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Boeing 737 Max darf wieder fliegen

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US-Behörde gibt grünes Licht - Boeing 737 Max darf wieder fliegen

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Die US-Behörde FAA hat Boeing grünes Licht gegeben, das Modell 737 Max wieder starten zu lassen. Trotzdem wird man die Flugzeuge aber nicht so schnell am Himmel sehen.

Eine Boeing 737 MAX 8 am 10.04.2019 in Seattle
Der Krisenflieger 737 MAX darf wieder abheben. Die US-Flugaufsicht gab grünes Licht.
Quelle: ap

Das Passagierflugzeug Boeing 737 Max hat nach mehr als anderthalbjährigem Flugverbot die Starterlaubnis erhalten - allerdings unter Auflagen. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass eine neue Steuerungssoftware in den Flugzeugen installiert wird. Das teilte die US-Flugaufsicht FAA mit.

Bis die 737 Max wieder voll in den Betrieb starten kann, dürfte es trotzdem noch etwas dauern. Zunächst müssen die letzten Wartungsarbeiten und Piloten-Trainings abgeschlossen werden.

Flugverbot für 737 Max seit März

Der Krisenjet war im März 2019 im Zuge zweier Abstürze mit insgesamt 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke galt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm.

Die Boeing 737 Max darf unter Auflagen wieder starten. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann berichtet aus Frankfurt über die Bedeutung für das Unternehmen.

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Boeing hatte die Probleme eigentlich bereits nach dem ersten Absturz beheben wollen. Doch es traten wiederholt weitere Mängel auf, sodass es letztlich rund 20 Monate dauerte, bis die FAA das Flugverbot aufhob.

Experten rechnen mit EASA-Zustimmung

Europas Luftfahrtbehörde EASA hatte bereits Mitte Oktober erklärt, dass die 737 Max wieder ausreichend sicher sei und damit ihre Zustimmung zu einer Wiederzulassung signalisiert. Experten rechnen damit, dass die europäischen und andere internationale Aufsichtsbehörden nun ebenfalls zügig grünes Licht geben werden.

Neben der EASA hatten Kanadas und Brasiliens Aufseher bereits bei Teilen des Wiederzulassungsverfahrens mit der FAA kooperiert. Ohnehin muss sich zeigen, wie Fluggesellschaften und Passagiere den Krisenflieger annehmen.

Boeing war wegen des Debakels um die 737 Max massiv in die Kritik geraten und verdächtigt worden, das Modell im scharfen Wettbewerb mit Airbus überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Dies wies Boeing zwar zurück, doch Fehler und Pannen hat der Hersteller eingeräumt.

Boeing finanziell stark unter Druck

Der Abschlussbericht des US-Kongresses zu den Abstürzen kam zu dem Schluss, dass technische Fehler sowie Verheimlichungen und Aufsichtsversagen zu den Unglücken führten. Auch die FAA musste sich heftige Kritik gefallen lassen. Der Behörde wird im Abschlussbericht eine grob unzureichende Kontrolle zur Last gelegt.

Das 737-Max-Desaster hat Boeing auch finanziell stark unter Druck gebracht. Der Airbus-Erzrivale konnte die 737 Max - sein bis zu den Abstürzen bestverkauftes Modell - wegen der Flugverbote seit Frühjahr 2019 nicht mehr an Kunden ausliefern. Zahlreiche Aufträge wurden storniert, Boeing entstanden etliche Milliarden an Sonderkosten.

Auch wenn die Wiederzulassung der 737 Max für Boeing eine große Erleichterung ist, blickt der US-Flugzeugriese weiter äußerst schwierigen Zeiten entgegen. Die Corona-Pandemie, die weite Teile des Luftverkehrs lahmgelegt und viele Fluggesellschaften in Finanznot gebracht hat, dürfte noch deutlich länger belasten. Boeing geht davon aus, dass es etwa drei Jahre dauern wird, um das Niveau von 2019 wieder zu erreichen.

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