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Booking.com & Co. - Keine Bestpreisklauseln mehr für Reiseportale

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Viele Tausende Hotels im Überblick, das bieten Internet-Plattformen wie Booking.com. Diesen Service zahlen Nutzer beim Zimmerpreis mit. Jetzt sichert ein Urteil mehr Wettbewerb.

Die App von Booking.com auf einem Smartphone. Symbolbild
Die App von Booking.com auf einem Smartphone. Symbolbild
Quelle: Fabian Sommer/dpa/Archivbild

Hotels, die sich auf Buchungsportalen wie Booking.com präsentieren, können ihre Zimmer auf der eigenen Internetseite ungestraft günstiger anbieten.

Der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) entschied am Dienstag in Karlsruhe, dass die Plattformen dies nicht über sogenannte Bestpreisklauseln in ihren Verträgen unterbinden dürfen. Damit gehören solche Klauseln auf dem deutschen Hotelmarkt endgültig der Vergangenheit an. (Az. KVR 54/20)

Provision des Hotels zahlt der Nutzer

Auf Portalen wie Booking.com, HRS und Expedia können Nutzer eine Vielzahl an Hotels und anderen Unterkünften vergleichen und auch direkt buchen. Für jede erfolgreiche Vermittlung über die Seite kassiert der Betreiber vom Hotel eine Provision. Beim Zimmerpreis wird das mit einkalkuliert - der Nutzer zahlt also indirekt. Bei Buchungen direkt beim Hotel schlägt so eine Provision naturgemäß nicht zu Buche. Hier könnten die Zimmer billiger sein.

Portale wie Booking und HRS hatten ihren Partnerhotels ursprünglich ganz untersagt, ihre Zimmer irgendwo anders günstiger anzubieten. Solche "weiten" Bestpreisklauseln sind bereits seit 2015 rechtskräftig verboten. Booking hatte daraufhin auf eine "enge" Klausel umgestellt, die sich nur auf die hoteleigene Seite bezog. Auf konkurrierenden Portalen oder im Offline-Vertrieb - also zum Beispiel am Telefon oder an der Rezeption - durften die Hotels günstigere Preise anbieten. Es war aber verboten, dafür im Internet zu werben.

Hotelranking erfolgt nicht nach bestem Preis-Leistungsverhältnis.

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5 min
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Das Bundeskartellamt hatte Booking Ende 2015 auch diese "enge" Klausel für den deutschen Markt untersagt. Aber das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf kippte diese Verfügung 2019. Die Richter dort hielten die Klausel für notwendig: Ohne sie würden die Hotels die Breitenwirkung von Booking.com nur nutzen, um Interessenten von dort auf ihre Seite zu locken - und sich die Provision sparen.

Verbraucher, die Plattform nutzen, buchen dort meist auch

Mit dem Urteil des BGH ist das Verbot nun wiederhergestellt. Faktisch ändert sich damit erst einmal nichts, denn Booking hatte auch nach der Düsseldorfer Entscheidung weiter auf die Klausel verzichtet, weil das Verfahren noch lief.

Die Richterinnen und Richter des Karlsruher Kartellsenats halten es zwar nicht für ausgeschlossen, dass es Nutzer gibt, die gern in der großen Auswahl auf Booking.com stöbern, das gewählte Hotel dann aber anderswo billiger buchen. Nach einer Marktstudie des Kartellamts machen sich aber erstaunlich wenige Verbraucher diese Mühe.

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