Sie sind hier:

Luftfahrtaufsicht der USA - FAA fordert Millionen-Strafe für Boeing

Datum:

Boeing hat in Hunderten Flugzeugen nicht zugelassene Bauteile verwendet. Zuvor waren zwei 737 Max abgestürzt, 346 Menschen starben. Jetzt drohen weitere finanzielle Konsequenzen.

Der US-Kongress hat die 737-Max des Flugzeugbauers Boeing als "grundlegend fehlerhaft und unsicher" eingeschätzt. Nach zwei Abstürzen gilt für die Maschine ein Flugverbot.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Flugzeughersteller Boeing gerät erneut wegen angeblicher Versäumnisse in den Fokus. Die US-amerikanische Flugaufsichtsbehörde FAA fordert ein Bußgeld von 19,7 Millionen Dollar (17,5 Mio Euro) wegen nicht zugelassener Bauteile in Hunderten Flugzeugen.

Die Behörde wirft dem Flugzeugbauer vor, in 791 Jets der 737-Baureihe bestimmte Sensoren eingebaut zu haben, die noch nicht genehmigt worden waren. Das Unternehmen hat 30 Tage Zeit, die Strafe zu zahlen oder anzufechten.

Boeing: Kein Sicherheitsproblem, sondern Versäumnisse bei Zertifizierung

Boeing erklärte, bereits auf die Beanstandungen der FAA reagiert zu haben. Es gehe bei der Angelegenheit nicht um ein Sicherheitsproblem, sondern um Versäumnisse bei bestimmten Unterlagen zur Zertifizierung.

Indes erhebt der US-Kongress schwere Vorwürfe sowohl gegen Boeing als auch gegen die FAA. Die Überprüfung der 737 Max sei "in grober Weise unzureichend" gewesen, heißt es in dem vorläufigen Untersuchungsbericht des Ausschusses. Die FAA habe ihre Pflicht bei der Erkennung entscheidender Sicherheitsprobleme im Rahmen der Zertifizierung des Flugzeugs nicht erfüllt.

Sehen Sie hier einen Beitrag zur Unglücksmaschine Boeing 737 Max:

Die Kritik am Hersteller Boeing ist ebenfalls heftig. Die 737 Max sei bereits in ihrer Entwicklung durch technische Fehler und einen Mangel an Transparenz gegenüber Aufsehern und Kunden "ruiniert" gewesen, so der für die Aufarbeitung der Abstürze zuständige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses.

Zudem beschuldigt der vorläufige Untersuchungsbericht Boeing, Informationen zum Betrieb und zur Technik des Flugzeugs verschleiert und zurückgehalten zu haben. Die Rede ist von einer "Kultur des Verheimlichens" bei dem Konzern.

FAA zeigt sich offen gegenüber der Kongress-Kritik

Boeing teilte auf Anfrage lediglich mit, umfassend bei der Untersuchung kooperiert zu haben und die Ergebnisse prüfen zu wollen. Die FAA erklärte in einem Statement, die Erkenntnisse des Kongressausschusses für Transport- und Infrastruktur zu begrüßen.

Boeing steht nach den beiden 737-Max-Abstürzen am 29. Oktober 2018 und am 10. März 2019, bei denen 346 Menschen starben, mit dem Rücken zur Wand. Der Airbus-Rivale wird verdächtigt, die Unglücksflieger im Wettbewerb überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben.

Sehen Sie hier eine Dokumentation zu den Abstürzen der 737-Max-Flugzeuge:

Boeing streitet dies ab, hat aber Fehler und Pannen eingeräumt. US-Behörden prüfen, ob bei der Zulassung der seit rund einem Jahr weltweit mit Flugverboten belegten Modellreihe 737 Max alles mit rechten Dingen zuging.

Steuerungsprogramm MCAS spielte eine Rolle bei den Abstürzen

Im Zentrum der Ermittlungen steht das für die 737 Max entwickelte Steuerungsprogramm MCAS, das laut Untersuchungsberichten eine entscheidende Rolle bei den Abstürzen gespielt hat. Boeing hatte bereits nach dem Unglück in Indonesien versprochen, die MCAS-Probleme per Software-Update zu beheben. Wenig später kam es zum Absturz in Äthiopien. Das Update hat noch immer keine Zulassung der FAA.

Ob und wann die 737 Max wieder abheben darf, bleibt unklar. Boeing rechnete zuletzt damit, dass die Flieger Mitte 2020 wieder zugelassen werden.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.