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Boeing legt Zahlen vor - Wenig Optimismus nach Horrorjahr

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Der Unglücksflieger 737 Max hat bei Boeing mehr als nur Kratzer hinterlassen. Heute legt der Luftfahrtriese seinen Geschäftsbericht vor und der wird wohl nicht rosig ausfallen.

Eine Boeing 737 Max.
Bei einer Freigabe der 737 Max zur Jahresmitte 2020 ist mit Belastungen von mindestens 30 Milliarden Dollar zu rechnen. So schätzen Experten.
Quelle: Ted S. Warren/AP/dpa/Archiv

Vom Vorzeigekonzern zum Krisenfall: Der Airbus-Rivale Boeing ist nach zwei verheerenden Flugzeugabstürzen angeschlagen wie selten zuvor. Nachdem Konzernchef Dennis Muilenburg kurz vor Weihnachten gefeuert wurde, legt sein Nachfolger Dave Calhoun an diesem Mittwoch erstmals die Geschäftszahlen vor. Anleger stellen sich nach dem Katastrophenjahr 2019 auf eine Horrorbilanz mit immensen Belastungen und Sonderkosten aufgrund der Startverbote für den Unglücksjet 737 Max ein.

Bestseller am Boden

Die Pannenmaschine 737-MAX bereitet Boeing neue Probleme: Der Flugzeugbauer hat einen Softwarefehler festgestellt. Dieser könnte die erneute Zulassung des Maschinentyps verzögern.

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Die größte Herausforderung bleibt indes unbewältigt - den Krisenflieger wieder in die Luft zu bekommen. Boeing geht davon aus, dass das Flugverbot für die 737 Max noch Monate andauern wird. Der US-Luftfahrtkonzern rechnete zuletzt nach eigenen Angaben mit einer Wiederzulassung der Baureihe "Mitte 2020". Damit bleibt Boeings bestverkauftes Modell deutlich länger am Boden als vom Unternehmen erwartet. Der Zeitplan liegt ganz in den Händen der Flugaufsichtsbehörden. Der Ausfall hat schon riesige Löcher in die Bilanz gerissen.

US-Medien berichteten diese Woche über Finanzierungskredite von rund zwölf Milliarden Dollar (10,9 Milliarden Euro), die Boeing angesichts der prekären Lage mit Banken vereinbart hat. Die Zahlen für das vierte Quartal dürften die Misere einmal mehr unterstreichen. Analysten rechnen mit einem weiteren Einbruch bei Gewinn und Erlösen.

Da Boeings 737 Max nach den zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März 2019 weltweit nicht mehr abheben darf, kann der Bestseller seitdem auch nicht mehr an Kunden ausgeliefert werden. Das belastet den Hersteller enorm, zumal Boeing die 737 Max zunächst noch weiter auf Halde produziert hatte, obwohl den hohen Kosten keine Einnahmen gegenüberstanden. Erst im Januar wurde die Notbremse gezogen und die Fertigung gestoppt.

"Gigantische Kosten" erwartet

Experten hoffen indes, dass sich die Situation nach dem Rauswurf von Muilenburg bessert, der wegen seines Krisenmanagements schon lange in der Kritik stand. "Unter Calhoun wird Boeing nun zunehmend realistischer hinsichtlich des Zeitplans und packt auch gegenüber den Aufsichtsbehörden endlich alle skandalösen Fakten auf den Tisch", meint Wolfgang Donie von der Landesbank NordLB. "Sicher ist aber: auf Boeing kommen weiter gigantische Kosten zu."

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