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Was steckt hinter der Uiguren-Unterdrückung?

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Internierungslager in China - Was steckt hinter der Uiguren-Unterdrückung?

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Auch deutsche Konzerne produzieren in der chinesischen Region Xinjiang. Vertreter der unterdrückten Uiguren protestieren heute vor der Siemens-Zentrale in München.

In München haben Uiguren gegen den Siemens-Konzern demonstriert. Sie werfen dem Unternehmen vor, indirekt an der Unterdrückung der Uiguren in ihrer chinesischen Heimat beteiligt zu sein.

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Internierungslager, Zwangsarbeit, Zwangssterilisation, Überwachung, Unterdrückung. Wer in die chinesische Provinz Xinjinag blickt, sieht, wie die Strategie der kommunistischen Partei Chinas bei jenen umgesetzt wird, die sie als Gefahr, als potenzielle Terroristen, Extremisten oder Separatisten betrachtet.

Viele Verdächtige landen in Internierungslagern

Meist sind das Menschen, die sich verdächtig gemacht haben, weil sie dem muslimischen oder christlichen Glauben angehören oder Minderheiten, wie den Uiguren, Kasachen, Kirgisen, Hui-Chinesen. Das ist die junge Frau, die im Ausland studiert hat, der alte Mann, der seit Jahrzehnten in der Moschee sauber macht, der junge Mann, der nach Kasachstan gereist ist, um seine Familie zu besuchen.

Die meisten landen in Internierungslagern und mit ihnen oftmals ganze Familien. Sie erzählen von Foltermethoden meist psychisch, Schreien aus den Nachbarzellen, Erniedrigung, Vergewaltigung, Zwangssterilisation.

UN: Mindestens eine Million Menschen in Internierungslagern

Spätestens seit dem Sommer 2017 ist bekannt, dass in der Provinz Xinjiang die muslimische Minderheit der Uiguren lebt. Bekannt dadurch, dass China sogenannte Umerziehungslager für die turkstämmige Minderheit erbauen ließ.

Umerziehungslager im chinesischen Artux

Menschenrechte in China -
Zwangsarbeit von Uiguren in der Textilbranche
 

In chinesischen Straflagern leisten Uiguren Zwangsarbeit. Auch internationale Großkonzerne verarbeiten Produkte dieser Betriebe. Was können Verbraucher in Deutschland dagegen tun?

von Nils Metzger

Laut UN sollen mindestens eine Million Menschen willkürlich in Internierungslagern festgehalten werden und dort politisch und kulturell indoktriniert werden. Mittlerweile gehen die Zeugenaussagen weit darüber hinaus.

Peking bestätigt Existenz der Lager

Zu Anfang bestritt die chinesische Regierung, dass solche Lager existieren würden. Im Oktober 2018 aber bestätigt Peking offiziell, dass es die Lager gibt. Seitdem gibt es Berichte über Kinder, die von ihren Eltern getrennt werden, in Internatsschulen mit chinesischer Prägung unterrichtet werden, ihre Eltern wiederum befinden sich in Lagern und sollen sich zum Wohle des Landes und ihrer Kinder assimilieren.

Die Uiguren sind eine Minderheit, die im Norden Chinas lebt und von den Behörden angeblich überwacht, verfolgt, eingesperrt wird. Deutschland unternehme dagegen nichts, klagen Menschenrechtler. Eventuell weil auch deutsche Konzerne dort produzieren?

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Berichte von Han-Chinesen, die bei uigurischen Familien einziehen oder regelmäßig kontrollieren, ob und wie die chinesische Kultur im Alltag umgesetzt wird. Ende 2019 gab es die ersten Berichte über mögliche Zwangssterilisation und Schwangerschaftsabbrüche in den Lagern. Anfang 2020 sollen laut einer Studie uigurische Zwangsarbeiter bei der Produktion großer internationaler Firmen eingesetzt worden sein.

Uiguren-Gebiet strategisch wichtig für China

Warum ausgerechnet die Uiguren in der Region Xinjiang? Das uigurische Autonomiegebiet Xinjiang liegt im äußersten Nordwesten der Volksrepublik China und ist strategisch sehr wichtig. Es grenzt an Indien, Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgistan, Kasachstan, Russland und die Mongolei.

Junge Männern der Volksgruppe der Uiguren an der Seidenstraße, China

Fragen und Antworten -
Wer sind die Uiguren?
 

Die "China Cables" haben die Verfolgung und Internierung von Uiguren enthüllt. Wer sind die Uiguren, wo leben sie und worin besteht ihr Konflikt mit der chinesischen Regierung?

Hier verläuft ein Teil der Route des groß angelegten Seidenstraßenprojektes, das China wirtschaftliche Macht geben soll. Und ein Fünftel der Kohle-, Gas- und Erdölvorkommen Chinas befinden sich in Xinjiang.

Experten sprechen von "kulturellem Genozid"

Mit dem Ausruf der Volksrepublik 1949 siedelt China in der Provinz gezielt Han-Chinesen an, eine Sinisierung der einheimischen Bevölkerung soll stattfinden, um die Kultur nach chinesischem Vorbild zu formen. Das führte immer wieder zu ethnisch-religiösen Spannungen. Es gab bewaffnete Konflikte, auch Anschläge und Tote auf beiden Seiten.

Dolkun Isa ist der Präsidenten des Weltkongresses der Uiguren, der für die Freiheit seines Volkes kämpft. Seit Jahren wird die muslimische Minderheit in China unterdrückt.

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Seit 2017 nun gibt es die sogenannten "Umerziehungslager", wie die Chinesen sie nennen. Nach offiziellen Angaben der kommunistischen Partei halten die örtlichen chinesischen Behörden religiöse und ethnische Minderheiten in Lagern fest, um eine Radikalisierung und Extremismus zu verhindern. Aus geleakten Dokumenten aber geht hervor, dass die meisten Lagerinsassen ohne Gerichtsverfahren in Lagern eingesperrt werden. Experten, wie der Sinologe Adrian Zenz, sprechen von einem "kulturellen Genozid".

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