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Wachstumsboom im Reich der Mitte - Chinas Wirtschaft legt über 30 Prozent zu

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Chinas Handel boomt. Die Zahlen übertreffen bei weitem die Erwartungen der Analysten. Die restriktive Krisenpolitik und eine "Null-Covid-Strategie" zahlen sich aus.

China, Qingdao: Portalkräne bewegen Container auf Transporter in einem Hafen in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong. Archivbild
Wirtschaftsboom in China: Die aktuellen Exportzahlen übertreffen sogar die Erwartungen der Analysten. (Archivbild)
Quelle: dpa

Export-Riese China kommt mit sehr viel Schwung auf die Weltmärkte zurück. Laut einer Statistik der chinesischen Zollbehörde stiegen die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft im Vorjahresvergleich um 32,2 Prozent auf rund 281 Milliarden Dollar.

Dies übertraf bei weitem die Erwartungen von Analysten. Im Durchschnitt hatten die von Reuters befragte Ökonomen einen Zuwachs von lediglich 23,1 Prozent erwartet. Für den China-Experten Dr. Philipp Böing vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforischung (ZEW) ist dies ein vorübergehender Effekt. Er sei vor allem durch den Vergleich zu niedrigen Basiswerten im Vorjahr getrieben.

Wachstum in Zukunft etwas moderater

Für die zweite Jahreshälfte 2021 erwarte er einen geringeren Basiseffekt. Der Anstieg komme vor allem durch die gestiegene Nachfrage nach Elektronik- und Pharmaprodukten. Weitere Treiber seien die anlaufende Produktionstätigkeit in den USA sowie eine generelle Erholung der Weltwirtschaft.

Auch die Importe der Volksrepublik stiegen deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Die Einfuhren legten im Juni um 36,7 Prozent auf 230 Milliarden US-Dollar zu. Chinas Außenhandelsüberschuss belief sich damit auf rund 45,5 Milliarden Dollar.

Chinas Wirtschaft wächst - und damit auch die Abhängigkeit zu unserem wichtigsten Handelspartner. In Anbetracht anhaltender Menschenrechtsverletzungen eine prekäre Situation.

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Nach dem rasanten Anstieg in den vergangenen Monaten geht auch die Zollbehörde in Peking davon aus, dass sich das Wachstumstempo in der zweiten Jahreshälfte normalisieren und damit geringer ausfallen dürfte. Man blicke mit etwas Vorsicht darauf, wie sich die Corona-Pandemie rund um die Welt entwickeln werde.

Im internationalen Handel gebe es weiterhin "instabile und ungewisse Faktoren". Über das Gesamtjahr gehe man dennoch von einem Zuwachs beim Handel aus. Böing sieht auch nicht mehr dieses starke Wachstum.

Wichtiger Absatzmarkt und Konkurrent für die deutsche Wirtschaft

Auch deutsche Unternehmen profitierten im Juni weiter von der hohen Nachfrage aus der Volksrepublik. Für Autokonzerne, aber auch Unternehmen aus der Maschinenbau-Branche ist China der wichtigste Absatzmarkt weltweit. Die deutschen Ausfuhren nach China stiegen im Vorjahresvergleich um 28,6 Prozent. Chinas Exporte nach Deutschland legten um 26,9 Prozent zu.

Allerdings hat China Deutschland jüngst als stärksten Maschinenbauer weltweit abgelöst. Ein Grund liegt auch in der Corona-Krise: Eine gesteigerte Auslandsnachfrage hat in China zu einer gesteigerten Industrieproduktion geführt, welche wiederum zu einer gesteigerten Nachfrage bei Produktionsmaschinen geführt hat.

Restriktive Krisenpolitik zahlt sich aus

Durch Einreisebeschränkungen und unterbrochene Lieferketten konnten viele deutsche Unternehmen keine entsprechenden Angebote machen. Die chinesischen Konkurrenten waren hingegen bereits früher wieder operativ funktionsfähig.

Weltweit hat das Coronavirus die Wirtschaft in den Abgrund gerissen. In China, wo es erstmals festgestellt wurde, wächst sie in diesem Jahr wieder.

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China hat die Corona-Pandemie schon lange überwunden. Die Regierung in Peking verfolgt schon lange eine "Null-Covid-Strategie". Mit Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung, Quarantäne und strengen Einreisebeschränkungen hat das Land das Coronavirus weitgehend im Griff. Die offiziellen Neuinfektionszahlen sind so niedrig, dass die errechnete 7-Tage-Inzidenz bei 0,0 liegt.

Es gab seit dem vergangenen Sommer nur noch wenige, kleinere Ausbrüche. Laut einer im Juni veröffentlichten Umfrage der EU-Handelskammer profitierten die Firmen davon, dass China schneller als andere Weltregionen die Pandemie überwinden konnte und die Wirtschaft bereits im vergangenen Jahr wieder Fahrt aufnahm.

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