußerst kritisch gegenüber. "Das Konzept ist absurd", sagt Wohlgemuth. "Einerseits versucht sich Amazon mit Nachhaltigkeit zu rühmen: Beim Kauf würde man praktisch noch das Klima schützen. Andererseits zerstört der Konzern Retouren und Neuwaren, die Platz im Regal beanspruchen, baut ständig neue Logistikcenter und kauft eine eigene Flugflotte, um noch schneller noch mehr verkaufen zu können."

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