China: Wirtschaft wächst und bleibt trotzdem wackelig

    Handel mit Deutschland gesunken:Chinas Wirtschaft wächst und bleibt wackelig

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    Chinas Wirtschaft ist stärker gewachsen als erwartet wurde. Trotz wirtschaftlicher Erholung bleiben Unsicherheiten - die strikte Null-Covid-Politik bremst, auch deutsche Firmen.

    Chipfabrik in Nantong, China
    Eine Chipfabrik in Nantong, China.
    Quelle: ap

    Die wirtschaftliche Erholung in China bleibt auf wackeligen Beinen. Wie das Pekinger Statistikamt am Montag mitteilte, legte das Wachstum im dritten Quartal stärker als erwartet um 3,9 Prozent zu. Nach lediglich 0,4 Prozent im zweiten Quartal zeigte die zweitgrößte Volkswirtschaft damit deutliche Zeichen der Erholung.
    Allerdings deuteten weitere am Montag veröffentlichte Konjunktur- und Handelszahlen auf ein durchmischtes Bild der Lage hin.

    Xi Jinping: Keine Isolation Chinas von der Welt

    Die Daten waren mit Spannung erwartet worden, weil Peking ihre Veröffentlichung in der vergangenen Woche überraschend verschoben hatte. Beobachter gingen davon aus, dass die Entscheidung mit dem gleichzeitig laufenden Parteikongress in Peking zusammenhing, der am Samstag endete.
    Nach Abschluss des Parteitags beteuerte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, dass die chinesische Wirtschaft "widerstandsfähig" sei.

    China kann sich nicht isoliert von der Welt entwickeln.

    Xi Jinping, chinesischer Staatschef

    Schwache globale Nachfrage hemmt Wachstum

    Die schwache globale Nachfrage hat das chinesische Exportwachstum weiter gebremst. Die Ausfuhren legten im September in US-Dollar berechnet nur noch um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie der chinesische Zoll am Montag berichtete.
    Auch die Einfuhren legten im September wie im Vormonat nur um 0,3 Prozent zu. Die Ausfuhren entwickelten sich nur leicht besser als von Experten vorhergesagt, die Importe hingegen etwas schlechter.

    Handelskammer: Strikte Null-Covid-Politik in China belastet Wirtschaft

    Jens Hildebrandt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer (AHK) in China, sagte: "Die Konjunktur kommt einfach nicht in Fahrt, auch weil die schwächelnde Wirtschaft bei Chinas wichtigsten Handelspartnern durchschlägt."

    Die Binnennachfrage ist angesichts Dutzender Lockdowns im September weiterhin gelähmt. Der Außenhandel wird kaum zu einer wirtschaftlichen Erholung Chinas beitragen.

    Jens Hildebrandt, Deutsche Handelskammer in China

    Die strikte Null-Covid-Politik liegt laut Hildebrandt weiterhin "wie Blei" auf der Wirtschaft. Deutsche Unternehmen müssten sich weiterhin in Geduld üben.

    Deutsch-chinesischer Handel stark zurückgegangen

    Der chinesische Handel mit Deutschland ging um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum spürbar zurück. Die deutschen Exporte nach China fielen sogar um 9,9 Prozent. China exportierte auch um 5,6 Prozent weniger nach Deutschland. Während die chinesischen Ausfuhren in die Europäische Union hingegen um 5,6 Prozent zulegten, fielen die Importe Chinas aus Europa um 8,4 Prozent.
    Trotz der unerwartet guten Wachstumszahlen beendeten die Börsen in Shanghai und Hongkong den Handel am Montag deutlich im Minus. Analysten begründeten die Abschläge mit der Enttäuschung über die neue Führungsmannschaft der Kommunistischen Partei, deren Besetzung am Vortag bekanntgegeben worden war.

    Mächtiges Parteigremium mit Xis Gefolgschaft besetzt

    Parteichef Xi Jinping, der am Sonntag seine dritte Amtszeit antrat, versammelte im mächtigen Ständigen Ausschuss ausschließlich enge Gefolgsleute um sich. Marktreformer sind dagegen nicht mehr vertreten.
    Die Regierung wird das ursprüngliche Wachstumsziel von rund 5,5 Prozent für dieses Jahr voraussichtlich weit verfehlen. Die Weltbank rechnet nur noch mit 2,8 Prozent.

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