Sie sind hier:
FAQ

Handelsabkommen mit Kanada : Grünes Licht für Ceta - Fragen und Antworten

Datum:

Ceta? Da war was. Der Bundestag hat das Handelsabkommen der EU mit Kanada jetzt abgesegnet, nachdem es seit Jahren schon vorläufig in Kraft ist. Fragen und Antworten.

Die Fahnen von Kanda und der EU
Ein paar Unterschriften fehlen noch: Ceta-Abkommen zwischen der EU und Kanada

TTIP und Ceta - das war ein Aufreger. Zehntausende gingen vor sechs Jahren auf die Straße. Nach jahrelangem Zögern ratifiziert Deutschland nun das Ceta-Freihandelsabkommen der EU mit Kanada. Der Bundestag stimmte am Donnerstag zu. Endgültig in Kraft treten kann es, wenn alle 27 EU-Mitgliedsstaaten grünes Licht gegeben haben - mit Deutschland sind es bislang 17. Entsprechend ist das Abkommen seit 2017 nur vorläufig in Kraft. Die Kritik aber hält bis heute an. Worum es geht.

Wie ist der Stand bei Ceta?

Die EU und Kanada unterzeichneten Ceta nach dreijährigen Verhandlungen am 30. Oktober 2016. Ein Jahr später trat das Abkommen praktisch vollständig in Kraft. Laut EU-Kommission fielen damit 98 Prozent aller Zölle zwischen beiden Seiten weg - und damit pro Jahr rund 500 Millionen Euro an Zollgebühren für europäische Unternehmen, rechnet der Industrieverband DIHK vor.

Nicht in Kraft ist bislang das umstrittene System zur Beilegung von Streitigkeiten, weil es nicht in die EU-Kompetenz für Handelsfragen fällt. Ceta muss deshalb auch auf nationaler Ebene durch die Parlamente ratifiziert werden. Bei Problemen bei der Anwendung des Vertrags müssen die EU und Kanada vorerst direkt miteinander Lösungen suchen.

Seit September 2017 ist das umstrittene EU-Handelsabkommen mit Kanada vorläufig in Kraft. Nach jahrelangen Debatten stimmt der Bundestag nun über eine Ratifizierung von Ceta ab.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Was sagen Kritiker?

Kritiker befürchten, dass Unternehmen über demokratisch nicht legitimierte Schiedsgerichte Staaten verklagen und so unliebsame Gesetze verhindern könnten. Die ursprünglich in Ceta vorgesehenen privaten Schiedsgerichte wurden schließlich durch einen permanenten Investitionsgerichtshof mit professionellen Richtern ersetzt. Die Kritiker wenden sich aber generell gegen jegliche Sondergerichtsbarkeit für Investoren und fordern, dass Streitfälle vor normalen Gerichten geklärt werden.

Greenpeace-Handelsexpertin Lis Cunha bemängelt zudem: "Das Abkommen schützt fossile Konzerne statt das Klima." Mit dem Abkommen würden Sonderrechte für ausländische Investoren geschaffen.

Was sagen Befürworter?

2021 wurden nach Kanada deutsche Güter im Wert von zehn Milliarden Euro exportiert, die Importe summierten sich auf 6,2 Milliarden. Vom gesamten deutschen Handelsvolumen sind das allerdings nur 0,6 Prozent. "Wir verdanken dem Abkommen, dass die Ausfuhren nach Kanada in den letzten fünf Jahren um mehr als ein Viertel gestiegen sind", sagte der Präsident des Großhandelsverbandes BGA, Dirk Jandura. Ceta habe insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen geholfen, nach Kanada zu exportieren und sich dort zu etablieren.

Die deutsche Wirtschaft kannte vor Corona nur eins: Wachstum. Die Globalisierung machte es möglich. Doch die Abhängigkeiten haben zugenommen. Es gibt dramatische Lieferengpässe.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Wie sieht es bei weiteren Abkommen aus?

Die Ampel-Koalition strebt weitere Handelsabkommen an. Vor allem die Grünen und die SPD pochen aber darauf, zwingend Nachhaltigkeitskriterien - beispielsweise Auflagen zum Umweltschutz und Mindestarbeitsnormen - in neuen Verträgen zu verankern. "Wer sie nicht einhält, muss mit Sanktionen rechnen", sagte Grünen-Politiker Andreas Audretsch. BGA-Präsident Jandura fordert dagegen, Freihandelsabkommen nicht mit moralischen Wertevorstellungen zu überfrachten.

Auch die EU hat ihre Bemühungen um weitere Abkommen vorangetrieben. Mit dem EU-Japan-Abkommen ist seit 2019 das größte jemals ausgehandelte Handelsabkommen in Kraft, es folgten Abkommen mit Singapur und Vietnam. Separate Vertragsteile müssen hier noch ratifiziert werden. Mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, sowie Mexiko und Neuseeland, wurden ebenfalls umfassende Freihandelsabkommen ausgehandelt - hier steht die Zustimmung des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten aus.

Die Gespräche mit den USA über das hoch umstrittene TTIP-Abkommen liegen seit der Präsidentschaft von Donald Trump auf Eis und wurden auch seit Amtsantritt von Joe Biden nicht wieder aufgenommen. Die Bundesregierung will sich nun aber wieder für eine Intensivierung der Handelsbeziehungen mit den USA einsetzen. Die FDP will konkrete Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen.

Bundeskanzler Olaf Scholz (M, SPD), kommt im Pullover im Deutschen Bundestag zur namentlichen Abstimmung zum CETA Abkommen.

Handelsabkommen mit Kanada - Bundestag stimmt Ceta zu 

Deutschland hat nach langem Zögern das Ceta-Freihandelsabkommen der EU mit Kanada ratifiziert. Für das entsprechende Gesetz votierte die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten.

Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du bist dabei, den Kinderbereich zu verlassen. Möchtest du das wirklich?

Wenn du den Kinderbereich verlässt, bewegst du dich mit dem Profil deiner Eltern in der ZDFmediathek.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.