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Lange Wartezeiten für Lkw-Fahrer - Brexit bremst den Handel aus

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Der Brexit belastet den Handel zwischen der EU und Großbritannien. Darunter leiden aktuell besonders die Lastwagenfahrer.

Lkw-Schlange im Hafen von Dover Anfang Januar.
Lkw-Schlange im Hafen von Dover Anfang Januar.
Quelle: Gareth Fuller/PA Wire/dpa/Archivbild

Seit dem Inkrafttreten des neuen Handelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien ruckelt es im Warenverkehr zwischen der Insel und dem Kontinent: Weil sich viele Abläufe vor allem bei der Zollabwicklung noch einspielen müssten, stecken viele Lastwagenfahrer laut Branchenverband oft stundenlang auf britischer Seite fest.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen hätten große Probleme, die neuen Regelungen zu überblicken und einzuhalten, kritisiert der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL):

Es kam bereits vor, dass mit englischen Waren für den Kontinent beladene Lkw wieder zum Absender zurückgeroutet wurden, weil die Verzollung an der Grenze GB/EU nicht sichergestellt war.
Dirk Engelhardt, Hauptgeschäftsführer BGL

Engelhardt weiter: "Wir haben in Großbritannien zudem einen chronischen Engpass an Zollagenten". Solche Agenten kümmern sich für ihre Kunden in der Regel um die Zollformalitäten.

5 Wochen nach dem Brexit gibt es bereits Ärger in Nordirland. Probleme bei Ein- und Ausfuhr von Produkten, alles durch eine Zollgrenze zwischen Großbritannien und Nordirland.

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Bis zu 36 Stunden Wartezeit

Lastwagenfahrer, die von Großbritannien zurück in die EU wollten, müssten im britischen Hinterland 12 bis 36 Stunden vor allem beim Warten auf die Zollpapiere ausharren. Durch längere Abfertigungszeiten von Tausenden Lastwagen an der Grenze drohe zudem ein Verkehrschaos. Laut BGL sind für tierische und pflanzliche Produkte inzwischen zusätzliche Dokumente fällig, die zudem nicht billig seien.

Selbst große Logistik-Konzerne wie die Deutsche-Bahn-Tochter DB Schenker hatten zuletzt die Auswirkungen des Brexits und dem nun vereinbarten Handelsabkommen zu spüren bekommen. Im Januar nahm Schenker vorübergehend keine Sendungen mehr aus der EU nach Großbritannien an, weil bei einem Großteil der Lieferungen Dokumente fehlten und die Mitarbeiter mit der Nachverfolgung nicht hinterher kamen.

Ein Jahr nach dem Brexit zeigen sich im britisch-europäischen Handel zunehmend Probleme: Schwierigkeiten im Waren-Grenzverkehr – auch trotz des Sonderstatus Nordirlands im EU-Binnenmarkt. In britischen Supermärkten findet man zunehmend leere Regale.

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Mehrere Einzelhändler stoppen Lieferungen

So mancher Einzelhändler auf beiden Seiten hat Lieferungen aus oder in die EU bereits eingestellt. Mittelfristig geht Engelhardt daher davon aus, dass aus all diesen Gründen die Frachtpreise deutlich steigen werden, "um bis zu 50 Prozent", sagte der BGL-Hauptgeschäftsführer.

Außenhandelsexperten gehen auf Nachfrage jedoch davon aus, dass sich zumindest die Probleme bei der Zollabwicklung mittelfristig lösen werden. Solche Anlaufschwierigkeiten seien normal, heißt es vom Bundesverband Großhandel Außenhandel Dienstleistungen (BGA).

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